Kansas – Point Of Know Return Live & Beyond

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(43:41 + 68:31, CD, Digital, Vinyl, InsideOut Music / Sony Music, 2021)
Nach diversen Umbesetzungen vor einigen Jahren ist das amerikanische Progschlachtschiff Kansas wieder schwer auf Kurs. Man legte nach dem geglückten Neustart mit „The Prelude Implicit“ (2016) und besonders „The Absence Of Presence“ (2020) nicht nur zwei prächtige Studioalben vor, auch live präsentiert sich die Band nach der alterstechnischen Blutauffrischung vitaler denn je.

Deswegen geht ebenfalls „Live & Beyond“ in die zweite Runde. Vor rund drei Jahren würdigte man bereits den 76er Klassiker „Leftoverture“ in seiner Gesamtheit im Livekontext, jetzt folgt der zweite, ebenfalls verkaufstechnisch sehr erfolgreiche Platinum Seller „Point Of Know Return“.

Wies das erste „Live & Beyond“ Package noch einige Makel auf, besonders durch die massive Verwendung von Autotune bei den Gesangspassagen, so macht die Band dieses Mal alles richtig. Gerade der Steve Walsh Nachfolger Ronnie Platt hat anscheinend wesentlich mehr an Vertrauen in seine eigene Stimmkraft gewonnen und liefert eine perfekte Performance voller vokaler Leidenschaft ab.

Natürlich gibt es einige Überschneidungen mit dem letzten Livepackage, da man eben nicht grundsätzlich auf „Leftoverture“ Klassiker wie ‚The Wall‘, ‚Miracles Out Of Nowhere‘ und dem unverwüstlichen ‚Carry On Wayward Son‘ verzichten wollte. Doch neben dem kompletten 77er Album „Point Of Know Return“ bietet man einen sehr gut austarierten Mix aus Klassikern, neuem Material (u.a. ‚Summer‘ und ‚Refugee‘ von „The Prelude Implicit“), aber auch selten gehörtes Material wie das äußerst dynamisch interpretierte ‚Two Cents Worth‘ von „Masque“ (1975) oder die ursprünglich von Steve Morse geprägten ‚Musicatto / Taking In The View‘ von „Power“ (1986).

Was aber in erster Linie überzeugt, ist die Hingabe, Spielfreude und unglaubliche Power, die die aktuelle Kansas Besetzung auf der Bühne bietet. Das klingt an keiner Stelle nach einer rüstigen Renterband, die einfach nur ihr Material herunterspult, sondern durch vielfache Dynamikwechsel und lebendige Interaktion gelingt es der siebenköpfigen Formation, bestehend aus Billy Greer (Bass, Gesang), David Ragsdale (Violine, Gitarre), Phil Ehart (Schlagzeug), Richard Williams (Gitarre), Ronnie Platt (Gesang, Keyboards), Zak Rizvi (Gitarre) und Tom Brislin (Keyboards, Gesang) eine mitreißende Performance abzuliefern. Bei Instrumentals wie ‚Musicatto‘ oder ‚The Spider‘ offenbart sich zudem das überaus versierte Zusammenspiel der Instrumentalisten.

Während manche große Band aus den 70ern vermehrt auf die eigene Legendenverwaltung setzt, sind Kansas gerade in ihrem dritten Frühling angekommen. Ein überzeugender Livemitschnitt der „Point Of Know Return“ Geburtstagstour, der absolut Laune macht und sicht größtenteils keineswegs vor dem legendären 78er Livealbum „Two For The Show“ zu verstecken braucht. Ganz passend dazu hat die Band auch für den Herbst eine umfangreiche Europatour angekündigt, mal schauen, ob es damit (hoffentlich!) klappt.
Bewertung: 12/15 Punkten

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InsideOut Music

Abbildungen: Kansas / InsideOut Music

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Kansas – Point Of Know Return Live & Beyond

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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