Violent Femmes – Why Do Birds Sing? (Reissue)

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Violent Femmes – Why Do Birds Sing? (Reissue) (Craft Recordings/Concord, 30.04.91/08.10.21)

Credit: Hanson Graphic

(114:17, Vinyl/2CD/Digital, Craft Recordings/Concord, 2021)
1981 gründeten Gordon Gano, Brian Ritchie und Victor DeLorenzo die Alternative Rock-Band Violent Femmes. Violent Femmes waren als Busker unterwegs gewesen, als sie von den Pretenders bei einem Straßenkonzert in ihrer Heimatstadt Milwaukee entdeckt worden waren. Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis ihr autonymes Debütalbum das Licht des Welt erblickte, doch kaum erschienen, eroberte es mit seiner Folk-Punk-Attitüde und der Kult-Single ,Blister In the Sun’ die Herzen der Jugendlichen.

Mit den beiden Nachfolger “Hallowed Ground” und “The Blind Leading the Naked” konnten die Violent Femmes, zumindest in den USA, an den Erfolg ihres Erstlings anknüpfen, so dass sie zu einer der meistverkauften Alternative Bands aufstiegen. Doch den Kultstatus von “Violent Femmes” konnten die beiden Scheiben nicht mehr erreichen. So löste sich die Band im Jahre 1987 auf, nur um zwei Jahre später mit einem eher enttäuschenden Album zurückzukeren: “3”. Und es sollte noch bis 1991 dauern, bis die Violent Femmes zu ihren musikalischen Wurzeln und gleichzeitig zu alter Größe zurückkehrten. Denn das nunmehr vor 30 Jahren erschienene “Why Do Birds Sing?” wurde nicht nur von den Kritikern gefeiert, sondern hatte mit ‘American Music’ auch erstmals seit langem wieder eine wirkliche Hit-Single vorzuweisen.

Die Violent Femmes ließen ihren Alternative Rock plötzlich wieder nach Straßenmusik klingen und hatten dabei so viel Spaß, dass sie selbst vor einer folkig-punkigen Cover-Version von Culture Clubs ‘Do You Really Want to Hurt Me’ nicht zurückschreckten. Es sollte vorerst das letzte Album mit Schlagzeuger und Gründungsmitglied Victor DeLorenzo werden und gleichzeitig auch das letzte mit wirklich großem Erfolg.

30 Jahre sind un ins Land gezogen und für Craft Recordings ist dieser runde Geburtstag ein gebührender Grund, das letzte große Album der Violent Femmes noch einmal neu aufzulegen, als Annyversary Edition sozusagen. Und siehe da, das Label hat sich nicht lumpen lassen und das Album mit mehr als einer Handvoll unveröffentlicher Stücke und alternativer Versionen späterer Stücke aufgepeppt. Darunter u.a. eine reduzierte frühe Version von ‘Color Me Once’, einem Lied, das Jahre später mit dem “The Crow Original Motion Picture Soundtrack” eine breitere Bekannteit erlangte.

Mit ‘4 Seasons’ und ‘Breaking Up’ gibt es außerdem zwei frühe Interpretationen von Stücken, die drei Jahre später auf der Nachfolge-Scheibe “New Times” landen sollten

Zudem verfügt die 30 Anniversary Edition über eine Bonus-CD, auf der ein komplettes Konzert aus dem Jahre 1991 zu finden ist, als die Violent Femmes in Norfolk, Virginia auftraten. Und es ist v.a. diese sonst nur im Rahmen der Dokumentation “Permanent Record: Live & Otherwise” Live-Aufnahme, welche den wirklichen Reiz dieses Reissues ausmacht. Denn das Trio führt nicht nur drei Stücke ihres damals aktuellen Albunms auf, sondern ganze sieben von zehn Stücken ihres legendären Debütalbums. Es sind Aufnahmen, die allesamt vor Spielfreude und vor Energie strotzen und wunderbar die Stimmung wiedergeben, für welche Live-Auftritte der Femmes berühmt waren und die damals im Boathouse geherrscht haben muss. Wüsste man es nicht besser, man könnte fast glauben, professionellen Straßenmusikern auf einer großen Bühne zuzuhören.

Zudem ist die Neuauflage von “Why Do Birds Sing?” mit einem Booklet ausgestattet, in welchem ein ausführliches, aktuelles Interview des Journalisten Jeff Slate mit den Gründungsmitgliedern Gordon Gano und Brian Ritchie abgedruckt ist, in dem diese in Erinnerungen über die Bandgeschichte und den Entstehungsprozess des Albums schwelgen.

Schade nur, dass die CD-Version des Albums lediglich in einem billigen Jewel-Case erhältlich ist. Ein schickes Digi-Pack wäre dem Anlass entsprechender gewesen. Doch da das Doppel-Album zum erschwinglichen Preis einer Standard-CD erhätlich ist, gibt es auch hir nicht wirklich etwas zu meckern.
Ohne Wertung

Violent Femmes – Why Do Birds Sing? (Reissue) (Craft Recordings/Concord, 30.04.91/08.10.21)

Credit: Howard Rosenberg

Tracklist:
Disc One
1. ‘American Music’
2. ‘Out the Window’ ‘
3. ‘Look Like That’ ‘
4. ‘Do You Really Want to Hurt Me’ ‘
5. ‘Hey Nonny Nonny’ ‘
6. ‘Used to Be’
7. ‘Girl Trouble’
8. ‘He Likes Me’
9. ‘Life is a Scream’
10. ‘Flamingo Baby’
11. ‘Lack of Knowledge’
12. ‘More Money Tonight’
13. ‘I’m Free’
14. ‘Me and You’*
15. ‘Color Me Once’ (Early Version)*
16. ‘4 Seasons’ (Early Version)*
17. ‘Breaking Up’ (Early Version)*
18. ‘American Music’ (Alternate Mix)*
19. ‘Dance, M.F., Dance!’

* previously unreleased

Disc Two
“Live At The Boathouse Norfolk, VA [7/21/1991]”
1. ‘Look Like That’
2. ‘Out The Window’
3. ‘Fat’
4. ‘Blister in the Sun’
5. ‘Prove My Love’
6. ‘Country Death Song’
7. ‘Old Mother Reagan’
8. ‘Confessions’
9. ‘Girl Trouble’
10. ‘Add It Up’
11. ‘Good Feeling’
12. ‘More Money Tonight’

Besetzung:
Gordon Gano (Vocal, Guitars)
Brian Ritchie (Bass Guitars, Didgeridoo, Glockenspiel, Bouzouki, Ukulele, Banjo, Jaw Harp Vocal)
Victor DeLorenzo
(Drums, Percussion, Fire Extinguisher, Vocal)

Gastmusiker:
Michael Beinhorn (Hammond Organ, Piano, Mellotron, Harmonium, Sting Arrangements – Track 1, 4, 5, 6)
Tom Mandell (Keyboards – Tracks 1)
Carmaig, Michael, Mike , Alex & Band (Chorus & Claps – Track 1)
Suzie Katayama (Strings- Track 6)
Ilene Novog (Strings- Track 6)
Larry Corbett (Strings- Track 6)
Sid Page (Strings- Track 6)

Diskografie (Studioalben):
“Violent Femmes” (1983)
“Hallowed Ground” (1984)
“The Blind Leading the Naked” (1986)
“3” (1989)
“Why Do Birds Sing?” (1991)
“New Times” (1994)
“Rock!!!!!” (1995)
“Freak Magnet” (2000)
“We Can Do Anything” (2016)
“Hotel Last Resort” (2019)

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 4 min
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