Pierre Moerlen’s Gong – Tribute

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Pierre Moerlen's Gong(64:25, CD, Eigenproduktion, 2010)
Ein neues Album von Pierre Moerlen’s Gong? Aus dem Jahr 2010? Und dann noch „Tribute“ – also ein Zusammenhang mit der schwedischen Formation Tribute?

Das bisher letzte Album von Pierre Moerlen’s Gong wurde 2005 veröffentlicht und hieß „Pentanine“. Drei Jahre zuvor hatte Pierre Moerlen es gemeinsam mit russischen Musikern eingespielt. 2005 scharte er wieder Franzosen um, doch leider verstarb er wenig später völlig unerwartet im Alter von nur 52 Jahren. Und nun liegt also ein neues Album vor – mit welcher Berechtigung nennt sich die Band „Pierre Moerlen’s Gong“? Das Quintett besteht aus folgenden exzellenten Musikern:

Samuel Klein – drums
Marc-Antoine Schmitt – bass
Matias Canobra – vibraphone
Bubu – percussion
Sébastien Kohler – guitar.

Nun, ganz abwegig ist es nicht, als PMG anzutreten, denn mit Klein, Schmitt und Daniel Bunzli alias „Bubu“ zählten drei der fünf Beteiligten zu jener Band, mit der Moerlen zuletzt aufgetreten war. Hinzu kommt Kohler als Gitarrist, und die vakante Position des Meisters selbst nahm mit Samuel Klein ein Moerlen-Schüler ein. Diese Formation hat sich auf die Fahne geschrieben, weiterhin in der Gong-Tradition zu musizieren. Tatsächlich erinnert die ausgesprochen rhythmusbetonte, leicht jazzige Instrumentalmusik sehr an das große Vorbild, und die Qualität der präsentierten Kompositionen macht das Ganze zu einem würdigen Tribut an eine interessante, markante Band. Tasteninstrumente sind dabei nicht im Spiel, doch der massive Einsatz des Vibraphons lässt sie kaum vermissen – auch, weil Canobras Spiel gelegentlich fast wie ein E-Piano klingt.

Dreizehn peppige, groovende, jazzrockige Kompositionen und eine Demoversion als Bonustrack erwarten den Hörer auf „Tribute“. Gong-Fans werden von diesem Album begeistert sein, denn die Band transportiert die Charakteristika der damaligen Band perfekt in die Gegenwart – einige der Songs stammen sogar noch aus Moerlens Feder. Ein Livetitel, an dem er noch mitwirkte, ist hier ebenfalls vertreten, nämlich besagter Bonustrack; auch wenn es im Booklet nirgends erwähnt wird, ist es ganz offensichtlich Daevid Allen, der dabei dem Publikum Pierre Moerlen ansagt!

Hier haben sich tolle Musiker vorgenommen, den Geist von Pierre Moerlen und seiner Gong-Besetzung wieder aufleben zu lassen. Das gelingt sehr gut, deshalb unbedingte Empfehlung für jeden PMG-Fan.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11)

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Pierre Moerlen’s Gong (Foto: Band)

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Pierre Moerlen’s Gong – Tribute

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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