Focus – 11

0

(53:44, CD, LP, Stream, Eigenveröffentlichung/Cherry Red, 2018)
Getreu dem Motto 50 Jahre und kein bisschen leise, gibt es sie doch noch: die Dinosaurier des holländischen Prog Rocks. Seit gefühlt ewigen Zeiten, genauer gesagt seit 1969, liefern die Niederländer Focus um Frontmann Thijs van Leer immer wieder Hochwertiges ab. Einzig die Wahl der letzten Albentitel lässt doch etwas an Kreativität vermissen, so ist „11“ nicht gerade besonders einfallsreich und bietet für den Betrachter erst einmal nur eine laufende Nummer. Bekannterweise sind Namen oder vielleicht auch Zahlen Schall und Rauch, so kommt es doch mehr auf den Inhalt an und da steht Focus seit Jahrzehnten für exzellente Alben. In ihrer unverkennbaren Art, jazzigen Prog Rock mit Klassik und anderen Stilelementen zu vereinen, sind die Musiker (fast) einzigartig. Daran änderten auch zahlreiche Umbesetzungen und der vor Urzeiten erfolgte Abschied von Jan Akkerman zu keiner Zeit etwas. Flötist, Keyboarder und Sänger Thijs van Leer ist es immer wieder gelungen hervorragende Musiker um sich zu scharen. Aktuell sind Pierre van der Linden an den Drums, Gitarrist Menno Gootjes und Bassist Udo Pannekeet mit von der Partie.

Neben den nicht mehr weg zu denkenden Querflöteneinsätzen spielt weiterhin die altehrwürdige Hammond-Orgel eine tragende Rolle bei Focus. Die Band bewegt sich auf ihrer musikalischen Dauerreise auf einer Gratwanderung zwischen den Musikstilen, um letztendlich aber doch dem Jazz Rock und Fusion mit Bravour den Vortritt zu lassen. Zwischendrin besteht dennoch ausreichend Raum für rockiges oder traditionell folkiges.

Damit bleiben Focus grundsätzlich ihrer Linie treu, was auch nicht verwundert, war dieses doch über die lange Schaffenszeit schlichtweg der Erfolgsgarant. Über die Jahre hinweg ist dennoch eine hörbare Veränderung bzw. Entwicklung erkennbar. Focus wirkt seit einigen Alben frischer und druckvoller, man könnte das auch als moderner bezeichnen. Sie tun dies jedoch, ohne den alten Charme gänzlich zu verlieren. Das elf Titel umfassende Album erscheint Anfang 2019, als CD, farbige LP und Download auf der eigenen In-Out-of-Focus-Plattform über Cherry Red. Ein besonderes Extra stellt dabei das Artwork dar, welches in der bekannt typischen Weise von Roger Dean gestaltet wurde.

Altgediente Focus-Fans werden ohne wenn und aber ihre Sammlung um ein weiteres Juwel erweitern. Die anderen Unentschlossenen und Unwissenden sollten die Chance nutzen und Focus “11” kennen lernen. Jazz Rock auf höchstem Niveau.
(Anmerkung der Redaktion: Sowohl aktuelle Soundfiles als auch Videos liegen bislang noch nicht vor)
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 11, KR 11, HR 12)

Bandfoto: Rens Plaschek / Album Artwork: Roger Dean

Surftipps zu Focus:
Homepage
Facebook
Twitter
YouTube
Spotify
Shazam
Loudersound
Proggnosis
Progarchives Forum
Deezer
Wikipedia
Wikipedia (englisch)

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Focus – 11

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0