Zeal & Ardor – Zeal & Ardor

0

Zeal & Ardor – Zeal & Ardor (MVKA/Good To Go, 11.02.22)(44:14; Vinyl, Vinyl (2LP – 45 RPM), CD, Digital; MVKA/Good To Go, 2022)
Schwarz wie die Nacht war die Musik von Zeal & Ardor schon immer. Und das gleich auf doppelte Art und Weise. Denn das Projekt des Basler Musikers Emmanuel Gagneux verbindet schon seit seinen Anfangstagen Black Music wie Blues, Soul und Gospel mit Black Metal. Zwei Welten trafen hierdurch aufeinander: die spirituelle und die dämonische. Man folgte einer alternativen Geschichtsschreibung, in der sich schwarze Sklaven an Satan wandten, um zu rebellieren. Die Stile verschmolzen auf dem 2017er Debüt “The Devil is Fine” so natürlich zu einer Einheit, als seien sie schon immer füreinander bestimmt gewesen. Es war ein Crossover, den es so zuvor noch nie gegeben hatte und der mit seinem avantgardistischen Ansatz sowohl Kritiker als auch Hörer begeisterte.

Fünf Jahre später steht dieser Dualismus Schwarzer Musik noch immer im Fokus der Musik der Eidgenossen. Doch “Zeal & Ardor”, das mittlerweile dritte Werk der Schweizer, ist nicht einfach nur tiefscharz, sondern schimmert, bei näherer Betrachtung, in farbenfrohen Facetten. Denn Gagneux hat einer Vielzahl von musikalischen Genres gestattet, Einfluss auf sein neuestes Werk zu nehmen. Synthie-Sounds und Industrial-Klänge (‘J-M-B’) fallen dabei am stärksten in die Waagschale, doch auch Groove Metal (‘Run’), Djent (‘Feed The Machine’) und Post Black Metal (‘Hold Your Head Low’) sind auf der Platte auszumachen. Ganz zu schweigen von Alternative Rock (‘Caught You’, mit starkem Foo Fighters-Beigeschmack), Spaghetti-Western-Klängen (‘Golden Liar’), Glitch & Hyperpop (‘Emersion’) sowie rein elektronischen Experimenten (‘A-H-I-L’).

Wundersamerweise klingt “Zeal & Ardor” dabei viel homogener als man es sich bei dem beschriebenen stilistischen Rundumschlag vorstellen mag. Denn Manuel Gagneux hat das Wunder vollbracht, unvereinbare Elemente miteinander in Einklang zu bringen; eine noch größere Anzahl musikalischer Stile harmonisch miteinander zu verbinden als es ihm schon in der Vergangenheit gelungen war.

Ein spannendes Hörerlebnis, bei dem man nicht weiß, was als nächstes um die Ecke kommt, und bei dem daher ganz bestimmt niemals Langeweile aufkommt.
Bewertung: 12/15 Punkten


Tracklist:
1. ‘Zeal & Ardor’ (1:58)
2. ‘Run’ (3:16)
3. ‘Death to the Holy’ (3:07)
4. ‘Emersion’ (3:34)
5. ‘Golden Liar’ (3:43)
6. ‘Erase’ (4:01)
7. ‘Bow’ (2:13)
8. ‘Feed the Machine’ (2:39)
9. ‘I Caught You’ (4:07)
10. ‘Church Burns’ (3:03)
11. ‘Götterdämmerung’ (3:03)
12. ‘Hold Your Head Low’ (4:43)
13. ‘J-M-B’ (1:54)
14. ‘A-H-I-L’ (2:36)

Zeal & Ardor – Zeal & Ardor (MVKA/Good To Go, 11.02.22)

Credit: Georg Gatsas

Besetzung:
Emmanuel Gagneaux (Vocals/Lead Guitar/Programming)
Denis Wager (Backing Vocals)
Marc Obrist (Backing Vocals)
Tiziano Volante (Rhythm Guitar)
Lukas Kurmann (Bass)
Marco Von Allmen (Drums)

Diskografie (Studioalben):
“Devil Is Fine” (2017)
“Stranger Fruit” (2018)
“Zeal & Ardor” (2022)

Surftipps zu Zeal & Ardor:
Homepage
Facebook
VKontakte
Instagram
Twitter
Bandcamp
Soundcloud
YouTube
Spotify
Apple Music
Amazon Music
Deezer
Tidal
Napster
Qobuz
Shazam
last.fm
Discogs
ArtistInfo

Wikipedia

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Verstärker zur Verfügung gestellt.

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Zeal & Ardor – Zeal & Ardor

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0