HeKz – Invicta

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Cover zu HeKz (65:46, CD, /Eigenproduktion/BMH Audio, 2018)
HeKz spielen einen sehr sauber durch-arrangierten Progrock. Falsettgesang mit zweistimmigen Midtempo Rock Gitarren. Fast klischeehaft reihen sich zu Beginn des Albums die Parts aneinander.

Das geht dann auf “Invicta”, dem dritten Studio Album der aus Bedfordshire, England stammenden Band bis zum dritten Song bis zur Minute drei so weiter (Zufall? 😉 ). Was dann passiert, ist schwer zu erklären. Vorbei ist das fast schon folkloristisch anmutende Gespiele. Düstere Gitarren leiten einen Instrumentalteil ein, der auch noch von Keyboards wie aus einem Horrorfilm untermalt wird. Endlich entsteht mal so etwas wie Stimmung. Das anschließende ‘To The Lions’ ist dann auch einer der Songs, weshalb Invicta auch gerne dem Heavy Metal zugeschrieben werden, denn das Outro des Songs ist eine wahre Freude: Halfbeat-Schlagzeug mit fast djentigen Gitarren, Gitarrensolo on top, ummantelt von sphärischen Keyboards. Das funktioniert. Das macht Freude. Auch fragt man sich, was denn in Al Beveridge und Tom Smith gefahren ist. Es wird nicht eine Dur-Tonleiter nach der anderen rauf und runter gespielt, sondern rotzfrech und aggressiv übers Griffbrett gefegt. Das hat Biss und ist fernab von Klischees.

Mit dem Song ‘Line In The Sand’ folgt der Grund, warum dieses Review kein Totalverriss wird. Er zeigt, was in der Band steckt. Hier wurden so viele Register gezogen, um aus dem Stück ein wunderbares Hörerlebnis zu machen, dass man sich fragt, warum die Band nicht die Energie investiert hat, alle Songs des Albums auf dieses Niveau zu hieven. Sparsam eingesetzter Backgroundgesang und das Keyboard sorgen für einen soliden Klangteppich, der von den Gitarren durch ganz wenig Zutun schön in Szene gesetzt wird. Matt Young, sonst dem Knabenchor-Falsettgesang streng verhaftet, besinnt sich seiner Rolle als Sänger und singt einfühlsam, unaufgeregt in Gehörgangs-freundlicher Tonlage, wie es zu dem Text des Songs sehr gut passt. Und das nicht nur phasenweise, sondern auch wenn es Richtung Refrain geht. Als Höhepunkt gibt es dann ein Solo von James Messenger auf dem Keyboard. Dieser Song ist das Werk einer Band, die das Potential hat, großartige Songs zu schreiben und diese auch zu spielen.

Dann sind da aber auch noch Beiträge auf dem Album wie ‘For Our Lives’, wo man beim Hören fast nur noch betreten zu Boden schauen kann, da man den Song schon zu kennen scheint, bevor er überhaupt zu Ende gelaufen ist. Folklore-Gesang in der Strophe, mehrstimmiger Gesang im Refrain, der schon in den 80ern überzogen wirkte. Das anschließende ‘The Light Fantastic’ stellt den Hörer auf eine weitere Geduldsprobe, weil dieser kreischende Falsettgesang einfach nur anstrengend ist.

Auch die übrigen Songs des Albums leiden an dieser Vorhersehbarkeit. Zu selten verlässt die Band das sichere Terrain. Gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, das den Sängern in Progrock- bzw. Progmetal-Bands vorschreibt, derartig pathetisch zu sein?

Vergleiche sind leider nicht sonderlich zuträglich, um den Zugang zu einer Musik zu finden, denn meist hat man eine deutlich tiefere Bindung zu den Bands, die als Vergleich herangezogen werden, als zu jener, die verglichen wird. Vergleichen sich HeKz indirekt mit Dream Theater, Queen, Rush und Iron Maiden, bzw. eine Mischung daraus, tun sie sich keinen Gefallen. Denn sie klingen weder wie Iron Maiden noch wie Dream Theater.

“Invicta” ist ein solides Album, das aber unter zu vorhersehbaren Songs leidet und dadurch die durchaus vorhandenen Highlights des Albums verdeckt.
Bewertung: 6/15 Punkten

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iachelini

Codeknecht und Hofnarr

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HeKz – Invicta

von iachelini Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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