Altars Of The Moon – Brahmastra (EP)

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Altars Of The Moon – Brahmastra (Disorder Recordings, 28.08.20)

Credit: Nate Verschoor

(28:53, Digital, Disorder Recordings, 2021)
„Brahmastra“ ist das Brainchild von Nate Verschoor, dem Bassisten der US-Amerikanischen Black Metal-Band Uada. Unter dem Bandnamen Altars Of The Moon firmierend, beabsichtigte der Musiker, den Klang der Isolation einzufangen. Zudem wälte er für sein Werk den Namen „Brahmastra“, ein Begriff, der aus dem Hinduismus stammt und eine antike übernatürliche Waffe beschreibt. Es ist eine Idee, die Verschoor während des ersten Covid-Lockdowns im Frühjahr 2020 entwickelt hatte.
Nachdem er sich in seiner Inspiration vergraben hatte, wurde eine einzige, knapp dreißigminütige Reise in die Tiefen massiver wie finsterer Klanglandschaften geboren.
Um seine Idee musikalisch umzusetzten, fehlte es Verschoor jedoch noch an Mitstreitern. Diese fand er schnell in Jeff Wilson (Chrome Waves) und Heath Rave (Lotus Thrones), zwei Musikern, die jüngst erst mit ihren Alben „The Rain Will Cleanse“ und „Lovers In Wartime“ bewiesen haben, dass sie die richtigen sind, wenn es um ambiente Soundscapes im dunkelgetünchten Bereich des Avantgarde Metal geht.

Und so fungieren Altars of The Moon genau in jener Schnittmenge, die sich in der musikalischen Mitte der drei Hauptbands ihrer Mitglieder befindet. Denn „Brahmastra“ ist tiefschwarz und metallisch wie Uada, vertäumt und sphärisch wie Chrome Waves, sowie mit der gleichen Gothic-Atmosphäre versehen wie Lotus Thrones. Doomige Riffs treffen auf schwelgerische Synthieflächen und melodiereiche Gitarren, während Sänger Heath Rave seine Stimme wie ein Mantra über die erschaffenen Klangflächen legt und ein Gedicht der Ausrottung zitiert, welches konzeptuell wunderbar zum Titel des Albums passt.

Doch ganz so destruktiv wie man jetzt denken könnte, gestaltet sich „Brahmastra“ dann doch nicht, denn dafür sind Altars Of the Moon letztendlich viel zu melodisch und gefällig. Es scheint so, als blieben wir vom drohenden Weltuntergang schließlich doch noch eine Weile verschont.
Bewertung: 9/15 Punkte

Altars Of The Moon – Brahmastra (Disorder Recordings, 28.08.20)
Tracklist:
1. ‚Brahmastra Pt. 1‘ (15:50)
2. ‚Brahmastra Pt. 2‘ (13:03)

Besetzung:
Heath Rave (Gesang)
Nate Verschoor (Bass, Gitarren, Synth, Programmierung)
Jeff Wilson (Bass, Gitarren, Synth)

Surftipps zu Altars Of the Moon:
Bandcamp
YouTube (Disorder Recordings)
last.fm
Discogs

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Altars Of The Moon – Brahmastra (EP)

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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