Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

10.0
Reviews

Soundtrack • Electronica • Shoegaze (36:16, CD, Vinyl, Digital, Mute, 31.10.2025) James Chapman alias Maps hat tatsächlich eine dunkle Vergangenheit. Denn 2014 und somit zwischen seinen beiden Platten „Vicissitude“ und „Colours. Reflect. Time. Loss“ entstand „Welcome To The Tudor Gate“ als quasi Soundtrack zu einem Film, den der Shoegazer damals nur im Unterbewusstsein mitbekam. „Inspiriert von einem Film, dessen Spuren ich nie wiederfinden konnte, machte ich mich daran, einen geheimnisvollen, seltsamen und unheimlichen Soundtrack mit Anspielung auf das Fantastische zu kreieren. Ich stellte mir einen Protagonisten vor, der sich in ein unheilvolles Land mit riesigen Wäldern voller mysteriöser Wesen wagt…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Garage • Surf • Psych Rock (44:00, CD, Vinyl, Digital, Aloc-Pop Records, 10.10.2025) Back to the roots. Nämlich zu den Aufnahmesessions mit gesamter Band. Das hält das Energielevel am Laufen und die Authentizität auf hohem Niveau. Zum ersten Mal seit dem Debüt „Annabel Dream Reader“ von 2014 geht die Band aus Brighton auf diese Art und Weise vor und überrascht mit einem Album, dem fünften (!), voller großer Momente in Garage’n Surfrock, wobei die beatleske Komponente keine unerhebliche ist. Das Songwriting tritt wieder in den Vordergrund. Und das Gespür füreinander. Das Resultat – mitreißende Kleinode voller roher Magie und Energie,…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Postrock • Instrumental  (54:24, CD, Vinyl, Digital, Vinter Records, 05.09.2025) Die Werkschau befindet sich mittlerweile in den Phasen 082 bis 090. Das Orsak:Oslo eigene Köchelverzeichnis hilft somit dabei, den Überblick zu behalten. Was vor allem zu Beginn notwendig war, arbeiteten die Schweden doch Anfangs mit Zufallsgenerator oder gar Chaostheorie, was die Nummerierung der Tracks anbelangt. Doch nun sind wir wieder im Rennen und starten in Richtung „Silt And Static“, dem hinsichtlich Suspense und großer Momente am Ereignishorizont zu Kraut- und Postrock vielleicht intensivsten Album von Orsak:Oslo. Treibend pulsierend, fast schon tanzbar, zeigen sich schon einmal Tunes wie ‚082 Biting In‘…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Shoegaze • Electro-Pop • Post-Rock (43:08, Vinyl, Digital, Flying Hearts / Muting The Noise, 17.10.2025) Es hat schon etwas zu bedeuten, wenn ein Alan Parsons, der übrigens das zweite Electric Litany-Album "Enduring Days You Will Overcome" co-produzierte, hier von »the next Radiohead« sprach. Die Londoner kommen nun mit "Desires", ihrem mithin auch schon vierten Longplayer (die EP "Sonder" wurde außer der Reihe 2022 veröffentlicht), mit welchem sie wieder pathetische Hymnen für die Ewigkeit inszenieren. Sänger Alexandro Miaris klingt, wie Jónsi im siebenten Himmel, sein Gitarrenspiel flaniert lässig zwischen Shoegaze und Postrock hin und her, die Synths verewigen sich in den…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Math Rock • Glitch • Progressive Rock (34:05; CD, Vinyl, Digital; Eigenveröffentlichung; 24.10.2025) Ein Hörerlebnis, das wahrhaftig special ist. Per Zufallsgenerator erschaffen Sandōkaï Sounds, die sicherlich nicht von der Stange sind und gleichzeitig hypnotisieren wie verstören. Aphex Twin meets Psychedelic'n'Prog, was an sich schon eine abenteuerliche Kombination ist. Die Schweizer knallen uns eine Symbiose aus Alternative, Math Rock, Electro-Jazz und Glitch vor den Latz, dass es eine helle Freude ist. Und eben das ist ernst gemeint. Nach der Eröffnungssequenz 'Glitch S', die dann auch wirklich "nur" eine Sequenz ist, geht es mit dem siebenminütigen Titeltrack, polyrhythmischen