
Black Metal • Symphonic Black Metal • Post Metal • Blackgaze
(22:58; Vinyl, CD, Digital; Roadrunner Records/Warner Records; 12.10.2026)
Mit "Sunbather" haben Deafheaven 2013 den Blackgaze entscheidend geprägt. Dass die Kalifornier auch anders können, bewiesen sie spätestens mit "Infinite Granite", auf dem sie das "Black" aus dem Genre nahezu vollständig verbannten. "Lonely People With Power" holte 2025 die alten Härten zurück, und auf der EP "At Work In The Fields Of The Bomb" wird nun auch das letzte bisschen "Gaze" entsorgt.
Schon 'Hunter' knüpft dort an, wo Deafheaven mit 'Black Brick' vor sieben Jahren aufgehört hatten. Rasende Blastbeats, eisige Tremolo-Gitarren und George Clarkes infernalisches Gekeife lassen kaum Zweifel daran, dass die Kalifornier noch immer kompromisslosen Black Metal beherrschen. Die theatralische Wucht erinnert an Rotting Christ, die frostige Atmosphäre an Emperor. Blaze statt Gaze – und das mit einer Konsequenz, die nach dem stilistischen Schlenker von "Infinite Granite" nicht unbedingt zu erwarten war.
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Auch 'Sorry Laid The Hearth' steht dem Opener in Sachen Bösartigkeit in nichts nach. Auf knapp 13 Minuten hält das Stück seine finstere Spannung aufrecht, bevor es in den letzten fünf Minuten in eine noiseartige Kakophonie abdriftet. Boris treffen Sonic Youth, nur dass hier offenbar niemand mehr vorhat, die Trümmer anschließend aufzuräumen.
'Three Princes' sorgt für eine kurze Verschnaufpause. Das atmosphärische Instrumental könnte mit seinen ausladenden Klangflächen ebenso gut auf einer Veröffentlichung von Godspeed! You Black Emperor stehen, während die melancholisch-progressive Note stellenweise an Porcupine Tree erinnert.
Der Titel der EP geht auf Robert Del Tredicis Fotobuch aus dem Jahr 1987 zurück, das die alltäglichen Orte und Menschen hinter der Produktion von Atomwaffen dokumentiert. Der Gedanke, dass Katastrophen aus scheinbar gewöhnlichen Abläufen entstehen können, passt zur kalten, unerbittlichen Atmosphäre der Musik, ohne dass Deafheaven daraus ein plumpes Weltuntergangsszenario machen.
"At Work In The Fields Of The Bomb" ist eine konsequente Weiterentwicklung der jüngsten Rückkehr zur Härte. Das Monster, das auf "Infinite Granite" noch unter den Dreamscapes lauerte und auf "Lonely People With Power" wieder hervorkroch, muss sich diesmal nicht mehr verstecken. Deafheaven liefern knapp 24 Minuten schwarzmetallische Urgewalt und beweisen einmal mehr, dass sie sich von ihrem Ruf als Blackgaze-Pioniere nicht in eine musikalische Komfortzone drängen lassen.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• George Clarke - Gesang
• Kerry McCoy - Gitarre, Bass
• Shiv Mehra - Gitarre, Keyboards
• Chris Johnson - Bass
• Daniel Tracy - Schlagzeug
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Abbildungen: Deafheaven

