Ryo Okumoto – The Myth of the Mostrophus

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Ryo Okumoto - The Myth of the Mostrophus (IOM/Sony, 29.07.22) COVER(60:17, Ltd. CD Digipack, Digital, Gatefold 2 LP + CD, InsideOut Music, 2022),
Zu Spock’s Beard muss an dieser Stelle nicht viel gesagt werden, dafür gibt es zum langjährigen Keyboarder der Band Ryo Okumoto allerdings erfreuliche Neuigkeiten zu vermelden. Der Japaner stellt 20 Jahre nach seinem letzten Studioalbum sein neues Solo-Werk „The Myth of the Mostrophus“ vor. Die Liste der honorigen Begleitmusiker, die sich zum Teil aus früheren und auch aus aktuellen Spock’s Beard-Mitgliedern zusammensetzt, lässt schnell erahnen, was einen da an Qualität erwartet. Geht es doch um Größen wie Michael Sadler, Steve Hackett oder Marc Bonilla, um nur einige zu nennen. Diese geballte Musikalität verspricht mit ihren sechs Songs und mehr als einer Stunde Progressive Rock der feinsten Güte, ein weiteres 2022iger Highlight zu werden.

Dass Ryo Okumoto zu den unterhaltsamsten und einflussreichsten Künstler der Prog-Szene gezählt werden kann, dürfte kein Geheimnis mehr sein. Mit seiner Teilnahme bei ProgJect erweist er gemeinsam mit seinen bekannten Mitstreitern den altehrwürdigen Urvätern des Progs alle Ehren und kann auch dort seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellen. Ein Soloalbum hingegen bietet weiteren Freiraum, sich und seine Ideen und vor allem die eigene Virtuosität im Höchstmaß auszuleben. So geschehen auf „The Myth of the Mostrophus. Mit sehr viel Leidenschaft und einer großen Portion Hingabe bedient Okumoto seine Tasteninstrumente und kreiert dabei einen satten, dynamischen Sound mit einprägsamem Synthie-Passagen.

Das Album lebt allerdings nicht alleine von den sanften bis kraftvollen Keyboardpassagen und der illustren Rhythmusbesetzung. Auch der Gesang übernimmt dabei tragende Rollen. Qualitativ spielt dabei keine Rolle ob Ted Leonard, Jimmy Keegan oder Saga-Frontmann Michael Sadler die Gesangspartien übernimmt. Bei aller Energie und Spannung die Ryo Okumoto mit dem Album verbreitet, legt er stets viel Wert auf eine melodische Umsetzung, eingebettet in viele harmonische Momente, wie zum Beispiel bei den Stücken ‘Maximum Velocity’ und ‘Chrysalis’. Einer der Höhepunkte ist der Titelsong ‘The Myth of the Mo.strophus’, einem 22 minütigen Epos, der alles beinhaltet was modernen Progressiv Rock ausmacht. So sind es auch die warmen Piano- und Violinenklänge, die eingestreuten Akustikgitarren und ein durchdachtes Saxophon Solo, die das Album wohltuend abrunden.

Erhältlich ist das Album in den üblichen Formaten, als limitiertes CD Digipack, Digital oder auch als Gatefold 2 LP + CD Variante.

Spock’s Beard-Freunde und alle anderen, die auf der Suche nach Neuem sind, aufgepasst, denn mit „The Myth of the Mostrophus“ liefert Ryo Okumoto genau das ab, was Progressive Rock bieten soll. Freude, gute Kompositionen und eine Menge Qualität bis zum letzten Ton.
Bewertung: 12/15 Punkten

Line-up Ryo Okumoto:
Ryo Okumoto (Spock’s Beard, ProgJect) – Keyboards

Gastmusiker:
Nick D’Virgilio (Big Big Train, Spock’s Beard) – Drums & Vocals
Alan Morse (Spock’s Beard) – Guitar
Dave Meros (Spock’s Beard) – Bass
Ted Leonard (Spock’s Beard. Transatlantic) – Vocals
Jimmy Keegan (Spock’s Beard) – Vocals
Steve Hackett (Genesis) – Guitar
Michael Sadler (Saga, ProgJect) – Vocals
Mike Keneally (Steve Vai, Frank Zappa, ProgJect) – Guitar
Jonathan Mover (Joe Satriani, ProgJect) – Drums
Marc Bonilla (Keith Emerson/ Kevin Gilbert) – Guitar
Doug Wimbish (Living Colour) – Bass
Randy McStine (McStine & Minnemann, Porcupine Tree) – Guitars & Vocals
Lyle Workman (Todd Rundgren) – Guitar
Michael Whiteman (I Am the Manic Whale) – Guitars & Vocals
Andy Suzuki – Saxophone
Keiko Okumoto – Vocals
Kevin Krohn – Vocals
Mirko Demaio – Drums
Raphael Weinroth-Browne – Violoncello
Steve Billman – Bass
Toshihiro Nakanishi – Violon

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Abbildungen: Ryo Okumoto/ InsideOut Music

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Über den Autor

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Ryo Okumoto – The Myth of the Mostrophus

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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