Symphonic Rock • Art Pop
(66:13; CD, digital; Eigenproduktion; 12.12.2025)
Dem Italo-Prog Fan ist der Name Elisa Montaldo vermutlich geläufig, war sie doch entscheidend am Sound der Band Il Tempio delle Clessidre beteiligt, die aber seit vielen Jahren nicht mehr aktiv ist. In der Zwischenzeit sind einige Soloalben von ihr erschienen, so sind beispielsweise ihre beiden "Fistful Of Planets" auf diesen Seiten bereits empfohlen worden.
Mit "Looking Back Moving Forward" ist ihr nun ein großartiges Werk gelungen, das irgendwo zwischen Symphonic Progressive Rock und Art Pop anzusiedeln ist, wobei gerade die sehr intensive Atmosphäre, die viele Songs ausstrahlen, ein Charakteristikum des Albums darstellt.
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Schon der achtminütige Auftaktsong 'Raining Solitude' zeigt, wohin die musikalische Reise geht, wie die Mischung aus Symphonic Prog und Art Pop gedacht ist. Das Klavier spielt eine zentrale Rolle in den Kompositionen. In den Phasen, in denen sie zeigt, dass sie aus der Progressive Rock Szene stammt, kommen typische Elemente wie Mellotronchöre – wie zum Beispiel im Opener – zum Einsatz. Doch die Qualität des Albums auf die Tasteninstrumente zu reduzieren, wäre ein Ignorieren der vielen wunderschönen Gesangsmelodien, die dieses Album enthält. 'Alone Or Not (Modern Vampire)' ist ein gutes Beispiel hierfür, beinahe schon ein Radiokompatibler Hit. Gegen Ende des Songs erinnert der Gesang fast schon ein bisschen an Annie Haslam, die Melodie bohrt sich in die Gehörgänge und erzielt nachhaltige Wirkung. Plötzlich bricht es dann kurz völlig aus, wird ziemlich schräg - für eine Überraschung ist Elisa Montaldo also immer gut.
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Ein weiteres Element, das schon auf früheren Alben zum Tragen kam, ist ihre Vorliebe für asiatisch anmutende Klänge, was sie dann auch an entsprechend exotischem Instrumentarium auslebt (siehe unten). Auch dies ist hier ein wichtiger Faktor, und auch auf diesen Tracks sind wunderschöne Melodien zu hören. Nach den ersten sieben Titeln, auf denen u.a. der großartige Il Tempio Sänger Francesca Ciapica und sein Bandkollege Mattias Olsson (auch Änglagård) mitwirken, werden einige Themen in einer Reihe von Instrumentaltiteln wieder aufgegriffen, zusammengefasst unter dem Titel 'The Dreamcore Bubble'. Deren letzter Part lässt Progfans aufhorchen, zumal Gitarrist Giacomo Castellano ein feines Gitarrensolo beisteuert. Abschließend folgt noch der betörend schöne Titelsong, auf dem als Gast Barbara Rubin an der Geige zu hören ist.
Ein ungemein charmantes Album mit ganz eigener Atmosphäre! Toll!
Bewertung: 13/15 Punkten

Besetzung:
• Elisa Montaldo - lead and backing vocals / piano / keyboards / sound effects / noises / synthesizers / arrangements / autoharp / native American flute / Chinese hulusi flute / acoustic lyra / acoustic mandolin / African percussion / koshi carillon / monkey puppet kick / Rhodes piano / Roli seaboard
• Mattias Olsson - drums
• Francesco Ciapica - backing vocals
• Barbara Rubin - viola / backing vocals
• Carmine Capasso - guitar / santur / sitar / theremin
• Carlo Guardamagna - bass / guitar
• Giacomo Castellano - electric guitars / electric sitar
Surftipps:
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Abbildungen: Elisa Montaldo

