Panzerpappa – Pestrottedans

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Panzerpappa - Pestrottedans(43:20, CD, AltrOck Productions, 2016)
Lässiger, rein instrumentaler JazzProg mit selbstironischer Note. Auf diesen ganz einfachen Nenner kann man „Pestrottedans“, das aktuelle Album von Panzerpappa bringen. Dabei gelingt es dem Quintett aus Oslo, seinen Jazz nicht zu ernst zu nehmen und beim Progressive Rock auf den erhobenen Zeigefinger zu verzichten, aber trotzdem eine eigene Position mit musikalischem Anspruch zu beziehen. Bei Panzerpappa wirkt alles auf den ersten Blick relaxter, lockerer, für melancholische nordische Verhältnisse fast schon lebensfroh, aber eben im Detail doch so kunstvoll und virtuos eingespielt, dass man dies erst bei genauem Hinhören erkennt.

Der Fünfer aus Steinar Børve (Saxophon, Keyboards), Trond Gjellum (Schlagzeug, Percussion), Anders Krabberød (Bass, Chapman Stick, Keyboards), Jarle Storløkken (Gitarre, Keyboards, Akkordeon) und Hans-Petter Alfredsen (Keyboards) fühlt sich in sinfonischen Prog-Gefilden wohl und schüttelt ebenso gern entspannten Jazzrock aus dem Ärmel. Und dass dabei mitunter sogar etwas Zappa-Inspiration im Spiel ist, führte für Panzerpappa zur Einladung zur prestigeträchtigen Zappanale in Bad Doberan im letzten Sommer.

Hin und wieder fehlen den Kompositionen zwar etwas Schärfe, Kantigkeit und unberechenbare Wildheit. Trotzdem muss man es erst einmal schaffen, anspruchsvolle Musik mit solcher Gelassenheit und dem nötigen atmosphärischen Tiefgang einzuspielen. Panzerpappa punkten hier einmal mehr mit sympathischer Lässigkeit und unterschwelliger Komplexität, sodass dieses Album auf der Schnittstelle zwischen Jazzrock und Prog als überaus gelungen zu werten ist.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11, KS 11)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Panzerpappa – Pestrottedans

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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