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    Du bist hier:Home»Reviews»Yes - Progeny - Highlights From Seventy-Two

    Yes - Progeny - Highlights From Seventy-Two

    0
    By Klaus Reckert on 22. Mai 2015 Reviews

    Yes-Progeny-Highlights-2CD(46:35, 50:14, 2CD, Rhino/Warner, 2015)
    Für die meisten Yes -Fans und viele Genießer von Live-Alben gilt das 1973er Dreifach-LP-Album "Yessongs" von Yes als Maß aller Dinge. Auch beim diensthabenden Redakteur ist es mit dem mal mehr, mal weniger Betreuten Proggen in den Achtzigern mit einem (übrigens gebrauchten) Exemplar dieses legendären Triples losgegangen…

    Jedenfalls wurden damals über eine Million Exemplare des spektakulären Live-Albums, das überdies mit einem der eindrucksvollsten Roger Dean-Artworks aufwartete, innerhalb kurzer Zeit verkauft. Nach ihrem gefeierten fünften Studioalbum "Close To The Edge" befand sich die Band in einem kreativen Höhenrausch, wie sich auch während der 1972er Welttournee zeigen sollte. Fast alle Stationen der Tour waren ausverkauft und die Hallen mit Fans bis zum letzten Platz ausgefüllt.

    Vor kurzem entdeckte die Band einen längst vergessenen Schatz: Sieben vollständige Konzerte aus den Wochen, die den Gigs vorangingen, bei denen die Aufnahmen von "Yessongs" entstanden. Mit aktueller Audio-Technologie ging man nun daran, die Original-Bänder mit den Aufnahmen in bestmöglicher Qualität zu restaurieren und brachte, so Presseinfo, "schier unglaubliche Klangdetails zutage, die einen unmittelbaren Sound schufen, der die Zuhörer direkt in die erste Reihe katapultiert". Und zugegeben – die uns vorliegende "Highlights" klingt in der Tat tadellos.

    Gleich zwei bzw. sogar drei Veröffentlichungen entstanden aus diesen neu entdeckten Tapes mit bisher unveröffentlichter Musik. So erscheint "Progeny: Highlights From Seventy-Two" mit 90 Minuten Live-Musik, die aus verschiedenen Shows zusammengestellt wurde. Die spektakulären Aufnahmen erscheinen als Doppel-CD und als Dreifach-LP und repräsentieren den musikalischen Flow einer typischen Yes-Tracklist der Tour mit außergewöhnlichen Performances in mehreren Städten.

    "Progeny: Seven Shows From Seventy-Two" macht jeden Ton dieser sieben Shows auf 14 CDs verfügbar! Die Aufnahmen entstanden im Herbst 1972, als die Band von Kanada nach North Carolina und dann nach Georgia und Tennessee reiste, bevor sie am 20. November 1972 in Nassau Coliseum in New York spielte. Die Box kommt im Design einer Flip-Top-Box-Zigarettenschachtel und enthält neues Artwork von Roger Dean – allein der Progeny-Schriftzug ist wahrer Eye Candy für Dean-Freunde.

    Zurück zum uns hier primär beschäftigenden "Highlights"-Doppel-Whopper: Der kann alte Fans tatsächlich glücklich machen. Denn einerseits sind die enthaltenen Versionen nahe genug am kanonischen Yessongs-Sound, um zum lang anhaltenden Aufstellen der noch verbliebenen Körperbehaarung zu führen. Und andererseits doch anders genug, um immer noch etwas Neues zu entdecken.

    Natürlich beginnt der Reigen mit Stravinskys 'Firebird Suite' und 'Siberian Khatru', was hier sanft in 'I've Seen All Good People' (und nicht 'Heart Of The Sunrise') übergeht, bei dem Wakemans Spuren ein wenig lauter als bei der "Yessongs"-Version wirken.

    'Heart Of The Sunrise' hat Mellotron-Streicher zum Niederknien. Dem unvermeidlichen, aber immer merkwürdig vom anderen Material isoliert stehenden Howe-Abstrunz-Part 'Mood For A Day' ist hier sogar noch 'Clap' vorgeschaltet - bis eine zauberische Fassung von 'And You & I' wieder alles gut macht. Bei deren Anfangssequenz scheinen Howe und Wakeman allerdings tonal ganz leicht auseinander zu liegen, dafür aber ist Jon Anderson noch strahlender bei Stimme als bei der "Songs"-Fassung.

    CD2 startet mit der Mutter aller Prog-Longtracks – 'Close To The Edge' – in abermals einer grandiosen Version. Von 'Excerpts From "The Six Wives Of Henry VIII"' gibt es ja wirklich reichlich Live-Aufnahmen, da ist eine weitere von 'Roundabout' schon begehrter. Danach ist noch Platz für 'Yours Is No Disgrace', bei dem Chris Squire gerade eingangs brilliert. Leider nicht mehr für 'Starship Trooper', aber es muss ja auch Argumente für die 14-CD-Box geben…

    Ein zwölfseitiges, hübsch illustriertes Booklet mit einfühlsamen Liner notes von Syd Schwartz und hoch informativen Anmerkungen von Produzent Brian Kehew (beispielsweise erfahren wir, dass die gefundenen Bänder zunächst erbärmlich klangen und ihren Sound-Schatz erst preisgaben, nachdem für jede einzelne Spur die bei der Aufnahme derangierten Einstellungen der Dolby-Rauschunterdrückung separat korrigiert worden waren) runden ein wahres ProgPorno-Paket für Altprogger ab.
    Bewertung: 13/15 Punkten (WE 14, KR 13)

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    Yes – 'Yours Is No Disgrace' live 1972 (Yessongs, YouTube)

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    70er Anonyme Mellotroniker Box Boxset Brian Kehew CD Dolby Jon Anderson Live-Aufnahme Longtrack Mellotron Networking Media Rick Wakeman Roger Dean Steve Howe Syd Schwartz Yes live
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    "everything happy, and progressive, and occupied" K. Grahame, The Wind In The Willows

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