No More Pain – The Post Human Condition

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No More Pain(77:52, CD, Eigenverlag/JustForKicks, 2015)
No More Pain aus New Jersey treten in Vierer-Besetzung an und sind auf einem sehr guten Weg, sich mit ihrem zweiten Album in der Prog-Szene einen Namen zu machen. Ende 2012 hatten sie ihr Debütalbum „Debate And Rhyme“ fertig gestellt, etwas mehr als zwei Jahre später liegt nun das Nachfolgewerk vor. Abgesehen von der Bass-Position blieb das Line-Up unverändert. Und was die Herrschaften Mike Roman (Gesang, Gitarren), Matt McDermott (Tasteninstrumente), John Moroney (der neue Mann am Bass) und Dan Rainone (Schlagzeug) hier anzubieten haben, ist durchaus bemerkenswert.

Den Auftakt macht der Instrumentaltitel ‚Nascency‘, der den SymphonicProg-Fan sofort anzuspricht. Bombastische Keyboardsounds oder Breitwand-Symphonic sind die ersten Stichworte, die angesichts des Gebotenen einfallen. Exzellent gespielt, doch irgendwie macht sich der Gedanke breit, dass sich das Ganze bald in Richtung ProgMetal entwickeln könnte. Und genauso kommt es im nachfolgenden ‚All As One‘ dann tatsächlich auch. Typisches ProgMetal-Gebolze und die Befürchtung, dass dies jetzt bis zum Ende des Albums so weiter geht. Doch das tut es glücklicherweise nicht. Denn No More Pain wissen auf recht geschickte Weise, sinfonische und metallische Ansätze zu verbinden, und dabei auch partielle Schlenker in andere Bereiche einzubinden, so zum Beispiel elektronische Spielereien oder Bluesiges.

Die Amerikaner versprühen viel Energie und eine Spielfreude, die ansteckende Wirkung zeigt. Da macht das Zuhören Spaß, auch wenn jetzt nichts wirklich Neues zu entdecken ist. Doch das, was sie präsentieren, machen sie auf sehr erfrischende Weise.

Gitarrist Mike Roman bringt einen ordentlichen Schuss Härte ein, ohne dass dieses Album gleich in die ProgMetal Ecke einzuordnen ist. Eher würde ich es als „Heavy Symphonic Prog“ bezeichnen. Passend dazu seine ordentliche Stimme – wobei man seine etwas ausufernden Schreiattacken auf zwei Songs nicht unbedingt gut finden muss. Aber das ist nur eine Marginalie. Gefühlvolles Spiel gehört ebenfalls zu seinem Repertoire, so beherrscht er auch elegisches Gitarrenspiel Stoltschen Ausmaßes, wie er auf ‚Shrine Of Pearl‘ beweist.

No More Pain sammeln auch in anderen Bereichen Pluspunkte, so ist zum Beispiel das variantenreiche Tastenspiel unbedingt zu erwähnen, das neben typischen Flitzefingerübungen auch einige dezente, aber einfallsreiche Arrangements beinhaltet. Ein Höhepunkt des Albums dürfte der Song ‚Bleed‘ mit treibendem Bass sein, eine ausgesprochen peppige Nummer. Und im abschließenden ‚The Network‘ (über 17 Minuten) zeigen sie, dass sie auch Longtrack können.

„The Post Human Condition“ ist ein knackiges Album, das Fans von Bands wie Fright Pig gefallen könnte. Die sehr lange Spielzeit führt zwar dazu, dass für meinen Geschmack etwa im dritten Viertel ein kleiner Durchhänger zu verzeichnen ist, aber alles in allem ist ihnen ein feines Album gelungen.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11)

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‚All As One‘ (YouTube)

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No More Pain – The Post Human Condition

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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