Bloodbath – Survival Of The Sickest

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Blodbath - Survival Of The Sickest (Napalm Records, 09.09.22)(46:17; Boxset, Vinyl, CD, Tape, Digital; Napalm Records, 09.09.2022)
Gegründet vor fast einem viertel Jahrhundert galt Bloodbath schon 1998 als Supergroup des schwedischen Heavy Metal. Und auch Progger können heute aufhorchen, wenn sie die Namen der Gründungsmitglieder hören, denn deren Stammbands werden heute ausnamslos dem Prog Metal zugeordnet. Die Herrschaften zählen heute teils zu den Granden des Prog:
Jonas Renkse (Katatonia, Wisdom of Crowds)
Mikael Åkerfeldt (Opeth, Storm Corrosion)
Dan Swanö (Edge Of Sanity, Nightingale, Witherscape)
Anders Nyström (Katatonia)

Blodbath - Survival Of The Sickest (Napalm Records, 09.09.22)

Doch wer hinter Bloodbath eine weitere Progressive-Metal-Formation erwartet, der hat die Rechnung ohne die todesbleierne Vergangenheit von Opeth, Edge Of Sanity und Katatonia gemacht. Denn wie der Bandname schon vermuten lässt, widmet sich die Truppe genau jenem Death Metal, von dem sich die Hauptbands der Protagonisten größtenteils abgewendet haben. Swanö und Åkerfeldt sind übrigens schon seit mehreren Jahren nicht mehr bei Bloodbath dabei und wurden durch Tomas Åkvik (Lik), Martin Axenrot (Ex-Opeth) und Nick Holmes (Paradise Lost) ersetzt und ergänzt. Und obwohl v.a. Opeth und Katatonia in den letzten Jahren immer sanfter und progressiver wurden, haben sich Bloodbath mit ihrem neuesten Album in die gegenteilige Richtung entwickelt.

Denn wo auf dem 2018er “The Arrow of Satan Is Drawn” noch Ansätze von progressiven Strukturen zu finden waren, gibt es auf dem aktuellen “Survival Of The Sickest” erbarmungslosen Death Metal der ganz ganz alten Schule. Denn nicht nur Nick Holmes klingt gesanglich so, als wäre “Lost Paradise” (1990) erst vor Kurzem aufgenommen worden, auch Renske und die übrigen Mitstreiter lassen die Entwicklungen von Katatonia und Opeth der letzten 20 Jahre vergessen. Ein Album wie aus einem Parallel-Universum, in welchem progressive Elemente niemals existierten und das Beste aus Schweden-Death und floridanischem Death Metal zusammengeführt wurde.

Dass man für diese Aufnahme dann auch noch Genre-Größen wie Napalm-Death-Frontmann Barney Greenway (!), Ex-Morgoth-Sänger Marc Grewe und Luc Lemay von den kanadischen Gorguts verpflichten konnte, macht diese Platte für Fans des klassischen Death Metals zum Pflichtprogramm. Progger allerdings bleiben bei diesem Album zu 100 Prozent auf der Strecke. Selbst dann, wenn sie sich über die Jahre mit alten Opeth und Katatonia haben anfreunden können. Denn “Survival Of The Sickest” ist so krank, hässlich und furchteinflößend wie Death Metal auch nur irgendwie sein kann. Gesunde Menschen werden das wohl nicht überleben.
Bewertung: 10/15 Punkten (FF 10, MK 10, KR 11)

Blodbath - Survival Of The Sickest (Napalm Records, 09.09.22)

Credit: Ester Segarra

Besetzung:
Nick Holmes – Vocals
Anders Nyström – Guitar
Tomas Åkvik – Guitar
Jonas Renkse – Bass
Martin Axenrot – Drums, Percussion

Gastmusiker:
Barney Greenway (Napalm Death) Meriden, England
Luc Lemay (Gorguts) Sherbrooke, Kanada
Marc Grewe (Morgoth) Meschede, Deutschland

Diskografie (Studioalben):
“Resurrection Through Carnage” (2002)
“Nightmares Made Flesh” (2004)
“The Fathomless Mastery” (2008)
“Grand Morbid Funeral” (2014)
“The Arrow of Satan Is Drawn” (2018)
“Survival of the Sickest” (2022)

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Festivalbericht W:O:A 2015
Rezension “Resurrection Through Carnage” (2002)

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Napalm Records zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Bloodbath – Survival Of The Sickest

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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