Fish On Friday – Black Rain

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Fish On Friday - Black Rain (Esoteric Antenna, 15.05.20)(55:54, CD, Digital, Cherry Red Records / Esoteric Antenna, 2020)
Auch Fish On Friday hatten mit den Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise zu kämpfen. Ursprünglich sollte “Black Rain”, das mittlerweile fünfte Album der Diskografie, bereits im April erscheinen, wurde aber nun auf Mitte Mai verschoben. Das englisch-belgisch-amerikanische Quartett um Nick Beggs (Bass, Chapman Stick), Marty Townsend (Gitarre), Frank van Bogaert (Gesang, Keyboards, Gitarre) und Marcus Weymaere (Schlagzeug) wurde wiederum von diversen Gästen unterstützt. So steuert u.a. Nick Beggs‘ Tochter Lula Beggs Gesang auf mehreren Tracks bei, während Theo Travis (Flöte, Saxophon, Klarinette) einige Stücke klanglich verfeinert.

Herausgekommen ist einmal mehr eine hier elf Songs umfassende, perfekt in Szene gesetzte Ansammlung von feinster Melodik, die irgendwo zwischen sinfonischem Pop und Soft Rock mit leichten progressiven Einflüssen einzuordnen ist. Das geht prächtig ins Ohr, ist sehr eingängig und ohrenfreundlich arrangiert und produziert, verfügt aber gleichzeitig über eine gewissen edlen Anstrich und elegische Eleganz. Bei den eigenen Einflüssen sind u.a. Alan Parsons Project (Alan Parsons war beim letzten Fish On Friday Album als Gast dabei) und Tears For Fears aufgeführt, was sicherlich als sehr grobe musikalische Einordnung auch bei “Black Rain” funktioniert.

Bisweilen verliert man sich jedoch etwas in der Schönheit der Melodien, in den sanften Momenten, da hier keinerlei Ecken und Kanten zu finden sind. Hinzu kommt der sanfte, makellose Gesangsstil von Frank van Bogaert, der bestens zur Musik passt, der aber auch den Einschmeichelfaktor erheblich erhöht. Bei ‘We Choose To Be Happy’ hangelt man sich ganz kurz an der Belanglosigkeitsgrenze entlang, während generell die schwächeren Tracks am Ende des Albums zu finden sind.

Dafür gelingt es z.B. auf Tracks wie ‘Murderous Highland Highway’ mit weiblichem Backgroundgesang und flirrenden Keyboard- und Gitarrensoli eine Pink-Floyd-artige Stimmung zu erzeugen. Zudem werden die meist im Mid Tempo angesiedelten Tracks immer wieder durch kurze Soli oder Dynamikwechsel aufgewertet.

Kunstvoll arrangierter Wohlfühl-Pop: gefällig, griffig, anspruchsvoll und über weite Strecken wirklich gut.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 10, KS 10)

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Abbildungen: Fish On Friday / Cherry Red Records

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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