Schlagzeugpatterns, nervösen Beats und…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Waverock • Post-Punk (30:40; Vinyl, Digital; Flight13; 10.10.2025) Es sind erfrischende Klänge, die uns TV Cult auch mit ihrem zweiten Album präsentieren. Nach "Colony" (der Joy Division Twist scheint nicht ohne Grund gewählt) nun "Industry". Tief in den 80ern verwurzelt dräuen die Gitarren, Bassläufe und Keyboards Wave-affin, wohingegen die Vocals schon im Post-Punk verwurzelt sind, in den knurrenden Lautäußerungen Christian Death'sche Züge aufweisen, in den überambitionierten Parts dezent den Lemmy mimen. Das bleibt immerhin alles in der Familie beziehungsweise in den Eighties. Schon der Einstieg mit 'Communion' weckt Erinnerungen an die frühen Sad Lovers and Giants sowie The Cure –…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Math Rock • Post Rock (46:49; CD, Vinyl, Digital;Pelagic Records/Cargo; 10.10.2025) Das Cover mit dem Motiv vom Dead Vlei des Namib-Naukluft National Parks macht in erster Instanz schon viel her, weckt es doch auch Assoziationen zu einem Film wie "The Cell", in welchem dieser Ort als Kulisse für surreale Traumsequenzen diente. Womit wir, bezüglich Nyos und "Growl" schon beim Thema wären – surreale Traumsequenzen.  Mit ihrem siebenten (!) Longplayer greift das Duo aus dem finnischen Jyväskylä zwar nicht unbedingt nach den Sternen, spielt beziehungsweise frickelt sich jedoch wieder einmal in Bereiche, die noch nicht so richtig erforscht sind. Und finden…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Cinematic Experimental Rock • Post-Rock (38:16, CD, Vinyl, Digital, Bird’s Robe Records / dunk! Records; 10.10.2025) Großkalibrig präsentieren sich Seims mit „V“. Einmal mehr werden hierbei Grenzen ausgelotet und -getestet, die dann sowieso keine Rolle mehr spielen, weil sich darüber hinweggesetzt wird. Das Projekt um Multiinstrumentalist Simeon Bartholomew wartet erneut mit jeder Menge Arrangement-technischer Finesse auf, präsentiert gleich einmal ein String- sowie ein Bläserensemble und lässt We Lost The Sea-Gitarrist Mark Owen ein pathetisches Gitarrensolo in Postrock zelebrieren ('End’s Tether'). Wenn jubiliert wird ('My Memories Retain Nothing'), dann gleich mit einer Ausgelassenheit, die an die frühen Efterklang erinnert, wenn Galaxien…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Krautrock • Ambient (43:01, Vinyl, Digital, How To Destroy The Divine Records; 24.09.2025) Ein sanft pulsierendes Etwas aus Krautrock, Electronica und Ambient, welches sich angenehm in die Gehörgänge schmeichelt. Ynnerspeaker haben auf ihrem Debüt tatsächlich keinen Grund, auf Distanz zu gehen und zelebrieren viel lieber eine dezente Orgie in Gruppenkuscheln. Zwischen Early Floyd, Neu! und Ashra ist natürlich ganz viel Platz, der von dem Duo Jan Logas (Feedy, Brahms) und Markus Wiese (The Penguins Ate My Soul, MaMa) wohlweislich nicht komplett ausgefüllt, sondern als Claim der Besonderheiten abgezirkelt wird. Der Groove der einleitenden 'Congabar' besitzt den speziellen 'Set The Controls'-Drive,…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Metal • Doom • Sludge (60:15, CD, Vinyl, Digital; Pelagic Records /Cargo; 26.09.2025) Die Abrissbirne der jüngsten Dekade kommt auf jeden Fall von Abraham. Mehr noch als auf dem Vorgänger "Débris de mondes", auf dem Schlagzeuger Dave Haldimann aka Schlagmeister die Vocals übernahm, was die Schweizer an den Rand des gerade noch einmal Verdaulichen brachte, regiert auf "Idsungwüssä" das Chaos, scheinen die Lautleben direkt aus der Bosch'schen Hölle entsprungen zu sein, was jetzt nicht unbedingt dafür gut wäre, Frohsinn zu stiften. Der Titel selbst weckt Parallelen