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    Betreutes Proggen
    Du bist hier:Home»Reviews»trajedesaliva – Ultratumba

    trajedesaliva – Ultratumba

    0
    By flohfish on 5. Februar 2021 Reviews
    trajedesaliva – Ultratumba (áMarxe/Ferror Records/GH Records, 05.02.21)
    © Emilie Lagarde
    (41:46, Digital, CD, áMarxe/Ferror Records/GH Records, 2021)
    Selten zuvor habe ich ein Cover-Artwork gesehen, welches so präzise die Klänge einer Platte wiederspiegelt, wie es das Gemälde von Emilie Lagarde mit der Musik von trajedesalivas "Ultratumba" vermag. Obwohl das Kunstwerk der französischen Malerin auf den ersten Blick ein harmonisches Familiengefüge zeigt, entfaltet das Bild beim Betrachter schon nach kurzer Dauer Gefühle des Unbehagens und der Beklommenheit.

    Mit "Ultratumba" ergeht es dem Hörer ähnlich, denn trotz aller musikalischen Perfektion ist das neueste Werk der aus dem galizischen Vigo stammenden Formation eine musikalische Tour de Force. Dies liegt vielleicht daran, dass es sich bei dem Album mehr um akustische Kunst handelt als um Unterhaltungsmusik im herkömmlichen Sinne.

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    "Ultratumba" ist dabei als Familiendialog voller Traurigkeit, Akzeptanz und Hoffnung zu verstehen, der sich mit den Ursprüngen der Melancholie beschäftigt. Musikalisch setzen trajedesaliva dies um, indem sie analoge elektronische Klänge auf Industrial Noise und Drone Musik treffen lassen. Harmonische Klanglandschaften stehen hierdurch immer wieder im Kampf mit abstoßend düsteren Störgeräuschen. Es ist Musik, die nicht für zartbesaitete Seelen gedacht ist und welche, kurz vor dem Schlafengehen gehört, zu schaurigen Albträumen führen könnte.

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    Vervollständigt werden die von Mon Ninguén erzeugten elektronischen Sounds durch poetisch vorgetragene, immer wieder die Musik überlagernde, Spoken Words-Passagen von Sprecherin unavena. Als klangliches Gesamtbild ergibt sich so eine Konstellation, welche derart intensiv gestaltet ist, dass sie unterschwellig penetrant wirkt.

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    Für den Hörer ist "Ultratumba" somit keine leicht zu verdauende Kost. Es ist Musik, die für den täglichen Hausgebrauch eher ungeeignet ist. Betrachtet man trajedesalivas aktuelles Werk jedoch als reine Kunst, so muss man sagen, dass die Spanier hier alles richtig gemacht haben. Allerdings gehörte "Ultratumba" in diesem Falle als Klanginstallation in einem Museum ausgestellt und nicht auf den heimischen Plattenspieler.
    Bewertung: 10 (FF: Kunst: 13, Hörvergnügen 7, KR 12)

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    Weitere Informationen

    Tracklist:
    Part 1
    1. 'Todo era blanco' (6:02)
    2. 'A casa por las vías' (4:55)
    3. 'Familia Ferro' (5:03)
    4. 'Arenas calientes' (4:42)
    Part 2
    5. 'Mamá es un animal morado' (4:47)
    6. 'mammillaria sempervivi' (6:18)
    7. 'Queremos verte' (3:28)
    8. 'Ultratumba' (6:31)

    Besetzung:
    Mon Ninguén (Synthesizer, Musik)
    unavena (Stimme, Text)

    Surftipps zu trajedesaliva:
    Bandcamp
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    Soundcloud
    YouTube
    Spotify
    Apple Music
    Last.fm
    Discogs

    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von trajedesaliva zur Verfügung gestellt.

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    Artwork CD Dark Ambient Digital Drone Electronic Electronica Experimental Ferror Records GH Records Gradual Hate Records Industrial Industrial Noise Klanginstallation Konzept Kunst Melancholie Mon Ninguén Noise Post Rock Spanien Spoken Words Traje De Saliva Una Vena experimentell trajedesaliva unavena áMarxe
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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