Eveline’s Dust – K

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(43:11, CD, Giant Electric Pea, 2019)
“K” – wie kurz oder Konzeptalbum, so lautet der einfache aber leicht zu merkende, aktuelle Albumtitel der italienischen Formation Eveline’s Dust. Den Klischeevorstellungen des Italo-Progs zum Trotz deutet weder der Bandname noch das Hörbare bzw. dessen Umsetzung im ersten Moment auf eine waschechte italienische Progband hin. Auch der zweite Blick lässt einige Zweifel aufkommen, so wird einerseits englisch gesungen (wenn auch mit leichtem Akzent), andererseits Fehlanzeige, was die allzu häufig symphonisch verspielte Gangart á la Genesis & Co vieler Südländer betrifft. Zumindest die Musikernamen lassen aber doch deutliche Rückschlüsse auf deren Herkunft zu. Gegründet in 2012 offerieren die Musiker um Nicola Pedreschi – Keyboards, Gesang, Lorenzo Gherarducci – Gitarre, Marco Carloni – Bass und Angelo Carmignani – Drums ihr zweites komplettes Studiowerk.

Nach der EP “Time Changes” (2012/13) und der in den einschlägigen Medien hochgelobten CD “The Painkeeper” (2016) folgt mit dem schlichten Titel “K” die aktuelle Scheibe. Mit ihr führen die Musiker fort, was mit dem Vorgänger begonnen wurde. Die Mischung aus jazzigen und progressiv rockigen Elementen, dazu der angenehme, ausdruckstarke Gesang des Keyboarders Nicola Pedreschi, sowie auf ‘Faintly Falling’ mit der Gastsängerin Lorenza Catricalà bilden auch gesanglich eine beachtenswerte Einheit, die dazu noch sehr viel Spass bereitet. Die Kompositionen wirken in sich geschlossen und vereinen die unterschiedlichen Musikstile bestens miteinander.

Eveline’s Dust hat zwar nicht das musikalische Rockrad neu erfunden, doch Schräges oder gar Unerträgliches wird den Hörern nicht zugemutet. Die Formation auf den Status einer Neo-Progband zu reduzieren, trifft ebenso nicht den Kern. Neben den neoprogressiven Elementen, die nicht gänzlich fehlen, steht spürbar progressiver Fusion im Vordergrund des Geschehens. Melodiös und mit feinstem, zumeist druckvollem Groove, tollen Instrumentalpassagen, ein paar Tempowechseln und Breaks, ganz wie es beim Fusion nicht ungewöhnlich ist, dazu eine Prise kantig & eckig, so wird etwas Interessantes daraus. Nicht zu vergessen die wenigen Metal Anleihen, die sich Eveline´s Dust nicht ganz verkneifen konnte. Mit 43 Minuten macht das Album seinem Namen “K” wie kurz alle Ehre, für ein ausgewachsenes Prog Album ist das eher unterdurchschnittlich. Aber wie sagt der Volksmund – in der Kürze liegt die Würze -, das trifft zumindestens hier zu.

Den Italienern von Eveline´s Dust ist es gelungen, für eine musikalische Überraschung zu sorgen. Hier passt einfach die Mischung aus Härte und Verspieltheit. Auch in Zukunft sollte man ein Auge auf die Band werfen, wer weiß was da noch kommt?
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 12, HR 11, KR 11, KS 12)

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

2 Kommentare

  1. Horst-Werner Riedel
    Horst-Werner Riedel am

    Hallo Marc, danke für den Hinweis. Da musste tatsächlich etwas ergänzt bzw. korrigiert werden. Es sei der Vielzahl der nicht immer geläufigen Namen geschuldet. Gut das es aufmerksame Leser gibt !

Antworten

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Eveline’s Dust – K

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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