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    Du bist hier:Home»Reviews»Infected Rain – Ecdysis

    Infected Rain – Ecdysis

    0
    By flohfish on 11. Januar 2022 Reviews

    Infected Rain – Ecdysis (Napalm Records, 07.01.22)(54:53, Vinyl/CD/Digital, Napalm Records, 2022)
    Osteuropäische Band mit charismatischer Frontfrau, die zwischen Screams und Klargesang spielend hin- und herwechselt und modernen Metal in der Schnittmenge von Metalcore, Nu Metal und Death Metal spielt. Eigenschaften, die schon so manchen Kritiker und Musikfan zu voreiligen Vergleichen mit Jinjer verführt haben. Wie oberflächliche solche Vergleiche sind, wird sofort klar, wenn man in obiger Aufzählung das Wort Frontfrau durch Frontmann austauscht. Denn screamende Sänger sind ja auch nur selten Grund für das unüberlegte Ziehen von Parallelen.

    Dass Infected Rain eine eigenständige musikalische Identität haben, sollte also nicht erst seit heute klar sein. Allerdings hat sich das Ensemble aus der moldawischen Hauptstadt Chișinău mit seinem aktuellen Album "Ecdysis" noch ein Stück weiter von seinen ukrainischen Label-Mates abgegrenzt, als das bisher der Fall war. Denn das fünfte Album von Lena Scissorhands und ihren Kollegen ist mit seinen vermehrten Synthie-Einsätzen ein weiterer Schritt in Richtung musikalischer Emanzipation.

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    Die Basis der Stücke besteht dabei weiterhin aus agressivem Metal, der Einflüsse aus Thrash, Death, Nu Metal und Metalcore vereint. Ein Umstand, den man erst gat nicht so recht glauben mag, wenn man die sphärischen 80er lastigen Synthies zu Beginn des Openers 'Postmortem Pt. 1' zum ersten Mal hört. Sie bilden den musikalischen Kontrapunkt zum Wirbelsturm aus Doubble-Bass-Gewittern und schneidenden Riff-Tornados und dienen den Stücken als Wiedererkennungsmerkmal. Doch es ist vor allem der variable Gesang von Lena Scissorhands, der das Charakteristikum Nummer Eins von Infected Rain ist. Denn die Dame, die mit bürgerlichem Namen Elena Cataraga heißt, kann mit ihren Screams nicht nur Gift verspritzen wie eine Viper, sondern überzeugt vor allem in den ruhigen Momenten mit ihrer fragil-emotionalen Stimme und jeder Menge Melodiösität.

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    So sind genügend unterschiedliche Stilelemente im Repertoire von Infected Rain vorhanden, dass diese in den zwölf Liedern der Platte immer wieder auf neue Art und Weise zusammengestellt werden können. Langeweile kann insofern nie aufkommen. Stattdessen gibt es immer wieder überraschende Momente. Wie beispielsweise beim fragilen Piano-Zwischenspiel von 'Everlasting Lethargy', den Dance-Beats von 'November', dem komplett elektronisch gehaltenen 'Nine Ten' oder 'The Ralm of Chaos', einem Duett mit Heidi Shepherd von den Butcher Babies, dessen Riff Erinnerungen an die schwedischen Crossover-Ikonen Clawfinger hervorruft.

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    Auf "Ecdysis" geben sich Infected Rain abwechslungsreicher als auf ihren vier vorherigen Alben. Wer sie nach dieser Platte immer noch zwanghaft mit Jinjer vergleichen muss, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.
    Bewertung: 11/15 Punkte

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    Weitere Informationen

    Infected Rain – Ecdysis (Napalm Records, 07.01.22)
    Credit: Victoria Wonka

    Tracklist:
    1. 'Postmortem Pt. 1' (5:00)
    2. 'Fighter' (5:06)
    3. 'Longing' (5:14)
    4. 'Goodbye' (5:29)
    5. 'The Realm Of Chaos' (3:44)
    6. 'Everlasting Lethargy' (4:13)
    7. 'These Walls' (4:02)
    8. 'Showers' (4:30)
    9. 'November' (4:01)
    10. 'Never The Same' (3:00)
    11. 'Nine, Ten' (5:18)
    12. 'Postmortem Pt. 2' (5:16)

    Besetzung:
    Elena 'Lena Scissorhands' Cataraga (Gesang)
    Vadim 'Vidick' Ozhog (Giarre)
    Sergey Babici (Gitarre)
    Vladimir Babici (Bassgitarre)
    Eugene Voluta (Schlagzeug)

    Gastmusiker:
    Heidi Shepherd (Gesang - Track 5)

    Diskografie (Studioalben):
    "Asylum" (2011)
    "Embrace Eternity" (2014)
    "86" (2017)
    "Endorphin" (2019)
    "Ecdysis" (2022)

    Surftipps zu Infected Rain:
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    ArtistInfo
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    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von All Noir Music Agency zur Verfügung gestellt.

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    All Noir PR CD Chișinău Clean Singing Death Metal Digital Elena Cataraga Eugene Voluta Heidi Shepherd Infected Rain Metal Metalcore Modern Metal Moldawien Napalm Records Nu Metal Post Hardcore Progressive Metal Screams Sergey Babici Synthesizer Vadim Ozhog Vinyl Vladimir Babici female-fronted
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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