Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

10.0
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(1:01:45, CD, Digital, Eigenveröffentlichung, 31.01.2025) Okay, okay, ich bin dann mal weg. Weil hier wieder eine Sache auf uns zukommt, die im Ganzen (nämlich mit über einer Stunde Laufzeit) so erst einmal konsumiert werden muss. Tonnen Von Hall – der Name ist Programm. Wenn man dann noch feststellen muss, dass hier Dreiviertel Anchor & Burden, nämlich Markus Reuter (Stick Men, Crimson ProjecKt), Alexander Dowerk und Asaf Sirkis am intellektuellen Lärmen sind, dann dürfte wohl so mancher Groschen fallen. Mit 21 verträumten Instrumentals hinterlässt der "Abdruck Vom Messer Im Herzen" dann tatsächlich einen ebensolchen. Zwar nicht unbedingt im Herzen, wohl aber…

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12.0
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(39:43, CD, Digital, Ripcode Records, 24.01.2025) What a debut! Gegründet 2020, also zu Beginn der großen Stagnation, ist es nun endlich Zeit für ein Album, das alles Vorgefallene der letzten fünf Jahre zu bündeln scheint. Vor allem Wut, die hier zum Teil offen, zum Teil versteckt hinter emotional dringlichen Soundcollagen zu vernehmen ist, ist der Hauptbestandteil von "Cleave". Das bedeutet eben auch, dass die Vocals, der Sache angemessen, hin und wieder Cult Of Luna- und Isis-gleich angenehm über die Stränge hauen. Es sind vor allem die Momente zwischen grenzenloser Harmonie und plötzlich hereinbrechenden Zorns, die den Reiz des Albums und…

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11.0
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(48:23, Vinyl, Digital; Ripple Music, 01.09.1999/17.01.2025) Da freut sich der Stoner, dass Ripple Music sich emsig darum kümmert, längst vergriffene und vielleicht auch vergessene Juwelen des Stoner Rock wieder zugänglich zu machen. Die unter dem Arbeitstitel "Beneath The Desert Floor" laufende Reihe geht, nach bereits in diesem Sinn spektakulären Veröffentlichungen von Fireball Ministry, The Awesome Machine, Glitter Wizard, Witch White Canyon, Rollerball, The Sabians und Dear Deceased, mit dem zweiten Album der neuseeländischen Institution Datura in die achte Runde und präsentiert mit "Visions For The Celestial" ein Werk, das einst, nämlich 1999, zum Meilenstein gereicht haben müsste. Das Trio um…

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12.0
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(45:25, Vinyl, Digital; Ripple Music, 17.01.2025) Wer meint, im Stoner dürfe es keine Abwechslung geben, hat dieses Statement ohne eine Band wie Godzillionaire gemacht, die nun schon in dritter Instanz mit einem Album auf der Matte steht. Hier werden alle Höhen und auch Tiefen des Rock nicht nur angerissen, sondern auch ganz tief darin gewatet, wobei ein wenig Gefühlsduselei beziehungsweise balladesker Großmut sein dürfen. Die Band aus Kansas um ihren Sänger Mark Hennessy zieht bezüglich "Diminishing Returns" alle Register und setzt dem abgefeierten Vorgänger von 2020, "Negative Balance", hier noch einen drauf. Allen Kritikern dürfte bei dem Eröffnungsbolzen 'Drowning All…

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12.0
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(41:32; Vinyl, Digital; Majestic Mountain Records, 15.11.2024) Der "elektrische Albtraum" kann an dieser Stelle eigentlich nur von elektrischen Schafen handeln, womit wir schnurstracks eine Überleitung zu Philip K. Dick beziehungsweise "Blade Runner" finden… und schließlich in einer Sackgasse landen. Also, noch einmal von Anfang an. Second Sun bewegen sich mitnichten nur in der zweiten Dimension, da "Elektriska Mardrömmar" eben schon das vierte Album des Vierers aus Stockholm ist. Und, wie mittlerweile 99,9 Prozent der rockmusikalischen Ergüsse aus Skandinavien, bewegen sich auch Second Sun auf schwer von Vintage und Retro geprägten Pfaden. Mittels Twin Guitar und den daraus resultierenden Exzessen pflügt…

