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    Du bist hier:Home»Reviews»Snarky Puppy - Live At The Royal Albert Hall

    Snarky Puppy - Live At The Royal Albert Hall

    0
    By Kristian Selm on 17. April 2020 Reviews

    (50:22 + 48:57, 2 CD, 3 LP, GroundUp Music, 2020)
    Erstaunlich, welche Acts abseits des allgemeinen Mainstreams mittlerweile die Royal Albert Hall füllen. Es gibt also doch noch Hoffnung für den guten Geschmack. Das formidable amerikanische Musikerkollektiv Snarky Puppy um Bandleader Michael League machte auf seiner Tour im letzten Jahr ebenfalls in der altehrwürdigen Veranstaltungsstätte in London Halt.

    Bei diesem Livealbum stand logischerweise der Fokus auf dem letzten Studioalbum "Immigrance", welches gleich mit sechs Songs vertreten ist. Die Setlist fokussiert sich trotz der inzwischen recht umfangreichen Diskografie der Amerikaner neben dem Material von 'Immigrance' lediglich auf weiteres Material aus den Alben "We Like It Here" (2014), "Culcha Vulcha" (2016), sowie überraschenderweise zwei Songs aus der wesentlich jazzigeren Frühphase "The World Is Getting Smaller" (2007), die aber wesentlich luftiger und dem sonstigen Material angepasst daherkommen.

    Warum sich Snarky Puppy über die Jahre mittlerweile eine recht breite, teils altersmäßig sehr junge Fanbasis erspielt haben, liegt vor allem im differenzierten Stilmix begründet, der sich eben recht weit außerhalb des reinen Jazz bzw. Jazz Rocks bewegt. Da sind Elemente aus Rock, Funk, R&B, Soul, Latin, Electronic oder World Music zu vernehmen, zudem vorangetrieben durch feingliedrige, mitreißende Rhythmik und sehr lässiges Feeling.

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    Die sehr große Besetzung versteht sich immer als Einheit und z.B. trotz der vierfachen(!) Keyboardpower wirkt hier nichts überladen, sondern immer exakt auf den Punkt gebracht. Zudem gelingt es, moderne Klangästhetik mit herrlich analogen Sounds aus den Keyboardburgen zu vereinen, die bisweilen durch messerscharfe Bläsersätze gewürzt werden. Die Band interpretiert das Songmaterial im Vergleich zu den Ursprungsversionen keineswegs anders oder bricht die Songstrukturen komplett auf, dafür werden jedoch die Soloparts beliebig verändert bzw. neue Passagen hinzugefügt. So bekommt z.B. das grandiose 'Sleeper' eine sehr langes Talkbox-Solo spendiert. Dabei dienen die diversen Soli niemals zum reinen Selbstzweck, sind dafür so fulminant in die Kompositionen eingewoben, dass stellenweise vollkommen berechtigter Zwischenapplaus aufbrandet.

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    Da Snarky Puppy mittlerweile über einen sehr großen Pool an Musikern verfügt, lohnt sich auch immer ein Blick auf das Line-Up während der "Immigrance" Tour quer durch Europa. So stand am 14.11.2019 in der Royal Albert Hall folgende Besetzung auf der Bühne:
    Michael League - Bass, Moog Keybass, Krakeb
    Mark Lettieri - Gitarre
    Zach Brock - Violine
    Bobby Sparks - Keyboards
    Bill Laurance - Keyboards
    Shaun Martin - Keyboards, Talkbox
    Justin Stanton - Keyboards, Trompete
    Mike Maher - Trompete, Flügelhorn
    Chris Bullock - Saxophon, Flöte
    Bob Reynolds - Saxophon
    Jason Thomas - Schlagzeug
    Keita Ogawa - Percussion
    Marcelo Woloski - Percussion
    Mason Davis - Krakeb

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    Vor allem gegen Ende des Konzertes werden nochmals der Energielevel und die spielerische Euphorie erheblich gesteigert, was diesem Mitschnitt den finalen Glanz verleiht. "Live At The Royal Albert Hall" dokumentiert eindrucksvoll, warum diese vielköpfige Jazz Rock Formation seit einigen Jahre völlig zu Recht unheimlich angesagt ist. Es sind in erster Linie ihre Liveauftritte, die das beeindruckende, jedoch immer banddienliche Potenzial der versierten Instrumentalisten und deren mitreißende Spielfreunde am besten transportieren. Man gönnt den sympathischen Musikern einfach den mittlerweile sich in größeren Maße einstellenden kommerziellen Erfolg.
    Bewertung 12/15 Punkten (WE 12, KR 12, KS 12)

    Surftipps zu Snarky Puppy:
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    Wikipedia (D)

    Abbildungen: Snarky Puppy / GroundUp Music

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    Bill Laurance Bläser Bob Reynolds Bobby Sparks CD Chris Bullock Flöte Flügelhorn Fusion GroundUp Music Instrumentalmusik Jason Thomas Jazz Jazz Rock Justin Stanton Keita Ogawa Live-Aufnahme Marcelo Woloski Mark Lettieri Mason Davis Michael League Mike Maher Royal Albert Hall Saxophon Shaun Martin Snarky Puppy Talkbox Trompete USA Vinyl Violine Zach Brock analoge Keyboards instrumental live
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    Kristian Selm

    Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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