New Artrock • Progressive Rock • Doom Rock
(41:20; Digital; Eigenveröffentlichung; 23.01.2026)
Konzeptionelle Musik für die Tage nach dem Ende der Welt. Mal sehen, wie viel Zeit wir noch bekommen auf dieser Erde und mit dem konsequent melancholischen Artrock des Litauer Musikers kann man sich ohne Umschweife gut fallen lassen.
Ich habe sofortige Deja Vus an das seinerzeit wundervolle Debüt "Sol29" des Italieners Giancarlo Erra mit seinem Projekt Nosound, welches ähnliche Vibes wie gedrosseltes Tempo, Schwermut und diese nicht zu leugnende Pink Floyd-Schlagseite mit sich führte im Sound.
Alles ist von Zurückhaltung, Atmosphäre und Innerlichkeit angenehm umhüllt, federt langsam, kosmisch und stoisch schwermütig mit subtilen Synths, David Gilmour-Akkorden und winterlich ausladender Tristesse.
Die frühen Airbag, manch Porcupine Tree Track der frühen Phase wird hier als offenkundiger Einfluss mit Sicherheit nicht geleugnet. Decoryah, die unterbewerteten finnischen 90s Athmo-Doomster oder auch Tiamat – gerade in ihren balladesk-traumähnlichen Momenten – darf man gern als weitere Inspirationsquelle hinzuaddieren. Im dritten Song 'Rodos, taip paprasta' zeigt der Musiker, wie liebevoll subtil diese sanften Schwebe-Parts die Sinne rühren – da ist für die Zukunft einiges Potential. 'Senis Ir Jüra' hat wunderschön melodische Sequenzen, inklusive Meeresrauschen und viel Sehnsucht – definitiv mein Liebling auf diesem Album.
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Dass der Musiker in seiner Heimatsprache agiert, ist ähnlich manch polnischer Artrock-Band ein eher passend funktionierender Gimmick, sind die müden Vocals eher als ein weiteres Schräubchen in den epischen Balladen eingebaut. Letztlich darf hier jeder Hörer selbst entscheiden, wie für ihn diese eigenwilligen, sehr persönlichen Vocals funktionieren oder eben nicht.
Nichts tut weh, überfordert gar und dass hier noch jemand am Anfang steht, hört man natürlich unweigerlich raus – nichtsdestotrotz bleibt hier qualitativ über die knapp 41 Minuten ein dichter Flow garantiert, sodass irgendwelche größeren atmosphärischen Störungen, gar kompositorische Schwankungen nicht wirklich eingeplant werden müssen. Ganz zum Ende geht zwar etwas die Luft raus, aber insgesamt wird dieses Album für Freunde des eher schwermütigen Artrock mit floydesken Einflüssen im Gitarrenspiel eine Option darstellen.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Abbildungen: Tautvydas Nagorskas/Bandcamp