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12.5
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(54:55, Vinyl (2LP), CD, Digital; Rock Action Records/[PIAS]/Rough Trade, 24.01.2025) Da gab es mit dem letzten Album "As The Love Continues" tatsächlich eine Nummer 1 auf der Insel. Zwischen all den zeitgeistigen Trendsettern und Autotune-gesteuerten SangeswichtelInnen haben sich die Schotten mit ihrem zehnten Album diesbezüglich erst einmal etablieren können. Und das in den bleiernen Jahren von Corona. Nun also, im 30. Jahr ihres Bestehens, kommt Album Nummer Elf der Glasgower Post-Rock-Institution. Wie der Titel schon suggeriert, war es keine leichte Geburt, da vor allem Barry Burns mit familiären Problemen zu tun hatte. Dafür wuchsen Mogwai umso mehr über sich hinaus…

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12.0
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(52:32; Digital; Iapetus, 10.01.2025) LLL bedeutet hier Lorenzo, Luca und Luca. Das wäre schon einmal geklärt. Im Einzelnen sind das Lorenzo Feliciati (Bass, Synths), Luca Calabrese (Flügelhorn, Trompete, Electronics) und Luca Formentini (Gitarre, Synths, Sampler). Und eben jene sind im Jazz und der Avantgarde keine Unbekannten, trifft man den einen oder anderen dieser Musiker doch schon einmal bei Kollegen wie Holger Czukay, Steve Jansen, Robert Rich und Markus Stockhausen (Formentini), Isuldurs Bane, Richard Barbieri und Peter Hammill (Calabrese) sowie Pat Mastelotto, Chad Wackerman und Bob Mintzer (Feliciati) an. Ein hervorragender Ausgangspunkt also für eine vielversprechende Kollaboration. "Shaping Colours" entstand am…

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10.0
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(38:36; CDr, Digital; Sound In Silence, 05.12.2024) Einige Projekte hat dieser Andrew Johnson ja schon um die Ohren. So taucht er in Hood, The Remote Viewer, Famous Boyfriend und On Fell oder unter seinem eigenen Namen und als Septemberist sowie, vorliegend, A New Line (Related) auf. Und hiermit bringt er mit "A Quarterly Update On The Sadness" nun auch schon sein drittes Album an den Start. Es gibt also viel zu tun für Andrew Johnson, weshalb er manche Sachen auch relativ entspannt angeht. So eben dann A New Line (Related), mit dem er sich auf eine sanfte Variante des Minimal…

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9.0
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(48:20; CDr, Digital; Sound In Silence, 05.12.2024) Musik an der Schwelle zum Stillstand, zur absoluten Stille. Ludvig Cimbrelius, sonst in Institutionen wie den vielgeschätzten Eternell sowie Purl und Illuvia zugange, mit denen es der Künstler auch auf mehr als zwei Handvoll Releases bringt, zeigt sich hier, mit "Here", noch einmal von seiner tiefenentspannten Art. Was schon etwas bedeutet, im ohnehin tiefenentspannten Universum des Ludvig Cimbrelius. Dabei war die Geburt des Albums keine einfache, hat der Schwede doch diverse, schon im Entstehen begriffene Ansätze verworfen. Back in the studio again afterwards, I tried to finish the album, but found that the…

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11.0
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(39:38; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung, 17.01.2025) Ich könnte mich ja kratzen, aber es juckt mich nicht. Das nächste Problem – Kratzen kommen aus Köln und nicht aus Düsseldorf. Womit wieder die Grundsatzdiskussion losgetreten werden wird: Alt oder Kölsch? Dann geht es weiter – "Ist Geld allein schon ein Verbrechen, und wann wird der Konsum zur Tat…?" Auf "III", dem - richtig - dritten Album des Trios vom Rhein, tun sich Fragen auf. Oder gleich ganze Abgründe. Stoisch geht es dann auch gleich bei besagtem 'Reichtum' zur Sache. Was klingt, wie der 'Trans Europa Express' auf der Überholspur und Kraftwerk mit…

