Heckel & Jeckel – Welcome In Crow Crasti Nation / More Alive Than Ever

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Abbildung: P.O.G.O. Records

(12:44/10:05, Digital, P.O.G.O. Records, 2020)
Es ist noch nicht lange her, da hat das französische Duo Heckel & Jeckel binnen drei Monaten sein erstes Album, sowie ganze vier EPs veröffentlicht. Auch in diesem Jahr können sich die beiden Musiker im Elsternkostüm nur bedingt zurück halten. So erschien ebenfalls auf P.O.G.O. Records im Februar “Welcome to Crow Crasti Nation” und im April “More Alive Than Ever” – zwei brandneue EPs mit jeweils vier neuen Liedern.

Der Name des Duos wird einigen bekannt vorkommen. Von 1946 trieben die beiden Cartoon-Gelbschnabel-Elstern Heckle and Jeckle, gezeichnet von Paul Terry, ihr Unwesen auf den Fernsehbildschirmen. Angelehnt an die Serie verkleidet sich auch die Band in Kostümen, die sowohl einen diebischen Vogel als auch einen Pestarzt darstellen könnten.

Abbildung: P.O.G.O. Records

Musikalisch fahren die beiden schrägen Vögel ein ordentliches Brett auf. Es sind starke Ähnlichkeiten zu den Melvins erkennbar. Das Ganze spielt sich in einem dreckigen Spektrum aus Stoner und Punk Rock ab, das sich auf einem Grunge-Festival ergeben könnte. Heftige Zerre, knackiger Crunch und knisternder Fuzz hauen gemeinsam gehörig auf den Putz. Mit der dynamischen Intensität des Grunge, dem sumpfigen Klang des Stoner Rock und der “Fuck off”-Attitüde des Punk Rock geht es hier zur Sache.

Was sich in den Texten abspielt, ist purer Nihilismus. Heckel & Jeckel propagieren die Abkehr von Religion, großen Teilen der Gesellschaft, Autorität und geltendem Recht. Ihr Manifest des trotzigem Alleingangs präsentieren sie in beinahe gutem Englisch, bei dem die eine oder andere Präposition nicht ganz richtig gewählt wurde. Allerdings macht es das auch zusätzlich authentisch und sympathisch. In ihrer Muttersprache kommt der Text deutlich besser über die Lippen, wie in ‘Fais pas ci, fais pas ça’ (“Welcome to Crow Crasti Nation”) zu hören ist.

Die im Februar veröffentlichte EP “Welcome to Crow Crasti Nation” ist musikalisch vielseitiger als ihre Nachfolgerin. Das liegt nicht nur an der Trompete, die den letzten zwei Stücken einen jazzigen Vibe gibt. “More Alive Than Ever” wiederum hat viel vom typischen Sound der Melvins, wohingegen die ältere EP auch einen Hauch von CKY hat.

Es sind zwei wirklich bekloppte Werke nihilistischer Musik. Stoner Grunge und Grunge Punk mit einer Menge Freakshow. Heckel & Jeckel machen Musik, die nicht allen passen wird.
Bewertung “Welcome to Crow Crasti Nation”: 11/15 Punkten (RG 11, KR 11)
Bewertung “More alive than ever”: 9/15 Punkten (RG 9, KR 10)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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