Big Big Train – Stone & Steel

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(02:44:50, Blu-ray, English Electric Recordings/Just For Kicks, 2016)
Big Big Train gelten in erster Linie als Studioprojekt, live gab es die Band zuletzt in den späten Neunzigern zu hören. Letzten Sommer kam es allerdings erstmals wieder zu einer kleinen Konzertreihe in London. Die nun vorliegende Blu-ray „Stone & Steel“ dokumentiert die Vorbereitungen darauf und natürlich eines der Konzerte.

Der Release gliedert sich folgerichtig in zwei Teile: Im ersten Part sieht man die Band bei den Vorbereitungen und Proben in Peter Gabriels Real World Studios.  Dabei bekommt man neun komplette Stücke aus den verschiedensten Schaffensphasen der Band zu Gehör, die jeweils perfekt eingespielt und abgemischt sind. Einblicke ins Studioleben lockern die musikalischen Beiträge auf. Dies ist charmant gemacht, aber wohl nicht für jeden Zuschauer interessant, die Tracks lassen sich daher auch direkt anwählen und abspielen. Toll ist eine Bläsergruppe, die die Band bei manchen Stücken begleitet, hier darf man absolute Profis bei der Arbeit bewundern.

Der zweite Teil zeigt einen Auftritt im Londoner Kings Place. Auch hier wird die hohe Qualität der Produktion beibehalten, die Band agiert allerdings etwas weniger gelöst als im Studio. Vielleicht war trotz aller Professionalität etwas Nervosität im Spiel, es mag aber auch an der kühlen Atmosphäre der Location liegen – das Kings Place mutet eher wie eine Aula als wie ein Konzertsaal an. Dennoch gaben Big Big Train sich beim ersten Konzert in dieser Besetzung keine Blöße und die Qualität der Songs steht sowieso außer Frage. Komisch aber, dass es nur so wenige Titel auf die Blu-ray geschafft haben. Gab es technische Probleme, oder ist in naher Zukunft noch ein Release des kompletten Konzerts geplant? Klanglich gibt es an der Produktion rein gar nichts auszusetzen, der Stereo- wie auch der 5.1-Klang sind vorbildlich und erreichen fast Referenzstatus. Beim Bild sieht es nicht viel schlechter aus, allerdings haben sich an wenigen Stellen Kompressionsartefakte eingeschlichen. Abgerundet wird das Paket durch ein 60-seitiges Booklet und ein paar spannende Extras, zum Beispiel Aufnahmen einer Drum-Kamera für all jene, die D’Virgilio gerne mal nachspielen möchten.

Für jeden Fan von Big Big Train sei hier ein absoluter Kaufbefehl ausgesprochen, aber auch alle anderen an Neoprog, Folk- und Retrosounds Interessierten machen mit „Stone & Steel“ nichts falsch.
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 13, HK 12)

Track Listing: 
Live at Real World, Box, Wiltshire, August 2014:  Setting Up / The First Rebreather / Master James Of St George / Organ Failure / Judas Unrepentant / Kingmaker / Brass & Brunel / The Underfall Yard / Lacewings & Ladybirds / Uncle Jack / Wind Distorted Pioneers / Guitar Talk / Victorian Brickwork / Summoned By Bells / Summing Up

Live At King’s Place, London, August 2015:  Wassail / Curator Of Butterflies / Victorian Brickwork / East Coast Racer

Extras: 
Wassail Drum Session / Master James Drum Cam / Rikard’s Real World

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Big Big Train (Foto: Band)

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Über den Autor

Henrik Kropp

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Big Big Train – Stone & Steel

von Henrik Kropp Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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