Edward Ka-Spel & Motion Kapture – Alien Subspace

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(42:33, CD/Vinyl/Limited Box, Rustblade, 2019)
Edward Ka-Spel dürfte neben seiner Tätigkeit als Solo-Künstler auch als Teil der Experimental/Art/Psychedelic Rock Band The Legendary Pink Dots bekannt sein.  Motion Kapture wiederum sind Bahntier-Mitglieder Filippo Corradin und Stefano Rossello, wobei letzterer nebenbei auch Labelchef bei Rustblade ist. Was geschieht also, wenn ein Avantgarde Rocker und zwei Industrial Künstler zusammen treffen?

Der Titel “Alien Subspace” ist passend gewählt, denn die Musik von Edward Ka-Spel & Motion Kapture entführt die Sinne in eine durch und durch fremde Parallelwelt. Zwischen Dreampop und Dark Ambient verschwimmen die Grenzen von Realität und Traum, Wahrnehmung und Vorstellung, und selbst Kategorien wie angenehm und unbequem scheinen ihre Bedeutung zu verlieren.

Während Motion Kapture auf Gitarre, Bass und einem ganzen Sack voll elektronischer Effektgeräte die Landschaften der fantastischen Welt des “Alien Subspace” erschaffen, bringt sich Edward Ka-Spel mit zusätzlichen Effekten und Störgeräuschen ein. Dazu singt er manchmal verträumt wie im Opener ‘Currency’ oder verwandelt sich in einen furchteinflößend düsteren Geschichtenerzähler wie im Finale ‘A happy grey circle’. Die stets angespannte, elektrisiert aufgeladene Atmosphäre erinnert dabei an Werke des Alptraum-Vertoners Brother Grimm.

Inhaltlich ist das Album aufgebaut wie eine einzelne Geschichte oder Traumerzählung. Anfangs ist die Perzeption noch sehr unbedarft und naiv fröhlich, bis spätestens in ‘Why we live’ durch einen Fehltritt immense Zweifel auftreten, worauf schon kurz darauf feststeht: es ist ‘too late for miracles’. Bis zum Ende wird der “Alien Subspace” immer dunkler und die Hoffnung, noch einmal aus dem Treibsand der Fänge dieser Welt herauszukommen, schwindet minütlich. Stattdessen gestalten Edward Ka-Spel & Motion Kapture besonders in der zweiten Hälfte detailverliebt die Ausweglosigkeit der Situation. Wer schon mal eine Schlafstarre hatte, wird sich hier wiederfinden.

“Alien Subspace” ist ein fesselndes Werk zwischen Dreampop, Dark Ambient und finsteren Träumen, das sich im Gehör verankert. Wahrlich keine Platte für ausgelassene Abende oder den nächtlichen Heimweg, aber ein gelungenes Werk dunkler elektronischer Tonkunst.
Bewertung: 10/15 Punkten (RG 10, KR 10)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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