Neoprog • Melodic Rock
(66:06; CD, digital; OSKAR Records/Just For Kicks; 14.11.2025)
Die holländische Formation Leap Day existiert bereits seit 2008 und bringt regelmäßig Alben heraus, die allesamt im Neoprog Bereich zu verorten sind. Das aktuelle Werk "When Gravity Wins" ist Album Nummer Sieben in ihrer Diskographie. Die beteiligten Musiker sind zum größten Teil schon durch anderweitige Aktivitäten in der Neoprog Szene bekannt.
So die beiden Flamborough Head Musiker Eddie Mulder (auch bei Trion und als Solokünstler ausgesprochen veröffentlichungsfreudig) und Koen Roozen (Schlagzeug), oder Keyboarder Derk Evert Waalkens von King Eider. Das Line-Up ist über die Jahre einigermaßen konstant geblieben. Auf dem neuen Album hat es allerdings eine nicht unwesentliche Veränderung gegeben, denn mit Roelof Beeftink hat ein neuer Sänger die Rolle des Frontmannes übernommen.
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Auf dem Opener 'Void' (was in diesem Fall für "Voices Over Infinite Disputes" steht) startet er gleich mit einer recht eigenwilligen Performance, die zum Glück aber im weiteren Verlauf in dieser Form keine Wiederholung findet. Mit 6:32 Laufzeit ist dies tatsächlich der kürzeste Titel des Albums – man lässt sich also viel Freiraum bei den Kompositionen. Das nachfolgende 'Viral Cage' ist eine rein instrumentale Prognummer, auf der hauptsächlich die elektrische Gitarre das Sagen hat und die Keyboards typischen Neoprog Sound beisteuern. 'Winter' entwickelt sich spätestens auf halber Strecke zu einer feinen melancholischen Ballade, der mit der Trompete ein besonderer Farbtupfer aufgesetzt wird. Mit 'Falling Star‘ (12:32) folgt der erste Song jenseits der 10-Minuten Marke. Mittlerweile hat man sich an die gelegentlich etwas rauchige Stimme gewöhnt, wenngleich das bisweilen etwas Rotzige nicht wirklich zu gefallen weiß – wie beim nachfolgenden 'Wrinkles', ansonsten ein schöner Titel mit einigen schönen Tastenarrangements.
Das "Magnum Opus" folgt aber noch zum Abschluss mit dem 22 ½ minütigen 'Pride Before The Fall', bei dieser Länge logischerweise ein Kernstück des Albums. Auch dieser Song bietet typischen Neoprog nach Leap Day Machart, wobei die Zeit für einige feine instrumentale Ausarbeitungen genutzt wird. Insgesamt pendelt man zwischen gewohnter Routine mit eher überraschungsarmen Arrangements und einigen gut gelungenen Parts.
Leap Day liefern die von ihnen gewohnte Kost ab und auch eine weitere bemerkenswerte Konstante ist geblieben: wie bei allen früheren Veröffentlichungen ist es auch diesmal das polnische OSKAR Records Label, das das Album auf den Markt bringt – eine offensichtlich fruchtbare und für beide Seiten zufriedenstellende langjährige Zusammenarbeit.
Bewertung: 9/15 Punkten
Besetzung:
• Roelof Beeftink - lead and backing vocals
• Gert van Engelenburg - keyboards / backing vocals
• Eddie Mulder - guitars / backing vocals
• Koen Roozen - drums
• Harry Scholing - bass guitar
• Derk Evert Waalkens - keyboards / backing vocals / trumpet / percussion
Surftipps:
• Homepage
• bandcamp
Abbildungen: Leap Day / OSKAR Records

