Bad Company – Live 1977 & 1979

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(78:23; 76:45; 2CD; Swansong/Rhino Records; 2016)
Es ist schon erstaunlich, dass es aus der Original-Ära von Bad Company in der Besetzung Paul Rodgers (Gesang, u.a. Free), Simon Kirke (Schlagzeug, Free) Mick Ralphs (Gitarre, u.a. Mott The Hoople) und Boz Burrell (Bass, u.a. King Crimson) bislang keine offizielle Live-Veröffentlichung gab. Außer Bootlegs und halb legalen Veröffentlichungen sind lediglich Live-Alben mit Aufnahmen aus der jüngeren Vergangenheit im Handel.

Diese Lücke wird durch „Live 1977 & 1979“ jetzt geschlossen: Zwei Mitschnitte von Konzerten in Houston (1977) und London (1979) sind auf der Doppel-CD verewigt. Die Konzerte fanden auf den Tourneen zu den Alben „Burning Sky“ und „Desolation Angels“ statt. Auf dem Mitschnitt aus Houston befinden sich immerhin sieben Titel aus dem damals aktuellen Album. Daneben gibt es Klassiker wie ‚Shooting Star‘, ‚Ready For Love‘ und ‚Feel Like Makin‘ love‘ zu hören. Dass ausgerechnet der Themesong ‚Bad Company‘ fehlt, wird so manchen Konzertbesuchern missfallen haben. Dafür ist die Band gut drauf, Paul Rodgers bestens bei Stimme, und auch der Sound der CD stimmt. Anhand der dokumentierten Setlists dieser Tour auf Setlist.fm lässt sich vermuten, dass das komplette Konzert den Weg auf den Tonträger gefunden hat.

Die Setlist des Konzerts in London kann mit dem einen oder anderen Klassiker mehr aufwarten. ‚Bad Company‘ wird gleich als Opener zum Besten gegeben. Daneben kommen ‚Run With The Pack‘, ‚Can’t Get Enough‘ und das damals aktuelle ‚Rock’n’roll Fantasy‘ zu Ehren.

Die einzigen Überschneidungen mit dem Dallas-Konzert sind ‚Shooting Star‘ und ‚Feel Like Making Love‘. Immerhin sechs der Titel stammen vom damals aktuellen Album „Desolation Angels“. Die Setlist des Folgekonzerts an gleicher Stelle ist dokumentiert und lässt vermuten, dass hier einige Songs aus Platzgründen nicht den Weg auf die CD fanden. Wie es scheint, wird uns allerdings kein Knüller vorenthalten. Auch auf CD2 ist der Sound tadellos und die Band in Form. Wenn man dem Sticker auf der CD-Hülle Glauben schenkt – und wir tun das einfach mal -, dann ist die Aufnahme beider Konzerte 1:1 übernommen und nicht im Studio mit Overdubs verbessert worden.  Als einzige kleine Veränderung wurde der Hendrix-Klassiker ‚Hey Joe‘, aufgenommen in Washington, mit auf die CD genommen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Band bis auf wenige Ausnahmen relativ nahe an den Studio-Arrangements ihrer Songs bleibt. Das etwas rauere Live-Umfeld tut den Stücken aber durchweg gut, waren einige in ihren Studioversionen doch einen Tick zu handzahm. Dass Bad Company insbesondere auf der 1979er-Tournee ihre erfolgreichsten Jahre schon hinter sich hatten, merkt man den Aufnahmen an keiner Stelle an. „Live 1977 & 1979“ ist ein ausgesprochen lohnenswerter Doppelpack in Sachen Old School Rock. Zugreifen!
Bewertung: 11/15 Punkten (DH 11, KR 12)

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Bad Company (Foto: Band)

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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Bad Company – Live 1977 & 1979

von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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