Meadows – Modern Emotions

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Meadows – Modern Emotions (Freya Records, 27.11.20)

© Mad Duke Depraved

(37:59, Digital, CD, Vinyl, Freya Records, 2020)
Meadows ist das neue Bandprojekt des niederländischen Gitarristen Daniël van der Weijde a.k.a. Daniël Meadows, der manch einem durch seine Stammband Silhouette bekannt sein mag. Vervollständigt wird Meadows durch van der Weijdes Silhouette-Kollegen Jurjen Bergsma (Bass) und Rob van Niewenhuijzen (Schlagzeug) sowie den Sänger Peter Meijer und den Gitarristen Jeffrey van Driest. Zudem konnten mit Ruud Jolie (u.a. Within Temptation, For All We Know) und Richard Henshall (Haken) zwei namhafte Musiker für Gastauftritte gewonnen werden.

Meadows Debütalbum „Modern Emotions“ ist bereits Ende November 2020 erschienen und ist dem alternativ angehauchten melodischen Progressive Metal zuzuordnen.  Zwar werden Dream Theater, Haken, Muse & Porcupine Tree als Haupteinflüsse der Band genannt, doch ist der Sound der Niederländer weitgehend eigenständig, denn vor allem Daniël van der Weijdes Akustikgitarre sowie die Gastbeiträge der Violinistin Sophie Zaaijer erweitern den Klangkosmos der Niederländer immer wieder um leicht folkige Aspekte.

Insgesamt besteht „Modern Emotions“ aus acht Stücken, von denen die Hälfte mit Gesang und Texten versehen ist.

„Modern Emotions“ is about daring to dream & fantasize, nostalgia, accepting each other, but also about the growing pressure to perform in our modern society and the mental consequences on ourselves.

Doch den Auftakt des Albums macht mit ‚Dance With The Corpse Bride‘ ein atmosphärisches Instrumentalstück, welches von Regengeplätscher, Violine und Akustikgitarre eingeleitet wird, bevor sich E-Gitarren-Arpeggios dazugesellen und die Stimmung immer dichter werden lassen. Nach gut eindreiviertel Minuten folgt ein fast schon zwingendes Break, nach dem die bezeichnenden Worte ‚Let’s Dance‘ in einen temporeichen Mittelteil überleiten, bevor das Stück mit Piano (Silhouettes Erik Laan), Violine und dem anfänglichen Geplätscher stimmungsvoll ausklingt.

Das Titelstück ‚Modern Emotions‘ dagegen zeigt Meadows von ihrer proggig-metallischen Seite. Während der Einstieg von harten treibenden Gitarrenriffs geprägt ist, werden diese im Anschluss von Peter Meijers harmonischem Gesang konterkariert. Ruhige akustische und rockig-flotte Passagen wechseln sich im Laufe des Liedes immer wieder ab, so dass es trotz einer fast siebenminütigen Spieldauer nie langweilig wird.

Das anschließende ‚Nostalgia‘ ist eine eingängige Folk-Prog-Ballade mit mehrstimmigem Gesang, dieeine gewisse Lagerfeuer-Stimmung à la Blind Guardian ausstrahlt und zum Abschluss mit einem tollen E-Gitarren-Finale gekrönt wird.

Daniël van der Weijdes E-Gitarre ist es dann auch, die, mehr als bei allen übrigen Liedern, ganz im Mittelpunkt des Instrumentalstücks ‚Rebecca‘ steht. Technisch nicht allzu verfrickelt, zeigt Meadows hier sein ganzes Können, ohne dabei abgehoben oder verkopft zu wirken.

Mit ‚Powerture‘ folgt ein Instrumentalstück, das, wie könnte es bei diesem Titel auch anders sein, zurück in die Gefilde des Progressive Metals führt. Düstere Uptempo-Gitarrenriffs treffen auf eine tighte Rhythmusfraktion und geben dem Lied ordentlich Drive.

‚Good Times‘ hingegen ist deutlich zurückhaltender: akustische Gitarre und Meijers sanfter Gesang bestimmen die Anfangssequenz des Liedes und geben diesem emotionalen Tiefgang. Es dauert gut zwei Minuten bis die E-Gitarre zum ersten Mal in Erscheinung tritt und das Stück deutlich kraftvoller erscheinen lässt, ohne die Grundstimmung wirklich zu verändern. Seinen Höhepunkt aber findet ‚Good Times‘ im Solo des Within Temptation-Gitarristen Ruud Joilie, der es allerdings nicht schafft, dem Stück seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

‚The Void‘ ist ein kurzes atmosphärisches Gitarren-Interlude, auf das auch gut hätte verzichtet werden können, da es als Stimmungsbereiter für das abschließende ‚The Brave‘ nicht wirklich funktioniert.

Mit siebeneinviertel Minuten ist ‚The Brave‘ das längste Stück auf „Modern Emotions“ und gleichzeitig ein würdiger Album-Abschluss. Denn hier trifft das Beste aus beiden Welten von Meadows aufeinander: ausladende Instrumentalteile stehen melodisch einprägsamen Gesangslinien gegenüber, während akustische Folkpassagen auf rifflastigen Prog Metal treffen, Rhythmus- und Tempowechsel inklusive. Und auch das Solo von Richard Henshall ist dem Ruud Jolies deutlich überlegen.

Es ist wahrscheinlich das beste Stück einer Scheibe, die sich ein jeder Fan des modernen melodiösen Progressive Metals einmal anhören sollte. „Modern Emotions“ ist zwar nicht der ganz große Wurf geworden, doch es ist ein Album, welches eigene Akzente setzen kann.
Bewertung: 11/15 Punkte


Tracklist:
1. Dance With The Corpse Bride (3:44)
2. Modern Emotions (6:48)
3. Nostalgia (4:12)
4. Rebecca (5:23)
5. Powerture (3:31)
6. Good Times (5:48)
7. The Void (1:18)
8. The Brave (7:15)

Besetzung:
Daniël van der Weijde (Gitarre, Programmierung)
Jurjen Bergsma (Bass)
Peter Meijer (Gesang)
Rob van Niewenhuijzen (Schlagzeug)
Jeffrey van Driest (Gitarre)

Gastmusiker:
Erik Laan (Piano – 1, 8)
Sophie Zaaijer (Violine – 1, 4, 8)
Ruud Jolie (Gitarrensolo – 6)
Richard Henshall (Gitarrensolo – 8)

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Freya Records zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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