Loonypark – Deep Space Eight

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(43:48, CD, Lynx Music/Just For Kicks, 2019)
2019 scheint wieder einmal ein Jahr des polnischen Neo Progs zu sein, mit Loonypark veröffentlicht ein weiterer Vertreter des Genres ein neues Album. “Deep Space Eight” ist bereits die fünfte Veröffentlichung der Polen. Die Vorgänger “Egoist” (2008), “Straw Andy” (2011), “Unbroken Spirit lives in us” (2014) und “Perpetual” (2016) sind dem Rezensenten nicht bekannt, ein Vergleich zu dem älterem Tonmaterial erübrigt sich somit. Pianist und Komponist Krzysztof Lepiarczyk, der gleichfalls die Gruppe Padre ins Leben gerufen hat, fungiert bei Loonypark als Kopf und Bandleader. Weitere Mitglieder sind der Bassist Piotr Lipka, der Gitarrist Piotr Grodecki sowie der Drummer Grzegorz Fieber und nicht zu vergessen die dominante Sängerin Magda Grodecka. Auf dem aktuellen Werk ersetzte sie ihre langjährige Vorgängerin Sabina Godula-Zajac, die allerdings immer noch für alle Texte des Albums federführend ist.

Musikalisch bewegen sich Loonypark im massentauglichen Spektrum des Neo Progs, ergänzen aber ihren Rahmen um Anleihen aus New Artrock, Rock, Pop und Mainstream. Aus dem Konglomerat unterschiedlicher Musikstile entstanden acht fünf- bis sechsminütige, sehr eingängige Songs. Melodisch und harmonisch über die gesamte Länge des Albums. Geboten wird solides Handwerk ohne große Schnörkel, aber auch ohne bedeutende kompositorische Überraschungen. Ein ganz wichtiges Element ist die Positionierung der neuen Sängerin, gefühlt steht sie stehts im Vordergrund. Die Fähigkeiten der Musiker, so scheint es, rücken damit leider zeitweise etwas zu viel in den Hintergrund, wünschenswert kann das nicht sein. Magda Grodecka ist keine schlechte Sängerin, aufgrund ihrer Dominanz mangelt es aber ein wenig an Ausgewogenheit zwischen Gesang und Instrumentalparts.

Insgesamt orientieren sich die Kompositionen an eher romantischen, balladesken Strukturen, schön und gleichzeitig harmlos. Angesichts der kritischen Texte, die das Album prägen, ist das kaum nachvollziehbar. Mehr Dynamik und Biss hätte dem Album und seiner Message sicherlich gut gestanden. Eingebettet in weiblichen Gesang erzeugen warme Keyboardpassagen, sowie zu meist unauffällige Gitarren eine Stimmung von (fast) melancholischer Ruhe.

Freunde des polnischen Neo Progs, besonders der melodischen Pop-/Rockvariante dürften ihre helle Freude an dieser Produktion haben. “Deep Space Eight” tut nicht weh und bietet solides, harmonisches Handwerk.
Bewertung: 7/15 Punkten

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Loonypark – Deep Space Eight

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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