Atmospheric Black Metal • Black Ambient • Dark Post Rock
(41:44; Vinyl, CD, Digital; Season of Mist; 17.07.2026)
Emptiness wurden 1998 in Brüssel gegründet – damals noch als Death-Metal-Abrissbirne. Von dieser Vergangenheit ist heute nur noch ein fernes Echo übrig. Die Band hat sich längst aus jeder Form von Brüll- und Schreimusik herausgeschält und in eine eigene, unheimliche Klangdimension verabschiedet.
Mit den Vorgängern "Nothing But The Whole", "Not for Music" und besonders "Vide" vollzogen sie eine Ulver-hafte 180-Grad-Wendung. Seitdem stehen sie mit zehn Beinen (zwei pro Bandmitglied) im Avantgarde Metal, irgendwo zwischen Kayo Dot, Maudlin of the Well und Dodecahedron – aber eigentlich neben allem.
"Nowhere Speaks", ihr siebtes Album, führt diesen Weg fort und setzt dort an, wo das 2014er Werk endete. 'Nothing But The Whole (Part 2)' klingt, als hätte jemand ein Stück aus dem Song des gleichnamigen Albums herausgerissen und einfach weiterlaufen lassen.
Mit 'The Threat' und 'Nowhere Speaks' fällt man kopfüber zurück in diese dystopische Klanglandschaft, die erst wie chaotisches Rauschen wirkt und dann langsam jazzige, nervös zuckende Strukturen freilegt. Eingängig ist hier gar nichts – das Album ist so zugänglich wie Astrophysik und Dostojewski.
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Wenn etwas hängen bleibt, dann sind es die Riffs - besonders in 'The Clash Of Forces' - und die geflüsterten, digital zerfledderten Vocals, die klingen, als würde jemand um Mitternacht mit einem Stimmenverzerrer eine Nachricht auf den Anrufbeantworter sprechen.
'Words To Wind' verweigert Groove, Melodie und jede Form von Komfort. Acht Minuten reine Intensität, die eher wie ein Ritual als wie ein Song wirken. Immer wieder drängen sich die Australier von Portal als Vergleich auf – nicht wegen deren Rasenmäherriffs, sondern wegen dieser bedrückenden, klaustrophobischen Stimmung. Eigentlich fehlt nur noch ein Saxophon, wie es Shining aus Norwegen schon mehrfach vergewurstätigt haben.
"Nowhere Speaks" lädt nicht gerade zum Headbangen ein. Und trotzdem besitzt diese Musik eine magische Dunkelheit, eine seltsame Faszination – wie eine Ausstellung surrealer Kunst auf dem Mond. Es ist aber auch nicht so, dass man solche Musik nicht schon mal woanders gehört hat, und deswegen schlägt das Entdeckerherz nicht ganz so hoch. Wer die im Text genannten Bands mag, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. Es könnte sein, dass man es nicht mehr zurückbekommt.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Jeremie Bezier — Bass, Vocals
• Olivier J.L.W. — Guitars, Synths
• Simon L. — Guitars
• Dea Hydra — Synths
• Laye Louhenapessy — Drums
Surftipps:
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Alle Abbildungen stammen von Season Of Mist.


