(45:49; Vinyl, CD, Digital; Profound Lore Records; 16.10.2026)
Mit den Amis von Mother Of Graves ist man soundtechnisch schnell in der Hochzeit der Neunzigerjahre: Katatonia haben gerade "Brave Murder Day" veröffentlicht, Bands wie Opeth, Edge Of Sanity oder Novembers Doom zaubern immer mehr melodische, progressiv-düstere Nuancen in ihre Musik. Dieser Nostalgie-Aspekt ist hier immer ein Pluspunkt, muss ich ohne Weiteres zugeben. Dass im Opener die Chance genutzt wurde, die Produzenten-Ikone Dan Swanö für einen Gastbeitrag zu engagieren, passt somit hervorragend ins Setting.
Die acht Songs auf "The Light That Keeps Us" agieren erneut, wie schon beim starken Vorgänger, zwischen schmissig-rockigem, katatonischem Metal und den trüben Doom-Fantasien der alten Zeit und wollen aus meiner Sicht auch nie anders. Death-Growls und cleane Vocals sind, wenn man mal ehrlich ist, die Grundrezeptur solcher Alben.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Tolles Cover, kraftvoll, stilsicher und transparent produziertes Album – somit passen hier sämtliche Mosaiksteine ineinander. Es wird nie langweilig, ohne dass die Amis letztlich den großen Wurf oder Hit kredenzen. Die rauen Growls sind mächtig und haben ihre Schnittmenge bei Dan Swanö, Mikael Åkerfeldt und Jukka Pelkonen von Omnium Gatherum – gute Referenzen allemal.
Der Titelsong schleppt sich wie alte Katatonia träge und müde-heavy durch karge Landschaften – Doom Metal, wie ich ihn schon oft im Leben zu hören bekam. 'Eventide Angel' integriert Flüstern und folkloristische/akustische Elemente, die Single 'The Silent Weight of the Stars' rockt passabel, nutzt schwerelose Synths im Hintergrund, und so sind es die kleinen Gimmicks, die dem Album die nötigen Farbtupfer verleihen dürfen. Kleine orchestrale Pinselstriche veredeln im Hintergrund das melancholische 'A Monolith Tryst' – Opeth-affine akustische Parts tun auch hier letztlich ihr Übriges. Ein liebliches Piano-Intro weiß in 'The Beggars Allegory' sehr zu gefallen.
Immer wieder beschreitet das Album seinen Flow zwischen stoisch langsamen Parts und dieser aufbegehrenden Midtempo-Verzweiflung. Ich kann überhaupt nichts Negatives daran finden, nur fehlt mir innerhalb der Riffs und Melodien der besondere Part, die schneidenden Hooks, die bei den großen Vertretern zum üblichen Aha-Effekt gereichen.
Solide, starke Songs, Tristesse, Doom und rockige Kontraste machen diese neue Rille erneut zu einem grundsätzlich stimmigen Paket für Freunde des dunklen, doomigen Dark Metal.
Bewertung: 11/15 Punkten
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bandcamp. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Besetzung:
• Brandon Howe – vocals, keyboards
• Chris Morrison – guitar
• Ben Sandman – guitar
• Corey Clark – bass
• Don Curtis – drums
Surftipps:
• Linktree
• Bandcamp
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.


