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    Du bist hier:Home»Reviews»Jordan Rudess - Wired For Madness

    Jordan Rudess - Wired For Madness

    0
    By Kristian Selm on 19. April 2019 Reviews

    (64:02, CD, Music Theories Recordings / Mascot Label Group / Rough Trade, 2019)
    Tastenvirtuose Jordan Rudess verfügt über ein gewisses Standing und einen entsprechenden Ruf im Progressive Rock / Metal Bereich, vor allem durch seine mehr als 20-jährige Mitarbeit bei Dream Theater. Hinzu kommen prestigeträchtige Gastauftritte (u.a. bei David Bowie, Steven Wilson), weiterhin Projekte wie u.a. Liquid Tension Experiment, Rudess / Morgenstein Project, sowie seine frühere Tätigkeit bei den Dixie Dregs. Daneben findet er zwischendurch auch noch Zeit für stilistisch sehr unterschiedliche Solowerke.

    Nach den letzten Ausflügen in die Klassik und ausschließlich auf Klavier ausgerichtete Musik kehrt er mit "Wired For Madness" - seinem ersten Album bei Mascot Records - zum typischen, tastendominierten, ausgeklügelten Progressive Rock zurück. Dass der begnadete Keyboard Wizard - der gerne mal selbstironisch mit diesem Image durch gelegentliches Tragen von einem Zauberhut kokettiert - nicht nur sein Instrument beherrscht, sondern auch kompositorisch über mehr als ansprechende Fähigkeiten verfügt, davon kann man sich auf seinem aktuellen Longplayer überzeugen.

    Unterstützt wird er durch diverse Gastmusiker, wie z.B. seine Dream Theater Kollegen James LaBrie und John Petrucci, ebenso Marco Minnemann (u.a. The Aristocrats, The Mute Gods, The Sea Within), Rod Morgenstein (Dixie Dregs, Winger, The Jelly Jam) und Schlagzeuger Elijah Wood (u.a. Shania Twain und Mitglied bei der von Rudess aus der Taufe gehobenen Prog Rock Formation OrKeystra, jedoch nicht zu verwechseln mit dem Schauspieler gleichen Namens). Als zusätzliche Gitarristen sind weiterhin Guthrie Govan (The Aristocrats, Steven Wilson Band), Vinnie Moore (u.a. UFO), sowie Blues Rocker Joe Bonamassa zu hören.

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    Zentrales Stück auf "Wired For Madness" ist der zweiteilige, überaus abwechslungsreich und sinfonisch virtuos ausgerichtete Titelsong, der es mit seiner Sci-Fi Story auf mehr als 34 Minuten bringt. Wer seine bisherigen Solowerke bzw. sein Tastenspiel von Dream Theater kennt, identifiziert die Musik sehr schnell als charakteristisch für Jordan Rudess. Unterschiedliche Tastensounds und Stimmungen werden geschickt ineinander verwoben. Moderne, klanglich abgedrehte Elektronik wird mit jeder Menge Retrosounds gepaart, angestaubte, swingende Klangkaskaden gehen über leicht jazzige Pianoklänge und enden in ausschweifenden Synthie / Orgel Bombast. Doch selbst wenn logischerweise die schwarzen und weißen Tasten dominieren, klingt bei Jordan Rudess nicht immer alles eben nach typischen Keyboards, da er gerne klanglich herumexperimentiert und ebenso auf die oben erwähnten Gast Gitarristen zurückgreift.

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    Besonders der schwungvolle, vertrackte Titelsong wartet mit unterschiedlichen Stimmungen, einem konzeptionellen Zusammenhang und diversen Stilmerkmalen auf. Der Mix aus Progressive Rock mit Retro Flair und einigen moderaten Prog Metal Einschüben hat eine geradezu cineastische, gleichzeitig exzentrische Komponente. Auf den restlichen sechs Stücken präsentiert Rudess ein recht breites stilistisches Spektrum von balladenhaften Momenten ('Off The Ground'), gekonnter hektisch-virtuoser Instrumentalakrobatik ('Drop Twist', 'Perpetual Shine'') bis hin zu schwungvollem Blues Rock ('Just Can't Win') eben mit dem eingangs erwähnten Joe Bonamassa.

    Ein Großteil des Materials ist dabei ausschließlich instrumental angelegt, doch hin und wieder greift der gebürtige New Yorker zum Mikrofon. Und hier sind eben gewisse Abstriche zu verzeichnen. Denn während sein Dream Theater-Vorgänger Kevin Moore seinen Sprechgesang bei z.B. O.S.I. passend zum musikalischen Kontext einsetzt, wirkt die sonore, ordentliche, aber eben nicht gerade voluminöse Stimme von Jordan Rudess eher als Schwachpunkt in den ausgeklügelten und diffizilen Kompositionen.

    Somit bleibt der Gesang der einzige offensichtliche Schwachpunkt bei einem ansonsten ansprechenden Progressive Rock-Album. Das Album ist als CD im Digipack, digital, sowie als 2LP mit Download-Code erhältlich.
    Bewertung: 11/15 Punkten

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    Abbildungen: Jordan Rudess / Music Theories Recordings

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    Kristian Selm

    Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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