
Progressive Metal • Post Metal/Rock • Instrumental
(43:48; Vinyl, Digital; Eigenveröffentlichung; 27.03.2026)
Mit dem Produzententeam Chris Edrich (TesseracT, Leprous, The Ocean, Devin Townsend) und Pierrick Noel (u.a. Alcest und Klone) wird hier für ein Debüt schon mal ordentlich geklotzt und eines vorweg: Dies hat sich für das junge instrumentale Trio aus Rostock in jedem Falle ausgezahlt.
Natürlich braucht es auch das nötige Material dazu, und jeder der sieben Tracks weiß mit atmosphärischen Spannungsbögen, massiven Riff-Bergen, kleinen Spielereien und Einflüssen der eben benannten Genre-Größen die Aufmerksamkeitsspanne jederzeit positiv zu triggern.
Mechanische, fast Djent-artige Riff-Attacken im Meshuggah-Rhythmus – ruhige, melancholische Akkorde, sanfte Passagen, ein liebliches Saxophon und viele temporäre Synth-Schichten sind die Würze des Bandsounds, der dadurch nie seinen Flow einbüßt oder gar zu verkopft aufspielt. Stattdessen drückt die Band im Fundament mit steter Verdichtung, einem sehr präsenten Gitarrenspiel, und die dystopische Aura in den Melodien erklärt dann wie von alleine das Konzept über Licht und Dunkelheit.
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Flächige Rhythmik – mit schön akzentuiertem Bass- und Gitarrenspiel - federnde Drums und schneidend-progressive Grooves in 'Sunfall' leben von ihrer ahnenden, etwas düsteren Bildlastigkeit, das gerade besprochene "Third" von den anderen "deutschen Hochkarätern" von A Cosmic Trail ist da überhaupt nicht so weit entfernt.
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Mich erinnern der weiche, nichtsdestotrotz maximal kompakte Druck auf den Instrumenten und die progressive Dynamik an Katatonia zur "The Great Cold Distance"-Zeit. Der weiche, aber trotzdem dominante Anschlag auf den Kesseln schwingt wunderbar warm und fern von nur technischer Zurschaustellung. Die Single 'Descend • Disperse' schleppt und schaukelt sich vertrackt, verträumt mit schönen Dynamik-Verschiebungen in eine gut pointierte Wall of Sound auf – hier zeigt die Band ihr Potential für perfekt skizzierte atmosphärische Räume.
Die massiven Riffs und Grooves bekommen Platz und werden zum Glück nie zu statisch, zu polyrhythmisch, zu mathematisch. Stattdessen sorgen fast poppige Synths für originelle Farbtupfer – alles atmet tief aus, bekommt gestalterischen Platz. So treibt man auch im balladesk angehauchten 'Heliotrope' in sphärisch-entrückten Grooves, bäumt sich an der richtigen Stelle nachhaltig auf und fällt immer wieder in dunkle Prog-Verschachtelung zurück. Kosmische Synths-Effekte, ein stilles Piano-Intro in 'Ecliptic' erzeugen Score-nahe Stimmungsbilder, während fließend melancholische Parts immer wieder zum träumen einladen.
Es geht somit immer über komplette Album-Länge abwechslungsreich, atmosphärisch, kraftvoll und proggy zu, ohne auf irgendwelche Platitüden, anstrengende Stilistika zurückzugreifen. Der Flow von "Of The Radiant Void' hält sich konstant, die Produktion ist maximal transparent und voller kleiner banddienlicher Details, sodass man für ein Debüt wohl von einem maximalen Treffer sprechen muss.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Konstantin Leschke - Bass & Synthesizer
• Raphael Wittenburg – Schlagzeug
• Oliver Lusga - Gitarre
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Thoughts zur Verfügung gestellt.