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»Keine weitere "verlorene Platte von 1974"!« Supergroup? Mit Nick DiSalvo (Elder, delving), Gitarrist Michael Risberg (dito) Bassist Ingwer Boysen (delving) und Gitarrist Ben Lubin (Lawns) könnte man davon ausgehen. Mit neuem Album und neuem Mitglied (Keyboarder Fabien de Menou von Perilymph) zum Quintett erweitert erschaffen sich die Wahlberliner ihre eigene "Oase". Aber lassen wir die Band selbst zu Wort kommen… Was war so dringlich daran, trotz sicher zeitaufwendigen Bands wie Elder und delving mit Weite nun noch ein weiteres Projekt zu initiieren? Nick: Es gab nie die Dringlichkeit, andere Projekte zu starten - und Weite wurde eher durch Zufall zu…

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9.0
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(12:25, Vinyl, Digital, Time As A Colour/Sonic Rendezvous, 19.09.24) Kleines Kleinod aus Michigan und Bayern. Weil sich Keith Latinens (Empire! Empire! I Was a Lonely Estate) aktuelles Projekt Mt. Oriander auch ganz gut mit Daniel Becker aka Amid The Old Wounds verträgt. Der Melancholie und fast schon grenzenlosen Traurigkeit sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Latinen nutzt die A-Seite dieser 7" mit seinem siebeneinhalbminütigen Folknoiserocker 'You Chip Away Everything That Isn’t An Elephant' dann auch optimal aus und steigert sich aus einem Cure-likely Intro in einen Alternative rockenden Indiesong zwischen frühen Notwist und den TV Personalities (die nörgelnden Vocals), der…

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12.0
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(20:39; Digital; Pelagic Records, 10.01.2025) Nach der international für Aufsehen sorgenden "Panorama"-EP ist es wahrlich an der Zeit für etwas ganz Großes. Nicht ohne Grund hat Pelagic Records das französische Sextett unter seine Fittiche genommen, was nun mit der (vorerst?) nur digital erscheinenden "Disruption"-EP erst einmal gebührend besiegelt wird. Mit drei (!) Gitarren, was den Sechser rechtfertigt, haben Hanry dann auch genügend Argumente in der Hand, warum sich ihr Sound hin und wieder in Höhen katapultiert, die sich mit "herkömmlichen" Herangehensweisen so nicht erreichen lassen. Ein einsam tröpfelndes Piano, das nach und nach Ausmaße Rachmaninov'scher Grandezza erreicht, bildet die Basis…

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11.0
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(57:14, CD, Vinyl, Digital, Dhyana Records, 10.01.2025) The Fog – Nebel des Vergessens. In endlos erscheinenden und ebenso nachhallenden musikalischen Möbiusbändern kreieren Fogdriver in zweiter Instanz wieder ein Album voller psychedelisch angehauchter Wabermassen, die einmal mehr zu orientierungslosen Nebelfahrten animieren. Gut, die Visuals, die sonst Teil jeder Fogdriver-Darbietung sind (zumal Visuals-Künstlerin Tanja auch Teil der Band ist), muss man sich hier dazu denken, was aber sicherlich ob der farbenfrohen Präsentation ein Leichtes sein dürfte. Aus Gitarre, Bass/Synths/Samples und Drums verweben die Heidenheimer auf "Dancing Fire" Schicksalsfäden in Sound aus Psychedelic, Spacerock, Stoner und Postrock, wobei man auch hier auf, bis…

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(23:23; Vinyl, Digital; Krakenduft Records/Broken Silence, 22.11.2024) 13Suns stoßen ein Portal zu einem Fiebertraum von der Größe einer ganzen Galaxie auf. Bittersüß und morbide, unschuldig, kitschig und perfide. Und wir befinden uns mitten drin, in Chaos und Fieberwahn. 13Suns, das ist 100% Indie, 100% Alternative und 100% Power. Macht Summa Summarum 300%. Und mit eben dieser Voraussetzung knallen uns 13Suns gepflegte Songs um die Ohren, nämlich ... ... 4½ Indie-Rock-Perlen im besinnungslosen Taumel zwischen schwülstiger Teenagerhymne und zerbrechlichem Bombast. Dass dabei der letzte Song, nämlich 'Und wenn der ganze Schnee verbrennt', als halbe Portion gewertet wird, ist nicht fair, ist…

