Cross – Halfway To Somewhere

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(51:50, CD, Eigenvertrieb/ Progress Records, 2020)
Hansi Cross, dessen Name die progressive Rockband trägt, war vor diesem (seinem) Projekt Mitglied der schwedischen Bands Von Lyx (1981-1984) und Voodoo (1985-1986). Im Verlauf des Jahres 1988 erschien das erste Cross Album mit dem Titel „Uncovered heart”, dem weitere Alben bis zu seinem viel zu frühen und unerwarteten Tod im August 2017 folgten. Dass gut drei Jahre nach seinem plötzlichen Tod nun zwei weitere Alben erscheinen, darf man schlichtweg als posthume Wertschätzung seines Schaffens verstehen. Insgesamt stehen jetzt 13 Alben auf der Agenda. Gitarrist Hansi Cross hatte sich in der Vergangenheit auch durch seine Mitarbeit in der schwedischen Progszene bei Grand Stand, Spektrum und Brother Ape einen Namen machen können. Seine Karriere war aber alles andere als geradlinig und nicht frei von Rückschlägen. So lähmte ihn ab 2007 eine langwierige und für einen Musiker sehr beeinträchtigende Erkrankung. Zumindest zeitweise konnte der Musiker mit den neuesten medizinischen Methoden den aufgetretenen Tinnitus bekämpfen und eine Verbesserung erreichen. Allerdings dauerte es Jahre, bis er zu seiner eigentlichen Berufung zurückkehren konnte und Musik wieder erleben und umsetzen konnte.

Das an dieser Stelle beschriebene Album „Halfway To Somewhere“ war ursprünglich als Best-of-Release gedacht. Doch handelt es sich um älteres, unveröffentlichtes bzw. alternatives Cross-Material. Im Mittelpunkt steht der zehnminütige Titelsong ‘Halfwhere to Somewhere’, der von einem zerstörten analogen Band zu neuem Leben erweckt wurde. Inklusive des Bonustitels ‘Zoot Allures’ umfasst die Veröffentlichung neun Titel, wobei auf Grund ihrer sehr kurzen Laufzeit die beiden Songs ‘A Little Interlude’ und ‘Tingeling’ eher als Bindeglieder zwischen den anderen Tracks zu sehen sind. Als Hommage an Hansi Cross verlieh der Drummer Robert Iversen den Aufnahmen den letzten Schliff. Diese bewegen sich überwiegend zwischen Symphonic Prog und einem unverkennbaren Touch an (Hard) Rock. Neben den teils doch deftigen und öfters einmal breit angelegten Keybordpassagen dominiert der sehr gewöhnungsbedürftige Gesang. Die zeitweise rauhen und leicht schräg wirkenden Vocals von Hansi Cross dürften so manchem den ungestörten Musikgenuss etwas erschweren.

Die Titelauswahl kann man als aus einem Guss bezeichnen, so passen die Tracks von ihrer Instrumentierung und Interpretationsform recht gut zusammen. Allerdings sollte man dabei allzu große Variationsbreite oder gar kompositorische Highlights nicht erwarten. Es wird zwar hier und da einmal etwas komplexer, sogar einige Brüche und Tempowechsel sind zu vermerken, letztendlich bleibt aber alles im erträglichen Rahmen.

Ob „Halfway To Somewhere“ tatsächlich als posthumes Andenken an den schwedischen Musiker Hansi Cross taugt, nun das sollen die Fans entscheiden. Möglicherweise hätte eine abwechslungsreichere Titelauswahl einem Nachruf besser gestanden. Für Cross Fans sicherlich kein Grund, nicht auch hier die private Sammlung zu vervollständigen.
Bewertung: 7/15 Punkten

Cross ist/ war:
Guitar, Vocals – Hansi Cross († 17.August 2017)
Drums, Percussion – Robert Iversen
Bass Guitar – Thomas Christensen
Organ, Keyboards – Olle Siljeholm

Surftipps zu Cross:
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Abbildungen von: Cross/ Progress Records

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Cross – Halfway To Somewhere

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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