Iceburn – Asclepius

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Iceburn – Asclepius (Southern Lord Recordings, 25.06.21)(36:37, CD, Vinyl, Digital, Southern Lord Recordings, 2021)
Iceburn beziehungsweise The Iceburn Collective sind eine Band, die in den 90er Jahren in Salt Lake City entstanden ist und aus der US-Hardcore-Szene stammt. Doch schon in ihren Anfangstagen passte das aus Utah stammende Quartett niemals wirklich in das Bild einer klassischen Harcoreband. Denn schon damals waren die Musiker hierfür viel zu experimentierfreudig, da sie Einflüsse aus Noise Rock, Metal, Jazz und Post Rock in ihren Sound einfließen ließen. „Asclepius“ ist nun seit vielen Jahren das erste Lebenszeichen der Musiker und das erste Studioalbum seit dem äußerst sperrigen und über 20 Jahre zurückliegenden „Land of Wind and Ghosts“ aus dem Jahre 2000.

Dass bei Iceburn noch heute zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinandertreffen, wird schon beim Blick auf die Eckdaten des Albums deutlich. Denn während die Laufzeit von nur gut 36 Minuten in bester Tradition des Hardcores steht, spricht die Tatsache, dass das Album nur zwei Songs mit einer Spiellänge von jeweils ca. 18 Minuten beinhaltet, eine ganz andere musikalische Sprache.

Und so entpuppt sich „Asclepius“ als ein Album, dem man die Attitüde und den Geist des Hardcore zwar anmerkt, musikalisch jedoch in eine ganz andere schiene greift. Denn „Asclepius“ ist dynamisch, groovy, psychedelisch und progressiv, vor allem aber unheilvoll und doomig.

‚Healing the Ouroburos‘ schreitet dabei auf den Wegen, wie man es hie and da von Mastodon gewohnt ist, so dass das Stück schleppend, creepy und sludgy daherkommt.

‚Dahlia Rides the Firebird‘ hingegen eriinert sehr stark an den Progrssive Rock der 70er, ganz so, als hätten Iceburn eine schaurig-düstere Variante des Crimson King erschaffen wollen.

Alles in allem ist „Asclepius“ ein sehr düsteres Album geworden, das erdrückend daherkommt wie ein tonnenschwerer Monolith. Und so wirkt es fast ironisch, dass man es nach dem griechischen Gott der Heilung und Medizin benannt hat: Ἀσκληπιός.
Bewertung: 9/15 Punkte

Tracklist:
1. ‚Healing The Ouroburos‘ (18:48)
2. ‚Dahlia Rides The Firebird‘ (17:49)

Besetzung:
Joseph ‚Chubba‘ Smith (Schlagzeug
James Holder (Gitarre)
Cache Tolman (Bass)
Gentry Densley (Gitarre & Gesang)

Surftipps zu Iceburn:
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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Rarely Unable zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Iceburn – Asclepius

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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