Weston Super Maim – 180-Degree Murder (EP)

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Weston Super Maim – 180-Degree Murder (Dark Trail Records, 16.07.21)

Credit: JoyPolloi

(15:20, Vinyl, CD, Digital, Dark Trail Records, 2021)
Und ich hatte schon gedacht, dass das Jahr 2021 in Sachen apokalyptischer Extreme Progressive Tech Metal nach Humanity’s Last Breath„Välde“ bereits gelaufen sei. Falsch gedacht. Denn mit Weston Super Maim kommt unerwartet eine Formation daher, die mit ihrer Debüt-EP „180-Degree Murder“ ein weiteres Ausrufezeichen im Bereich der abstrakten wie klaustrophobischen Klangwelten setzt.

Ins Leben gerufen als One-Man-Projekt des britischen Musikers Tom Stevens, der sich mit seiner Hauptband Brown Stratos gewöhnlicherweise in den Sphären des Alternative Rock bewegt, ließ dieser sich für Weston Super Maim u.a. von den abstrakten Taktarten Meshuggahs, dem Riffing Crowbars, sowie der grenzüberschreitenden Herangehensweise von Bands wie den bereits erwähnten Humanity’s Last Breath, sowie der New Yorker Mathcore-Veteranen Car Bomb inspirieren. Zu ihm gestoßen ist kurze Zeit später der US-amerikanische Sänger Seth Detrick, welcher hauptberuflich in das Mikrofon der Thrash Metal-Band P.D.P. brüllt.

Passend zur apokalyptischen Stimmung ihrer Musik, werfen Weston Super Maim mit ihren nihilistischen Texten einen verächtlicher Blick auf den Zustand der heutigen Gesellschaft, sowie das kollektive menschliche Verhalten. Kurz gesagt ist es die Geschichte eines Mann, der alle Hässlichkeiten der Welt auf sich nimmt.

Sänger Seth Detrick hierzu:

Das lyrische Konzept wurde vollständig von der Musik selbst inspiriert. Tom hat wirklich ein Bild für mich gemalt und ich habe es tatsächlich visualisiert, als ich es das erste Mal hörte. Letztendlich baut sich diese negative Kraft auf, sodass er zur Waffe wird, die der Menschheit hier und im Jenseits ein Ende setzt; er löscht sie einfach aus der Existenz und beendet dann die Arbeit, indem er seinem eigenen Leben ein Ende setzt. Ich habe das Gefühl, dass man diese Geschichte auch raushören könnte, wenn dies ein Instrumentalstück gewesen wäre.

The lyrical concept was fully inspired by the music itself. Tom really painted a picture for me and I actually visualized it the first time I heard it. In short, it’s a story about a man who takes on all of the ugliness in the world. Ultimately, that negative force builds, and he becomes the weapon that ends humanity, here and in the afterlife; just wipes it clean out of existence and then finishes the job by ending his own life. I feel like this could’ve been an instrumental song and you would still hear that story.

Doch auch introspektive Elemente sind in den Texten vorhanden, was musikalisch – vor allem in ‚We Need To Talk About Heaven‘, dem zweiten Stück der EP – durch fast schon sanft anmutende Passagen und Melodien ausgedrückt wird, welche der technisch kalten Grundstimmung der Scheibe kontrastreich gegenübergestellt werden. Ein Umstand, welcher auch visuell wunderbar durch das abstrakte Cover-Artwork des Künstlers Joy Polloi in Szene gesetzt wird.

Doch so erfrischend diese ruhigen Passagen auch wirken mögen, so ändern sie am Ende doch nichts an der klaustrophobisch-apokalyptischen Gesamtwirkung des Albums. Denn unterm Strich betrachtet bleibt einem „180-Degree Murder“ als brutales und erdrückendes Kunstwerk in Erinnerung.
Bewertung: 12/15 Punkte

Weston Super Maim – 180-Degree Murder (Dark Trail Records, 16.07.21)
Tracklist:
1. ‚180 Degree Murder‘ (6:27)
2. ‚We Need To Talk About Heaven‘ (8:53)

Besetzung:
Tom Stevens (Gitarre, Bass, Schlagzeug)
Seth Detrick (Gesang)

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Weston Super Maim – 180-Degree Murder (EP)

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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