District 97 – Screens

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(49:08, CD, Digital, Cherry Red Records/MindScan Records, Just for Kicks, 2020)
Die Frage, ob District 97 das aus Chicago, USA stammende Quintett immer noch nur als Geheimtipp unter den Crossover Prog Fans zählt, wäre noch abschließend zu klären. Fakt ist zumindest, dass sie mit ihrem Mix aus Jazz, Rock, Fusion, Prog Metal und Retro Prog bislang das ganz große Publikum noch nicht erreicht haben. Wie gesagt, noch nicht. Fakt ist auch, dass das nicht an mangelnden Fähigkeiten der Musiker, der Qualität der Songs oder fehlendem Ideenreichtum liegen kann. Da wissen die fünf US Künstler durchaus zu überzeugen und das immerhin schon seit gut zehn Jahren. Mit der charismatischen Frontfrau und Sängerin Leslie Hunt wird eindeutig der rote Faden vorgegeben, an denen sich Tastenmann Andrew Lawrence, Gitarrist Jim Tashijan, Bassist Tim Seisser und Drummer Jonathan Schang zu halten haben. Was nicht heißen soll, dass die Letztgenannten nur Statisten wären. Nein, im Gegenteil. So sind sie es, die mit Dynamik, Tempo, Sanftheit, Aggression, Härte, Melodik und Harmonie ebenso das Geschehen maßgeblich beeinflussen. Mit ihrem bereits 2019 erschienenen Album „Screens“ veranstalten die Fünf ein Wechselbad, besser gesagt ein Feuerwerk der musikalischen Gefühlswelt. Keine Überraschung, wenn man die zuvor genannten Musikstile kombiniert und daraus ein Gesamtkunstwerk entstehen lässt.

District 97 besticht durch eine ungewöhnliche Spielfreude, die über das gesamte Album hinweg anhält. Dem Hörer werden nur wenige Atempausen gegönnt, diese sind aber von Nöten, um die 49 Minuten an einem Stück schadlos zu überstehen. Die balladesken Zwischenpassagen z. B. bei ‘Blueprint’ und ‘Ghost Girl’ lassen dann auch einmal kurze Momente der Erholung zu. Das zeigt, dass es nicht immer rasend, eckig, kantig, schräg, vertrackt, laut und heavy sein muss. Unbestritten beherrschen die Musiker dieses Genre, auch wenn sie den Hörer doch überwiegend mit härteren Gitarrenriffs, vielseitigem Bass- und Schlagzeugspiel, sowie abwechslungsreichen Keyboardpassagen aufs Äußerste fordern. Einen passenden Gegenpol bietet dabei die eindrucksvolle Stimme von Leslie Hunt.

District 97 ist ein rauer Diamant, der nicht geschliffen werden sollte, denn so kommt das Schaffen der fünf Amerikaner am besten zur Geltung. „Screens“ ist ein Prog Album, das eindrucksvoll und authentisch diverse Musikstile wie Jazz, Rock, Fusion, Prog Metal und Retro Prog vereint.
Bewertung: 11/15 Punkten

Line-up / Musiker
Leslie Hunt – Vocals
Andrew Lawrence – Keyboards
Jim Tashjian – Guitars, Vocals
Tim Seisser – Bass
Jonathan Schang – Drums, Percussion

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Reinhard Nikolai am

    Nein,nein………nix eindrucksvolle Stimme/Gesang ! ! !
    das fast schon Gequieke-ähnliche Organ zerstört die ganze Musik…….
    da muss irgendwie was geändert werden……..
    dabei ist die Mucke gar nicht mal sooo übel….
    schade drum…..

    • Horst-Werner Riedel
      Horst-Werner Riedel am

      Hallo Reinhard, danke für Deinen Kommentar, da sieht man deutlich am Gesang scheiden sich immer wieder die Geister, was dem Einen das “Gequieke” ist, beeindruckt den Anderen. Ich denke, dass ist genau der Punkt was gerade diese aber auch andere Musikrichtungen und ihre Vielfalt ausmachen. Für mich ist das kein Streitpunkt, sondern zum größten Teil Geschackssache und da geht es mir zu 100 % genauso wie so vielen Musikfreunden.

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District 97 – Screens

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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