zum Kobaïnischen von Magma, ist dann aber 'nur' ein Dialekt aus dem Schwiitzertüütschem (Idsungwüssä…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Neo Psychedelic • Neo Kraut Rock • Psych Pop (42:38; Vinyl, Digital; Tonzonen Records/Cargo; 26.09.2025) …such as Psychedelic and Kraut Rock, "Remove The Ties" is probably the best Neo Psychedelic album of the last 25 years. Das sind erst einmal verdammt hoch hängende Vorschusslorbeeren, mit welchen man sich selbst schmückt. Nach dem Vorgängeralbum "We Cannot Awake" konnte es für die Düsseldorfer tatsächlich nur eine Richtung geben - nach oben, wo man nun, nach den Sternen greifend, auch das beste Neo Psychedelic Album der letzten 25 Jahre an den Start hievt. Vibravoid, die vor eben 25 Jahren ihr erstes Album veröffentlichten,…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Post Doom • Heavy Psych (47:45; Vinyl, CD, Digital; Blues Funeral Records, 01.09.2025) Hier entweicht uns tatsächlich ein entrücktes 'Om' und wir sind verzückt von der angenehmen Schwere, mit welcher uns Insomniac in andere Universen katapultieren. Writing their songs in the frequency of the earth, the Atlanta-based quintet's sound casts the light on the magic and strange beauty in the balance between unconsciousness and dreams. Alles auf diesem Debüt verläuft in harmonischen Bahnen, nichts wird auf "Om Moksha Ritam" dem Zufall überlassen - auf dass sich langsam eine überirdisch heilige Ruhe ausbreitet. Das ist Heavy in einer anderen Dimension –…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Desert Rock • Stoner (36:27; CD, Vinyl, Digital; Sixteentimes Music, 19.09.2025) Ja, wenn die Götter wüssten … Carson knallen uns hier, auf "When Gods Know Why", mit den krachigsten Stoner seit dem Ende von Kyuss um die Ohren. Mit mächtigen Killerriffs und genügend rauer Atmo, um gehörig Staub aufzuwirbeln, erfinden die Schweizer hier zwar das Rad nicht neu – was auch nie Sinn der Sache war – beeindrucken aber mit knackigen Hooklines und headbangenden Momenten. Sänger und Gitarrist Kieran Jones ist gebürtiger Neuseeländer (und gründete Carson schon einmal in seiner Heimat) und liefert wuchtige Breitseiten, während die Rhythmusfraktion um Elina…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Psychedelic • Ambient • Dream Pop • Shoegaze (42:00, CD, Vinyl, Digital, Jukebox Baby Records, 15.09.2025) Hier begeben sich Morphine Ridges auf die Suche nach Laura Palmer. Auf Albumlänge tauchen die Berliner ein in die düsteren Abgründe solcher filmischen Elaborate wie "Twin Peaks", "Blue Velvet", "Dead Man" oder "Sin City" – von Geisterstädten hin zu der Ästhetik flackernder Neonlichter ist es kein weiter Weg. Das Berliner Quintett inszeniert auf seinem Debütalbum düstere Klanglandschaften voller Tristesse und abgestufter Grautöne, grenzenloser Melancholie und (alp)träumerischer Pedal-Steel. Morphine Ridges erschaffen mit "Bodies And Distance" Soundtracks für fiktive Filme und Serien, die am besten in…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Hard Rock (40:27; CD, Vinyl, Digital; Crispin Glover Records, 12.09.2025) Das ist doch einmal ein guter Ansatz, der bei so manchen veröffentlichungsunwilligen Zeitgenossen zur Nachahmung empfohlen werden sollte – acht Platten in elf Jahren. Nun geht es bei Spidergawd nach der 8 dann auch gleich in Richtung Unendlichkeit – und das mit auf auf Hard Rock basierender Warp-Geschwindigkeit. Veröffentlichte der Trondheim-Fünfer um Hauptsongschreiber, Gitarrist und Sänger Per Borten und Schlagzeuger Kenneth Kapstad (ex-Motorpsycho) mit "VII" das beste Hard-Rock-Album, seit es ein Ding namens Hard Rock gibt, so schaltet man nun nicht etwa einen Gang zurück, sondern optimiert