The Electric Family – Tender (20 Years Anniversary Set)

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(46:31, CD, Sireena, 1999/2019)

“Join the Electric Family!”

“Tender” ist das zweite und erfolgreichste Album der Electric Family – und schon 20 Jahre alt! Das 1999 veröffentlichte Werk wird zum Jubiläum mit der Bonus-DVD “The Making of Tender” neu veröffentlicht.

Geboren wurde The Electric Family nirgendwo anders als auf unserem lieben Burg Herzberg Festival. Dort versammelte Tom ‘The Perc’ Redecker 1996 eine Schar illustrer Mitmusiker um sich, bestehend aus Volker Kahrs (ex Grobschnitt), Dieter Serfas (Amon Düül II), Harry Payuta, Jochen Schoberth und Torsten Glade, die dann im Folgejahr das Debüt “Family Show” herausbrachte, das sowohl von Publikum als auch Kritikern positiv aufgenommen wurde. Für “Tender” erweiterte Tom “The Perc” Redecker den Musikantenkreis um verschiedenste Größen der deutschen Rockszene. Neben ihm gehörten dazu Peter Apel (guitar, banjos), Torsten Glade (drums, backing vocals), Rolf Kirschbaum (guitars, programming), Volker Kahrs (keyboards), Harry Payuta (bass, vocals), Jochen Schoberth (guitars), Hagen Liebing (ehemals Die Ärzte, Bass), Tex Morton (Lolitas, Pseiko Lüde, guitars), Willi Pape (Thirsty Moon, sax), Uwe “The Voodoo”” Knak (Philip Boa’s Voodoo Club, percussion), Jo Hielscher (Ramblers, drums) und Franz Powalla (Lokomotive Kreuzberg, lap steep guitar). Mit Evelyn Gramel am Gesang war außerdem erstmals eine weibliche Stimme bei der Family dabei.

Diese bemerkenswerte Kombo hat damals ein Album eingespielt, das auch zwanzig Jahre später noch durch seinen Einfallsreichtum und seinen ganz eigenen Sound beeindruckt. Hören wir rein!
Der Opener ‘Telemark Landing’ zeigt die Band von ihrer folkigen Seite, der Sound ist warm und einladend, die Stimme Redeckers ist tief, am Anfang ungewohnt, aber mehr als passend. Sofort erkennt man sie als Markenzeichen der Family, sie gehört zum Sound der Band. In diesem schönen, eingängigen Stil geht es bis ‘More and More’ weiter. Für die Prog-Fans folgt die dreiteilige ‘Betancuria’-Suite, die etwas heavyer und düsterer daherkommt, ohne den warmen Grundklang zu verlieren. Der zweite Part kommt Pink Floydig daher, mit elektronisch anmutenden Drums, Keyboardteppichen und Percussions unter einem gesprochenen Textsample. Später wird es fast Goa-mäßig tanzbar, bevor man in Part III wieder zurück ins Schema aus Part I zurückkehrt und so die Suite abschließt.

‘Candyman’ kommt wie aus einem Roadtrip, dreckig und staubig mit Country-Einflüssen im mittlerweile bekannten Family-Sound. ‘Bricks Of Time’ ist exotischer und spacig, ‘Danger Girl’ geht wieder in die Country-Richtung eines Neil Young. Den Abschluss macht ‘Left For Dead’, ein ausuferndes dreckiges Stück, das ebenfalls im Sinne Neil Youngs steht, allerdings in Zusammenarbeit mit Crazy Horse.

Aufgenommen wurde damals in Berlin und Bremen. Das Album war der kommerziell größte Erfolg der Family und ist auch unter Hörern und Musikkritikern das beliebteste Werk der eigenwilligen Band.

Auf der beiligenden DVD findet sich die 30minütige Doku “The Making Of Tender”, gefilmt und zusammengestellt von dem Bremer Filmemacher Stefan Malschofsky, der die Aufnahmen mit der Kamera begleitet hatte. 1999 war der Film auf VHS erschienen. Da das Original-Master verschollen ist, wurde für die DVD-Veröffentlichung auf die Kassette zurückgegriffen, was ein absolut authentisches und charmantes Zeitdokument ergibt. Lieblingsstelle des Betreuers: Jo Hielscher (kommt aus Hagen) listet die Orte aus eben dieser Umgebung auf, vor allem das kleine Kaff, aus dem der Betreuer ursprünglich kommt. Das kennt sonst wirklich keiner.
Bewertung: 12/15 Punkten

PS: Wer sich wundert, dass niemand geringeres als Ulla Meinecke unten in den Links mitgelistet ist – die Dame hat ab 2003 mit der elektrischen Familie gearbeitet!

Surftipps zu The Electric Family:
Homepage
Facebook (Sireena)
Tom Redecker/Shack Media
Harry Payuta
Rolf Kirschbaum
Palais des Etoiles
Torsten Glade
Hermann Lammers-Meyer
Peter Apel
Jochen Schoberth
Ulla Meinecke
Rainer Kirchmann
Tex Morton (Facebook)
Ben Schadow

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Über den Autor

Philipp Roettgers

“Journalism is a low trade and a habit worse than heroin, a strange seedy world of misfits and drunkards and failures.” - Hunter S. Thompson. “Art is long and life is short, and success is very far off.” - J. Conrad

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von Philipp Roettgers Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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