
Indie Rock • Alternative Rock • New Wave • Folk Rock
(48:34; Vinyl, CD, Digital; Play It Again Sam; 30.10.2026)
Editors haben auf "EBM" noch mit DAF, Nitzer Ebb und Front 242 im Industrial-Keller ausgeharrt, wo stoische Beats, kalte Elektronik und die gothrockige Dramatik von The Sisters Of Mercy den Ton angaben. Auf "Surface, Echo & Sound" legen sie nun wieder mehr Holz statt Strom auf die Werkbank. Echo & The Bunnymen und The Smiths stehen Pate für die melancholische Gitarrenseite, Fischer-Z für den melodischen New Wave, während New Model Army und The Levellers etwas Erdiges ins Spiel bringen. Duran Duran und Roxy Music steuern eine Prise Eleganz und Pop-Appeal bei. Als hätten Editors den Maschinenraum verlassen und draußen festgestellt, dass es neben Gitarren auch noch Mandolinen gibt.
Der akustisch ausgedünnte Auftakt lässt bereits erahnen, wohin die Reise geht. Das gefällige 'Call It In' reißt dabei noch nicht unbedingt die Tür aus den Angeln.
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'The Rush' mit seiner Mandoline und der bittersüßen Melodik dagegen schon eher.
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Auch 'Rescue' profitiert von der organischen Instrumentierung und dem hymnischen Refrain, wobei Tom Smiths Gesang stellenweise an Michael Stipe von R.E.M. erinnert. Die Verbindung aus melodischem Alternative Rock und der leicht rauen, expressiven Stimmführung passt bestens zu diesem Song, der weniger auf elektronische Wucht als auf eine weit ausschwingende Melodie setzt. 'Shadow' hingegen entfaltet seine Melancholie erfreulich unaufgeregt, statt gleich den emotionalen Weltuntergang auszurufen. 'Real' zieht eher unauffällig vorbei, bevor 'Happiness' etwas mehr Zug entwickelt und 'Much Love' mit Groove und New-Wave-Pop-Appeal daran erinnert, dass man auch mit dunkler Frisur das Tanzbein schwingen darf. 'Butterfly Wings' hält die folkige Seite am Leben, 'Seriously' überzeugt mit einer Melodik nahe bei Duran Duran.
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Und 'The Hills We Died Upon' lässt das Album mit akustischem Indie-Folk und einer angenehmen Singer-Songwriter-Note ausklingen – zurückgenommen, melancholisch und ohne den Drang, zum Schluss noch einmal die große Dramamaschine anzuwerfen. Die Mischung aus melancholischem Gitarrenpop, Folkrock und dunkler Editors-Grundierung funktioniert offenbar besser als der elektronische Muskelaufbau des Vorgängers: weniger Clubkeller, mehr Fenster auf, ohne gleich die Schwermut zum Sperrmüll zu erklären.
"Surface, Echo & Sound" ist keine Rückkehr zu den Editors der Anfangstage, sondern eine Neujustierung ihrer Mittel. Die Songs dürfen wieder atmen, die Gitarren übernehmen mehr Verantwortung, und die Elektronik muss nicht länger jeden Winkel ausleuchten. Ein Hit vom Kaliber 'Papillon' ist nicht dabei, muss es aber auch nicht sein. Statt auf den nächsten großen Knalleffekt zu schielen, setzen Editors auf ein abwechslungsreiches Album, das nicht jede Überraschung aus dem Hut zaubert, aber seine organischere Ausrichtung überzeugend ausspielt. Nach dem maschinellen Dauerpuls von "EBM" steht der Band dieser Schritt ins Offene durchaus gut.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Besetzung:
• Tom Smith - Gesang, Gitarre, Piano, Mandoline
• Russell Leetch - Bass, Synthesizer, Hintergrundgesang
• Ed Lay - Schlagzeug, Percussion, Hintergrundgesang
• Justin Lockey - Gitarre
• Elliott Williams - Keyboards, Synthesizer, Gitarre, Hintergrundgesang
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von PIAS zur Verfügung gestellt.

