Mosaico – Vola

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Mosaico-Vola-2015-Cover(38:26, CD, Eigenveröffentlichung/BTF, 2015)
Die italienische Prog-Szene präsentiert sich in den letzten Jahren ausgesprochen lebendig. Nicht nur, dass alteingesessene Prog-Dinos nach wie vor aktiv sind, auch unzählige neue Bands machen sich bemerkbar. Dazu zählt auch das Sextett namens Mosaico. Ihre Musik ist im SymphonicProg-Genre angesiedelt, allerdings in moderatem Rahmen, was Bombast und Komplexität betrifft. Man sieht schon an den Spielzeiten, dass die Kompositionen kurz und knapp gehalten sind. Alles bewegt sich im 3- bis 6-Minuten Bereich, und die Gesamtspielzeit entspricht auch eher einer Siebziger Vinyl-Veröffentlichung als einer Produktion aus dem Jahr 2015. Mosaico spielen in klassischer Besetzung, die um einen zusätzlichen Perkussionisten erweitert wurde, ohne dass man dies allerdings als einen charakteristischen Faktor bemerken würde. Eine wichtige Rolle spielt Tastenmann Nicola Cambri, der mit dem üblichen Keyboardarsenal aufwartet, zu dem auch Mellotron und Hammondorgel zählen. Deren Einsatz wirkt zunächst eher bescheiden-zurückhaltend. Und so kommt es auch nicht dazu, dass die Kompositionen überladen wirken. Doch nicht nur die gelegentlich leicht an Le Orme erinnernde Orgel prägt sich ein, auch der gelegentliche Einsatz von Akkordeon oder akustischer Gitarre weiß zu gefallen.

Sänger und Texter Enrico Nesi ist recht präsent. Er setzt weniger auf Pathos, gelegentlich handelt es sich eher um eine Mischung aus Sprechen und Singen. Die Highlights werden von den Keyboards gesetzt, während die Gitarre meist eher mannschaftsdienlich eingesetzt wird. Nach den ersten beiden Durchläufen noch für mittelmäßig befunden, sind die Kompositionen in der Zwischenzeit durchaus gewachsen. Dies liegt aber weniger an der Komplexität und Wucht der Songs, sondern eher daran, dass man sich a) an den Gesang gewöhnen muss und b) sich auch in den kürzeren Titeln mit der Zeit in ihrer dezenten Mischung aus Symphonic- und Neo-Prog feine Details erkennen lassen. Und so nimmt man schließlich doch wahr, dass hier verdammt gutes Keyboardspiel geboten wird und auch die Gitarre Einiges an Potenzial durchblicken lässt. Schließlich kommt man trotz des kleinen Mangels an Ausdrucksstärke in puncto Gesang beim Fazit nicht daran vorbei, der Band ein ordentliches Debüt zu attestieren, das neugierig auf die nächsten Schritte macht.
Bewertung: 10/15 Punkten (JM 10, KS 9)

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Mosaico – Vola

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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