Symphonic Rock • Melodic Rock
(36:00; CD, Vinyl, digital; Eigenproduktion/Just For Kicks; 14.11.2025)
Ein sehr eigenwilliger Name, den sich der amerikanische Gitarrist und Sänger Craig Maher für sein Projekt da ausgedacht hat. Vielleicht wollte er sichergehen, dass es nicht bereits eine andere Band gleichen Namens gab, für den Fall war es sicherlich eine gute Wahl. Und auch die Promoversion, die zur Verfügung gestellt wurde, war ungewöhnlich, da musste man erst mal rausfinden, dass sich ein Stick in dem interessant aufgemachten Teil steckte.
Maher macht bereits seit über 30 Jahren Musik und verfügt über entsprechende Erfahrung. Hellhörig macht die Liste der beteiligten Musiker, denn das ist ohne Ausnahme Yes-DNA. Doch bevor irgendein Herzinfarkt ausgelöst wird, sofortige Entwarnung dahingehend, dass es sich bei zwei der drei Mitmusiker um die Rhythmusfraktion Billy Sherwood und Jay Schellen handelt. Also nicht unbedingt die Musiker, die man als langjähriger Yes-Fan als Erste nennen würde, die unbedingt neugierig machen, dafür waren deren andere Projekte (Beispiel Arc of Light) viel zu gewöhnlich, und Yes reißen einen ja nun auch nicht mehr vom Hocker. Aber da ist ja noch ein Dritter im Bunde, und dessen Beteiligung dürfte durchaus eine veritable Überraschung sein: Patrick Moraz. Wann haben wir den zuletzt in einer Band erlebt? Was also erwartet uns hier?
Die schlechte Nachricht: den begnadeten Schweizer Keyboarder kann man kaum raushören, keinerlei für ihn typische Tastenarrangements. Der Rezensent wäre niemals darauf gekommen, dass es hierbei um Moraz geht, zumal die Tasten hier eindeutig nicht im Vordergrund stehen.
Die gute Nachricht: trotzdem ist dies eine schöne, wenn auch reichlich kurze Scheibe. Nach einem instrumentalen Intro, das noch offen lässt, ob es Richtung Symphonic Prog oder Melodic Rock geht, kommt mit 'Vitruvian' der mit sieben Minuten Laufzeit längste Titel des Debütalbums, und auch der erste Auftritt von Maher als Sänger. Und der ist absolut gelungen, er macht als AOR Sänger eine sehr gute Figur, und so entwickelt sich das Ganze in Richtung Melodic Rock - am Ende horcht man kurz auf, als ein Spinett ins Spiel kommt. Klasse Song, bei dem die Mischung aus Symphonic Prog und Melodic Rock gut funktioniert.
Die Gesangsarrangements sind gut gelungen, und natürlich hört man da den Einfluss von Billy Sherwood heraus.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mit 'Onward, Love' und 'Reaching Beyond' enthält das Album zwei Singles, die bereits im Jahr 2021 veröffentlicht wurden, bis zur Realisierung des full-time Albums hat es also eine Weile gedauert. Erstgenannter Song klingt recht Yes-lastig und hat - ebenso wie einige andere Songs - sehr schönes Gitarrenspiel im Angebot. Auch 'Into The Night' zeigt das Talent Mahers für interessant gestalteten Melodic Rock, wo auch mal Fusionparts enthalten sind, und auch Moraz kann man dann doch mit etwas Phantasie erkennen, wenn er zu einem leichten jazzigen Synthi-Part ansetzt.
Sehr schön auch das leider recht kurze Duett von Maher an der akustischen Gitarre und Moraz an den Tasten. Und nach mehreren Durchläufen muss sich der Schreiberling korrigieren - Moraz steuert doch einige sehr schöne Parts bei - aber eben recht dezent.
"Luminous Voyage" ist ein feines Album, das mit der Zeit wächst!
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Craig Maher - vocals / guitars / cover art work design
• Billy Sherwood - bass / backing vocals / producer
• Jay Schellen - drums
• Patrick Moraz - keyboards
Surftipps:
• Homepage
• bandcamp
• YouTube
Abbildungen: exo-X-xeno

