Mark Solotroff – Not Everybody Makes It

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Mark Solotroff – Not Everybody Makes It (Eigenveröffentlichung, 30.07.21)(1:00:00, CD, Digital, Eigenveröffentlichung, 2021)
„Not Everybody Makes It“ ist das jüngste Werk des Multi-Instrumentalisten und Noise-Masterminds Mark Solotroff, der u.a. als Gründungsmitglied der Heavy Electronic Band Bloodyminded und der Doom-Metal- bzw. Post-Punk-Gruppe Anatomy Of Habit bekannt ist. Darüber hinaus war Solotroff in den vergangenen 35 Jahren immer wieder bei verschiedenen Projekten als Analog-Synthy-Wizard tätig

Kennt man das Schaffen des Künstlers oder hat man sich zumindest einmal kurz mit diesem beschäftigt, so ist man schon ein klein wenig verwundert, wenn man „Not Everybody Makes It“ zum ersten Mal hört, denn für Solotroff-Verhältnisse geht dieser auf seiner neuesten Scheibe sehr zurückhaltend zur Sache, ja fast schon gezügelt.

Denn bei den sechs allesamt exakt zehnminütigen Klangkollagen seines neuesten Outputs handelt es sich um elektronisch-ambiente Musik, die am ehesten mit dem Wörtchen meditativ beschrieben werden kann. Allerdings sind seine Stücke nur vordergründig entspannend, denn sie transportieren, mal unterschwellig, mal offensichtlich, durchweg ein Gefühl von Beklemmung und Isolation. Es ist eine spannende Umsetzung des Themas der Entfremdung, das durch die starke digitale Fragmentierung unserer Gesellschaft verursacht wird. Ein Thema, das zuletzt durch die andauernde Pandemie nur noch an Bedeutung gewann, so dass „Not Everybody Makes It“ von Solotroff als als klangliche Elegie auf die unzähligen Verluste erdacht worden ist, die so viele Menschen in der jüngsten Vergangenheit erlitten haben. Denn die auf dem Album durchaus vorhandenen Melodien sind für den Hörer kaum noch fassbar, ganz so wie die Welt, die uns immer mehr aus den Händen zu gleiten scheint. Sie haben eine Schönheit, die nur noch in den Texturen der abstrakten Klanggemälde vorhanden ist und schwer zu fassen ist.

„Not Everybody Makes It“ ist ein Album, das aufgrund seiner Ungemütlichkeit nicht einfach zu verdauen ist, in seiner thematischen Umsetzung jedoch als gelungen bezeichnet werden kann. Klangkunst, die zum Bewundern einlädt, nicht zum Schwelgen.
Bewertung: 8/15 Punkte

Tracklist:
1. ‚Charged Matter (The Problem From The Inside)‘ (10:00)
2. ‚Suffering Sun (Barren Winter)‘ (10:00)
3. ‚The Chaos Of Objects (Tell Her To Follow Me)‘ (10:00)
4. ‚Spatial Unrest (Irresistible Belief)‘ (10:00)
5. ‚Attention To Self (Compel Your Flesh)‘ (10:00)
6. ‚Return To Pleasure (Body Into Voice)‘ (10:00)

Besetzung:
Mark Solotroff

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Mark Solotroff – Not Everybody Makes It

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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