
Desert Blues • Weltmusik • Nordafrikanischer Folk
(44:02; Vinyl, CD, Digital; City Slang; 16.01.2026)
Das vierte Album der seit 2006 bestehenden Band aus Algerien bleibt ihrem Sound weitgehend treu, hat aber mit dem Franzosen Emile Papandreou der Band UTO einen Mann an
Das vierte Album der seit 2006 bestehenden Band aus Algerien bleibt ihrem Sound weitgehend treu, hat aber mit dem Franzosen Emile Papandreou von der Band UTO einen Mann an Bord geholt, der allerlei elektronische Akzente setzt. Die zum Stamm der Tuareg gehörenden Musiker haben den größten Teil ihres Albums zwar in Paris aufgenommen, arbeiteten aber auch mit vielen Freunden in ihrem eigenen Studio in Algerien.
Obschon sie musikalisch und auch instrumental tief in ihrer Heimat verwurzelt sind, benutzen sie dennoch auch moderne Instrumente wie E-Gitarre oder Synthies. Dazu wird ausschließlich in ihrer Muttersprache Tamasheg gesungen, was ihre Musik noch authentischer macht. Und trotzdem ist sie auch für westliche Ohren gut geeignet, da ihre Sprache sehr musikalisch klingt. Es ist ähnlich wie beim Italienischen, das ich auch nicht beherrsche, aber durch die Musikalität der Sprache sehr gerne höre. Ich habe mich deshalb einmal über die Texte informiert und konnte in Erfahrung bringen, dass viele davon politisch motiviert sind, andere sich mit den Nachfolgen der Coronapandemie befassen und wiederum andere schlicht die Liebe zum Thema haben.
Die Produktion der Musik und vor allem die Kompositionen klingen trocken wie Wüstensand und wecken den Drang nach Freiheit und Lebensfreude. „Essam“ bedeutet in der Tuareg-Sprache „Blitz“, und das Bild eines Gewitters mit Blitzen taucht dann auch schon mal im Kopf auf. Dazu kommt eine gelungene Aufnahmetechnik mit hervorragendem Klang, wobei besonders die Akustikgitarre und die Percussion richtig geil klingen. Dass sie international mittlerweile eine große Fanschar aufgebaut haben, veranlasste beispielsweise einen Damon Albarn von Blur dazu, spontan an einem Track mitzuarbeiten. Oft ist das Ganze sehr rhythmisch aufgebaut, manchmal aber auch traurig und anklagend. Die Mischung der einzelnen Tracks ist jedenfalls gelungen, und der Hörer dürfte keine Probleme haben, die Dreiviertelstunde entspannt und aufmerksam zu verfolgen.
Wer immer schon wissen wollte, wie in Nordafrika folkig-progressive Musik in einem modernen Gewand klingt, sollte hier einmal reinhören. Die einzelnen Tracks sind abwechslungsreich, bieten aber dennoch einen wunderbaren Flow. Dass man nebenbei noch wunderbar klingende afrikanische Instrumente entdeckt, rundet die ganze Sache perfekt ab.
Bewertung: 11/15
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Abbildungen: Imarhan/Bandcamp

