
Cinematic Postrock • Ambient • Modern Classcial • Shoegaze
(40:58; Vinyl, CD, Digital; n5MD 06.02.2026)
Dieses feine Label veröffentlicht seit Jahren hochqualitative Releases im Spannungsfeld von Ambient, Drone, Postrock und Modern Classical. Alles sehr ästhetisch in seiner Präsentation und dies passt auch zu den feingliedrig, stets sehr atmosphärischen Veröffentlichungen.
Das Projekt um den neuseeländischen Micah Templeton-Wolfe verzaubert mich schon seit Jahren mit seiner fragilen Art von Sounds, immer irgendwo im Niemandsland aus schimmerndem Ambient, sanften Drones und stillem nebulösen Postrock. Auf "Falter" ist man nun um einiges konkreter, emotionaler, musikalisch wesentlich direkter.
Auch hier wird man Freunde von Hammock und Co. ansprechen, gelegentlich akzentuierte Rhythmik durch sanfte Drum-Loops ergänzt sich perfekt zum nebulösen Schwebesound des Musikers. Ähnlich der "Sorrowful Music For The Downhearted" von Pieter Nooten – nur vielleicht ohne dessen ganz tiefe Schmerzpunkte und Klassik-Bezüge – schwebt sich dieses Album wie schon dank des Covers kontemplativ durch die Einsamkeit. Natur, Rückzug, Introspektion, Reflexion, aber auch einen Lichtstrahl mehr an Hoffnung sind auf "Falter" Bezugspunkte und diese lugen hier und da mehr als beim eben genannten Album durch die Wipfel der Bäume.
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Sensibel, zurückhaltend, cineastisch und von beseelter Melancholie geflutet werden auch diese Klänge Emotionen kitzeln, Erinnerungen wecken und einige verschlossene Türen öffnen. 'A Quiet Ruin' ist wahnsinnig zerbrechlich und anmutig, löst einfach wie von alleine Kopfkino aus. Mit sehnsüchtigen Streichern aufgeladen, einem Hauch mehr an Neoklassik wirkt 'Lifelines' wie ein Teil eines wundervollen Soundtracks, bei dem gerade sonnendurchflutend der Tag anbricht. Etwas vibrierende Drone und Shoegaze-Pixel verdichten das emotionale Szenario in genau den richtigen Dynamiken auf den Punkt.
Ähnlich des Lichts vieler Hammock-Tracks liebe ich den kitschfreien Frieden und emotionalen Pathos in den ätherischen Synths – den driftend, stets uneindeutigen Fragmenten – die trotz aller Schwermütigkeit eine Art liebevolle Hoffnung spenden und nach Therapie für diese Welt klingen. Eine wunderschöne, eher kurze Veröffentlichung, die zum Innehalten und Träumen wie geschaffen ist.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Abbildungen: Stray Theories/Bandcamp

