Dylan DiLella – Human Shield

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Dylan DiLella – Human Shield (Nefarios Industries, 30.07.21)(42:17, MC, Digital, Nefarious Industries, 2021)
Es kommt nicht oft vor, dass ich es beim ersten Hördurchgang eines Albums nicht bis zu dessen Ende durchhalte. Im Falle von Dylan DiLellas Album „Human Shield“ brauchte es sogar mehrerer Durchgänge, bis ich das Ende des dritten und letzten Stückes erreichte. Rückblickend kann ich gar nicht so recht verstehen, warum ich mir diese Tour de Force überhaupt angtan habe. Denn selbst Alben von Künstlern wie DJ Bobo, Scooter, Helene Fischer oder auch den Wildecker Herzbuben würde ich dem neuesten Solowerk des New Yorker Pyrrhon-Gitarristen vorziehen. Angepriesen als neues Level der Ausgelassenheit bzw. als Hybrid aus Harsh Noise, Free Jazz, Drone, Shoegaze und Metal, haben die drei experimentellen Stücke so rein gar nichts mit Musik zu tun. „Human Shield“ ist nämlich nichts anderes als Noise. Und ich meine hier nicht Noise Rock, sondern Noise in seinem ursprünglichen Sinne: Krach.

DiLella wollte mit seinem Album vielleicht seiner grenzenlosen Wertschätzung für das Groteske, Skurrile und Bizarre Ausdruck verleihen, doch provoziert er mit „Human Shield“ eigentlich nichts anderes als Unverständnis. Denn bar jeder Musikalität, Melodien, Rhythmen oder irgendwelcher anderen Wiererkennungsmuster erscheint die Platte wie eine willenlose Aneinanderreihung experimenteller Provokationen. Willenlos deshalb, weil alles chaotisch wirkt und es undenkbar erscheint, dass der Künstler das Album jemals live wird reproduzieren können.

Musik für Menschen, die Musik hassen.
Bewertung: 0/15 Punkte (FF 0, KR 3)

Dylan DiLella – Human Shield (Nefarios Industries, 30.07.21)

Credit: Caroline Harrison

Tracklist:
1. ‚Human Shield‘ (15:16)
2. ‚Telepath‘ (14:23)
3. ‚Dredging Futility‘ (12:38)

Besetzung:
Dylan DiLella (Gitarre)

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Dylan DiLella – Human Shield

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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