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(34:59; Vinyl, CD, Digital; Membran/The Orchard, 01.11.2024) Musik als Kunst. Als multimediale Projektionsfläche. Die beiden Multiinstrumentalistinnen Fama M'Boup und Anna Lucie-Rupp schöpfen hierbei aus dem Vollen und integrieren ihre Erfahrungen aus anderen Kunstgattungen wie Mode, Design, Malerei, Literatur, Film, Tanz und Handwerk in ihre Soundcollagen. Die, reduziert auf ein Minimum, transparent und federleicht als 'electronic handmade loopjazz' gehandelt werden. Mit verträumt-verhuschten Gesängen, zwei unabhängig voneinander agierender Loopstationen und Klängen aus Gebrauchsgegenständen entstand ein Crossover aus Artpop, Electronica, Soul und Folk (Tunes wie 'Hidden Portraits' oder 'Branches' kommen tatsächlich mit akustischen Gitarren). Mit 'Bälle' und 'Kleine Töne' gibt es nebenbei, leicht…

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(41:48; Vinyl, Digital, Vatikan Records, 15.08.2024) Die Titel dieses Debüts klingen nach mehr. Mit Themen wie 'Luciferian Dawn', 'Cult Of The Serpent Risen', 'With Horns Of A Beast' oder 'See You At Hell' gibt es Okkult-Rock at its best, derweil Sängerin und Gitarristin Jez klingt wie eine vom Teufel besessene Grace Slick und die das Trio komplettierenden Joshua (Bass) und Emmet (Drums) Doom von Sabbath'schen Ausmaßen vom Stapel lassen. Soweit, so gut. Oder auch nicht! Denn, taucht man tiefer ein in das Mysterium Hail Darkness, dann stößt man auf folgende Botschaft: 'Occult Doom Rock. AI-XPLOITATION!'  Was in erster Instanz aber…

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(1:05:28; Vinyl, Digital, Eigenveröffentlichung, 20.09.2024) Punk? Wenn schon, dann Arthouse-Punk! Soviel Zeit und Anspruch muss sein! Auf ihrem zweiten Album (das Debüt "I Still Care" erschien vor zwei Jahren noch auf Noisolution) nimmt die Kreativität von Public Display Of Affection (kurz PDOA) dermaßen umfassende Ausmaße an, dass aus "Expressions Of Obsession" gleich einmal ein Doppelalbum wurde. Das Projekt um Sängerin, Tänzerin und Kreativdirektorin Madeleine Rose sowie Schlagzeuger und Produzent Anton Remy kreierte ein beindruckendes Sammelsurium aus Sounds, musikalischen Farben und Stilen, was geradezu prädestiniert ist, als Multimediaprojekt auf die Bühne gebracht zu werden. Mit einer Vielzahl an GastmusikerInnen, darunter Bassistin…

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(45:39; Vinyl, CD, Digital; Fire Records, 04.10.2024) Nun kommen die Memorials, die da wären Verity Susman (Electrelane) und Matthew Simms (Wire), nach diversen Soundtracks für Filme wie "Tramps!" sowie "Women Against The Bomb", tatsächlich mit ihrem ersten 'richtigen' Album. Macht Sinn, denn der Crossover, den das Duo, welches gerne einmal als "Sterolab's evil twin" bezeichnet wird, hier abfährt, ist schon einmal mehr als einen Hinhörer wert. Mit malträtierendem Ge-Orgele, treibendem Bass und den ätherischen Vocals von Verity Susman rangiert man denn auch ganz hoch auf der nach oben offenen Krautrockskala. Das mit 'Acceptable Experience', 'Lamplighter' und 'Cut It Like A…

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(1:01:00, Digital, CD; Eigenveröffentlichung, 18.10.2024) Da war dann wieder einmal Corona schuld, dass auch der "Tidal Wave"-Nachfolger nicht, wie geplant, 2020, sondern erst vier Jahre später erschienen ist. Was vielleicht etwas Positives bewirkt hat, konnten sich Hypertonus doch nun sehr viel Zeit für "Gravity Unmapped" lassen. Was dem Album dann auch dementsprechend zugute kommt. Bar jeder Gravitation spielen sich Bassist Arne Staats, Gitarrist Patrick Büch und Drummer Hannes Christen ins Delirium, was sich in den Lauflängen der jeweiligen Tunes, hier sechs an der Zahl, niederschlägt. Der komplett instrumental gehaltene Crossover aus Post Rock, Psychedelic, Jazzrock und Funk weist dabei eine…

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