den einmal erhaltenen…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Punk Rock • Garage • Stoner (35:58; CD, Vinyl, Digital; Noisolution/Edel, 12.09.2025) Sechs Platten in neun Jahren, das muss man erst einmal stemmen und egalisieren. Nun soll jetzt nicht eine Band, deren Name an dieser Stelle nicht genannt werden darf und welche alle dreizehn Jahre einmal ein neues Album herausbringt, für die übliche Veröffentlichungspolitik in diesem Metier herhalten. Denn The Great Machine sind schon etwas Besonderes. Und ein wenig anders. Und eben das auch wieder mit "Working Class Anarchist", dem kongenialen Nachfolger des "Funrider", auf dem man sich auch wieder, kurz und knapp, auf seine Punk'n'Garage-Roots bezieht. Vorbei scheinen die…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Synthpop • Electro • Pop (40:03, CD, Vinyl, Digital; Crispin Glover Records/Stickman Records, 25.04.2025/12.09.2025) Das merkt man dieser Band überhaupt nicht an, dass diese sich einst, vor ungefähr 20 Jahren, als Metalkapelle gründete. Aber, einmal in Kontakt mit analogen Synths gekommen, war es um die Norweger geschehen. Man veröffentlichte als Bitch Cassidy 2008 das Album "Sinecure", dass es sich irgendwo zwischen Depeche Mode, frühen Mute-Record-Scheiben und Wolfsheim gemütlich machte. Nun, ganze siebzehn Jahre später, kommt mit "Manners" der Nachfolger. Aus Bitch Cassidy wurde Bingo Crowd, das BC ist geblieben, der Sound in ungefähr auch. Warm umwehen uns analog generierte Synthiesounds…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Post Rock • Alternative • Ambient • Instrumental (42:53; CD, Vinyl, Digital; Pelagic Records/Cargo, 12.09.2025) Wie Phönix aus der Asche erheben sich Barrens mit ihrem zweiten Album, das man eigentlich so nicht für möglich gehalten hätte. Aber die Ruhe nach "Penumbra" war wirklich trügerisch, weil es nun, nachdem über fünf Jahre vergangen waren, tatsächlich weitergeht mit dem Trio aus Malmö. Und das auch noch mit potenzierter Suspense, Energie und Größe. Barrens spielen ihre Songs nicht, sie zelebrieren diese wie heilige Messen, die dann doch hin und wieder von Dunkelheit umgeben werden. "Corpse Light" ist ein Auf und Ab der Stimmungsschwankungen,…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Post Rock • Instrumental (39:58; CD, Vinyl, Digital; Kapitän Platte/Cargo, 05.09.2025) Post Rock in Reinkultur. Das heißt, mit flirrenden Gitarren, einem Auf und Ab an Stimmungsschwankungen und komplett instrumental. Les Dunes aus dem norwegischen Haugesund beehren uns, nach ihrem nach der Band benannten Debütalbum, nun zum zweiten Mal mit einem Bouquet hochatmosphärischer Klangflächen. Die Band besteht aus dem Bassisten Per Steinar Lie (The Low Frequency In Stereo, Action & Tension & Space, Lumen Drones), Schlagzeuger Morten Jackman (Helldorado) und dem ehemaligen norwegischen Fußballprofi Per Andreas Haftorsen an der Gitarre, was in der Konstellation sicherlich auch Charaktereigenschaften einer Supergroup wären. Aber…

Weiterlesen
6.0
Reviews

Heavy Rock • Stoner • Groove Metal (38:13; Digital; Majestic Mountain Records, 01.08.2025) Die Schweden brauchten tatsächlich zehn Jahre, um ihr Debüt fertigzustellen und zu veröffentlichen. Nun könnte man davon ausgehen, dass diese Zeit benötigt wurde, um die nötige Perfektion und Größe auf ein beeindruckendes Niveau zu hieven. Leider fiel das Resultat dann weniger vielversprechend aus. Die acht Songs sind ganz okay, so lala, mehr aber auch nicht, und nach dem pflichtmäßigen dritten Durchlauf von "667788" kann man sich dann wieder dringenderen Dingen zuwenden. Im Dunstkreis von Heavy Rock und Stoner agieren Lommi ein wenig bemüht und schwerfällig, rutschen hin…

Weiterlesen