
Post Punk
45:23; Vinyl, CD, Digital; Domino Recording Co.; 25.09.2026)
Mit ihrem mittlerweile siebten Album rechnet die Band um Mastermind Joe Casey mit den aktuellen Zuständen in Nordamerika ab. Und das nicht zu knapp. "Hotel Usona" steht für 'United States Of North America', beinhaltet sieben Tracks in sieben verschiedenen Hotelzimmern und in jedem dieser Zimmer liegt eine fette Abrechnung mit ihrer Heimat.
Diese Abrechnung ist nicht nur textlich, sondern auch musikalisch eine Abreibung. Wer als Opener mal in den sechsten Song 'Feed The Sewer' als Appetizer hinein hört, der wird schier erschlagen von der Wucht des Tracks. Die Band wurde bereits 2007 in Detroit mitten in einer bis heute andauernden Krise der amerikanischen Automobilindustrie gegründet und hält den Verantwortlichen den Spiegel vor, schreit ihr Entsetzen über die politischen Verhältnisse der einstigen Weltmacht geradezu martialisch heraus. Besonders der Schlusstrack 'Checking Out', ein sehr passender Titel, verdeutlicht mit seiner Hektik und seinem Sprechgesang sehr deutlich die Situation von Millionen Amerikanern in ihrem einst so stolzen Land. Das tut in der Seele weh, wenn gestandene Männer ihre Wut über die Obrigkeit so hinaus schreien.
Dass die Texte also wenig Gutes über den Zustand ihres Heimatlandes aussagen ist aber nur die halbe Miete. Denn die Tracks müssen kompositorisch und von den Arrangements her natürlich auch passen. Aufgenommen im Schmelztiegel New York mit Produzent Dave Fridmann, der auch mit Nick Cave und den Flaming Lips arbeitet, hat die Band ihre Tracks alle gemeinsam geschrieben. Dass 'Hotel Usona' keine leichte Kost für den Normalhörer darstellt sollte man schon im Hinterkopf haben, denn ihre Songs sind stets etwas sperrig und weit entfernt von Mainstream. So hauen sie schon mal gerne unvermittelt in vermeintlich ruhigeren Momenten harte Sequenzen rein um ihre Wut auf die Zustände in ihrem Land akustisch darzustellen. Rein textlich aber ist bereits genug Zündstoff in ihren Songs und man arbeitet sich an JD Vance, bewaffnetem Patriotismus, Ausweisungen von seit Jahrzehnten in den USA lebenden Personen oder einfach dem fehlenden Mut ihrer Landsleute sich gegen die aktuelle Politik zur Wehr zu setzen ab.
Wer schon lange kein Album mehr mit einer klaren Botschaft an die Mächtigen in der Welt gehört hat, der sollte beide Ohren riskieren. Die Wut in ihren Songs ist zwar teilweise schwer zu ertragen, aber gemäß ihren Texten ist das im Vergleich zum aktuellen Leben in den Staaten mehr als gerechtfertigt.
Ein politisches Album gegen Korruption, Machtgelüste, soziale Diskrepanzen und Intrigen. Wer nach dem Durchlauf und dem letzten Song 'Checking Out' nicht an Revolution denkt, der muss schon sehr zufrieden sein mit der aktuellen Politik in der Welt......
Ein Album wie der momentane Zustand unseres Planeten. Düster, dystopisch und teilweise martialisch.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Abbildungen: Protomartyr/Bandcamp

