Spiritbox – Eternal Blue

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(43:12, CD, Rise Records, 2021)Spiritbox - Eternal Blue (Rise Records, 17.09.21)
„Eternal Blue“ ist das Langspiel-Debüt des kanadischen Quartetts Spiritbox bestehend aus Courtney LaPlante (voc.), ihrem Ehemann Mike Stringer (git.), Bill Crook (bass) und der Live- und Session Drummer Zev Rose. Im Kontext der Musik von Spiritbox liest man oft das Genre „Alternative Metalcore“. Insofern passend, als dass ein Teil ihrer Musik ganz sicher dem Metal zuzuordnen ist, während ein nicht unerheblicher Teil der Musik jedoch „Alternative“ oder auch melancholischer Pop genannt werden kann. Spiritbox verwenden poppige/alternative Elemente nicht als Feigenblatt, um sonst überwiegend Metal-lastige Songs aufzuhübschen, sondern lassen diesen Einfluss ganze Songs dominieren, wie z.B. bei ‚We live in a strange world‘ oder ‚Secret Garden‘.

„Eternal Blue“ hat sich bereits über das ganze Jahr 2020 angekündigt. Immer wieder hat die Band Songs und Videos veröffentlicht. Einen Vorgeschmack auf das Album und die melancholische Seite der Band bekam man im Dezember 2020, als das einfühlsame ‚Constance‘ auf YouTube veröffentlicht wurde. Der Song ist der verstorbenen Grossmutter von Courtney LaPlante gewidmet, die an Alzheimer litt. Das Video fängt die Hilflosigkeit der Betroffenen durch die Spielfilm-artige Inszenierung wunderbar ein und endet in einem brachialem Riff als Sinnbild für Schmerz, Hilflosigkeit und Wut.

Bereits Im Juli 2020 vor der Veröffentlichung von „Constance“ wurde das Metal-Brett ‚Holy Roller‘ veröffentlicht. Der Song ist ein Knaller mit Zeug zum Klassiker. Als ursprünglich wohl nicht ganz ernstgemeinter Versuch, „einen aberwitzig heavy Song“ zu schreiben, wurde es zum Markenzeichen der Band, das sich textlich mit einer „ganz üblen Person“ befasst, wie zum Beispiel Keneth Copeland. Die live eingespielte Version, die bei der Radiosendung „Liquid Metal“ von „SiriusXM“ Ende Dezember 2020 erschienen ist, bringt den Song noch intensiver rüber, weil man Courtney LaPlante noch näher beim Singen zuschauen kann, als es beim für den Song vorgesehenen Video der Fall ist. Courtney LaPlante hat offensichtlich viel Spass bei der Darbietung und zeigt volles Growl-Potential. Good friendly violent fun!

Abschliessend sei noch der Titeltrack ‚Eternal Blue‘ erwähnt, der im Vergleich zum Rest des Albums musikalisch eine erzählerische Komponente hat. Als einer der wenigen Songs auf dem Album verfügt er über ein Gänsehaut-Gitarrensolo. Und gehört mit seinen 3:59, man mag es kaum glauben, auch gleichzeitig zu den längsten Songs des Albums.

Spiritbox haben das Jahr 2020 intensiv dafür genutzt ein eindrucksvolles Album vorzulegen. Die Produktion ist druckvoll, doch hätte vermutlich ein richtiger Schlagzeuger noch mehr Farbe in das Gesamtbild bringen können. Auch die knackige Songlänge von durchschnittlich knapp dreieinhalb Minuten macht das Album unheimlich gut durchhörbar und verlangt dem Hörer nicht zu viel Aufmerksamkeit ab. Im aktuellen Einheitsbrei von Growl-Vocals mit  Breakdown-Tiraden fallen Spiritbox angenehm aus dem Raster, weil kaum eine Band die Alternative/Pop Elemente so zelebriert wie sie. Und es klingt zu keinem Zeitpunkt kitschig oder aufgesetzt.
Bewertung: 14/15 Punkten, weil: „Gibt Drummern eine Chance“

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Abbildung: Spiritbox / Rise Records

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Codeknecht und Hofnarr

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Spiritbox – Eternal Blue

von iachelini Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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