Big Big Train – Merchants Of Light

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(59:22 + 76:48, 2 CD, RSK Entertainment / English Electric Recordings, 2018)
Big Big Train haben sich mittlerweile als multi-internationales Bandprojekt mit u.a. Nick D’Virgilio und Rikard Sjöblom etabliert. Trotz der etwas aufwändigen Logistik, dieses Ensemble zusammenzubringen, wagt man sich nach nahezu zwei Dekaden des Bestehens ebenso für ausgewählte Auftritte auf die Bühne. Zusätzlich unterstützt von diversen Gastmusikern an Blasinstrumenten bedeuteten die Auftritte im Herbst letzten Jahres in der Londoner Cadogan Hall den bisherigen Höhepunkt in der konzerttechnischen Historie der Band. Mit leicht veränderter Setlist wurde beim diesjährigen Night Of The Prog Festival auf der Loreley ein ebenfalls denkwürdiger Auftritt nachgelegt.

“Merchants Of Light” fasst die besten Momente der drei Abende in der Cadogan Hall zusammen. Interessanterweise greift man nicht unbedingt auf die logischen, nach persönlicher Sichtweise besten Titel der Historie zurück – so ist z.B. kein Titel vom 2007er Album “The Difference Machine” vertreten. Vielmehr stehen die beiden Studioalben “Grimspound” (2017) und “Folklore” (2016) im deutlichen Fokus. Letztendlich wiegt dieser Makel keineswegs so schwer, denn Big Big Train funktionieren vor allem als Ensemble. Die Liveaufnahmen sind teilweise besser als das originale Studiomaterial, entfalten auf der Bühne eine ganz eigene Dynamik und überzeugen in der Konzertdramaturgie.

Der elegische, soundtechnisch erstklassig aufbereitete Edel Prog der Briten um die beiden Hauptsongschreiber David Longdon (Gesang, Flöte, Percussion) und Greg Spawton (Bass) bekommt auf der Bühne vor allem durch das 13(!)-köpfige Ensemble deutlich mehr Raum zum Atmen. Neben den epischen Longtracks wie ‘A Mead Hall In Winter’, ‘East Coast Racer’ und ‘Victorian Brickwork’ funktionieren aber auch die kürzeren Titel in ihren leicht veränderten Arrangements. Auf gesamte Albumlänge überzeugen dabei vor allem die Rhythmusabteilung, sowie die fein austarierte, niemals zu überladene Orchestrierung, bei der besonders Multi-Instrumentalist Rikard Sjöblom mehrfach in Erscheinung tritt. Im Zugabenteil beweist das von Nick D’Virigilio arrangierte ‘Drums & Brass’ dessen feines Gespür für Bläsersounds, während das bei den Fans beliebte ‘Wassail’ den Set stimmungsvoll beschließt.

Das überaus gelungene Live Album ist in diversen Formaten von reinem Download, einer schmucken Doppel CD mit reichhaltig bebildertem Booklet im Digipack bis hin zu einem aufwändig gestalteten Boxset mit 3 LPs erhältlich, so dass alleine der eigene Geldbeutel entscheidet, was man sich zulegen möchte. Parallel ist dazu noch die eher für Sammler interessante EP “Swan Hunter” erschienen.
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 13, GH 11, HR 13, KR 12, KS 12)

Big Big Train (Foto: Künslter)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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