Knight Area – D-Day

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(54:49, CD, Digital, Butler Records, 2019)
Mit ihrem siebten Album „D-Day“, einem Konzeptalbum, beschäftigen sich die niederländischen Progger Knight Area mit dem 75. Jahrestag der Invasion der Normandie. Einem historischen Tag, der das Ende des 2. Weltkrieges und den Zusammenbruch des Dritten Reiches einläutete. In einer Zeit, die weltweit mittlerweile mehr und mehr politisch geprägt ist durch aufkeimenden Nationalismus, sowie wachsender rechter Gewalt, setzen die Musiker thematisch ein starkes und vor allem warnendes Zeichen. Vereinfacht lautet ihre Botschaft: „Seid achtsam, unsere scheinbar sichere Welt des Luxus und der Errungenschaften der Demokratie ist keineswegs garantiert, Krieg und Konflikte lauern überall, erinnert euch und lernt aus der Vergangenheit“.

Knight Area gehört bereits seit einigen Jahren zu den erfolgreichsten niederländischen Bands der Gegenwart. Als Vertreter der symphonisch, (neo-) progressiven Rockmusik, mit einem nicht zu überhörenden Hang zu heavy bis metallastigen Elementen, können sie sich auch qualitativ mit den meisten Bands des Genres messen. Die Historie von Knight Area ist gekennzeichnet von einigen Umbesetzungen. Die Premiere des Sängers Jan Willem Ketelaers (ex Ayreon) auf „D-Day“ ist daher nicht sonderlich überraschend. Obwohl sein Vorgänger Mark Smit bereits überzeugen konnte, steht ihm Ketelaers mit seiner stimmlichen Bandbreite und den Fähigkeiten, Emotionen zu vermitteln, um nichts nach. Als würde das nicht ausreichend sein, sicherte sich Gründer, Front- und Tastenmann Gerben Klazinga speziell für die Ballade ‘When I’m With You’ zusätzlich die Dienste des ebenfalls außerhalb der Niederlande nicht unbekannten Sängers und Pianisten Robby Valentine. Passend zur Thematik erhält die Band ergänzende Gesangsunterstützung durch den The Dutch Luchtmacht Mannenkoor, einem 1980 in Anlehnung an die Niederländisch-Königliche Luftwaffe gegründeten Chor. Knight Area wissen im Verlauf des Albums mit den unterschiedlichsten Emotionen und aufkommenden Bildern gut umzugehen. Mit Hilfe wohldosierter Orchesterparts, Gitarrenriffs und Keyboardpassagen gelingt ihnen das vorbildlich. Selten war Knight Area in der Vergangenheit so düster in ihrer Ausdrucksweise, was angesichts der Beweggründe allerdings auch nicht verwundert.

Ein nicht unerheblicher Anteil am Gelingen von „D-Day“ dürfte neben den Künstlern auch dem Mixer Joost van den Broek (Epica, Ayreon) zu verdanken sein.

Das aktuelle Album der niederländischen Formation Knight Area ist als eine Hommage an all diejenigen zu verstehen, die im Zweiten Weltkrieg für Frieden und Freiheit gekämpft und ihr Leben riskiert oder gar verloren haben. Dieses Thema erfährt seine eindrucksvolle Umsetzung mit allen Mitteln des Heavy-Symphonic-Rocks, wobei hier die unterschiedlichen Stile perfekt ineinandergreifen. Wer bereits in der Vergangenheit für Knight Area ein Faible hatte, wird auch jetzt nicht enttäuscht werden, für alle anderen dürfte die geschichtliche Auseinandersetzung mit der Thematik besonders in der jetzigen Zeit reizvoll sein.
Bewertung: 10/15 Punkten

Knight Area ist:

Gerben Klazinga – (Keys)
Jan Willem Ketelaers (Ayreon) – (Vocals)
Mark Bogert – (Guitars)
Peter Vink – (Bass)
Pieter van Hoorn – (Drums)
und als Gäste:
Robby Valentine – Grand Piano
The Dutch Luchtmacht Mannenkoor – Choir
Joost van den Broek (Epica, After Forever, Ayreon, Star One) – Mixing

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Knight Area – D-Day

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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