The Cure – Mixed Up (Deluxe Edition)

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The Cure - Mixed Up (2018 Reissue)(217:06, 3 CD, 4 LP, Universal Music, 2018)

The Cure? Was haben die denn bei den Progbetreuern zu suchen? Na ja, eine spontane Umfrage bei den Mitgliedern der Facebook-Gruppe der [progrock-dt.de] erwies, dass immerhin doch fast 60 Prozent der befragten Progger mit der Band durchaus etwas anfangen können. Da lohnt es sich doch wohl, die aktuelle Box mal einer näheren Hörprobe zu unterziehen. Also ran an die Buletten.

Je nun, The Cure. Nächstes Jahr steht das 40 jährige Bandjubiläum an und ein neues Studioalbum soll in der Mache sein. Wie immer natürlich vorneweg aktiv Robert Smith, Frontman, Mastermind und einziges immerwährendes Mitglied der Gruppe, der Robert Fripp des Post-Punk-Gothic-Wave-Pop sozusagen. Aber auch ein umtriebiger Musiker ohne jede Altersmüdigkeit, der in den letzten Jahren in zahlreichen Projekten aktiv war.

Seine Tausendsassa-Fähigkeiten stellte er bereits 1990 mit dem von ihm verfasste Extended/12″-Remixe bis dato erschienener Titel enthaltenden Album “Mixed-Up” unter Beweis. CD 1 der vorliegenden Box enthält jetzt ein aktuelles, ebenso von Smith gefertigtes Remaster dieser Scheibe, CD 2 weitere Remixe aus der damaligen Zeit wie auch aus der vorangegangenen Achtziger-Periode, die auf dem Album keinen Platz mehr gefunden hatten.

Wer bei Remix an Steven Wilson-artige Arbeitsweisen denkt, liegt schief – durchweg handelte und handelt es sich um teils fast radikale Neuinterpretationen. Dabei verblüfft zum einen die angesichts der damaligen Zeit erstaunliche Modernität der musikalischen Variation, zum anderen die Vielfalt der Instrumentierung und der Stile, deren Smith sich bedient: Psychedelic, Jazz, Funk, Trance und und und. Da heisst es, durchaus mal mit liebgewonnenen Hörgewohnheiten zu brechen, unterhaltsam, ja stellenweise witzig ist das aber durchgehend. Das Remaster ist darüberhinaus schön frisch, die Instrumentenparts sind penibel voneinander abgesetzt, der Gesamtsound klar, eine Beteiligung am loudness war wird aber vermieden.

Der eigentliche Clou der Box ist schließlich CD 3. Diese umfasst brandneue Mixe von Smith am Herzen liegenden Titeln aus dem Backkatalog der Band, welche wohl vor allem für die nicht wenigen Fans interessant sein dürften, die besonders die Musik der Gruppe abseits der bekannten Charterfolge liebt. Leider zeigt hierbei der Meister weniger Inspiration als in jüngeren Jahren, versteckt er doch größtenteils den Charme der Songs hinter einer Elektronik-Wall-of-Sound, die vielleicht innovativ wirken möchte, aber tatsächlich eher antiquiert anmutet.

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Das Digipack ist hübsch gestaltet mit Fotos aus vergangenen und aktuellen Zeiten und Ölgemälden von Smith, die Liner-Notes sind aber leider etwas spärlich, mehr Informationen zum musikalischen Background wäre angesichts der Fülle des versammelten Materials doch wünschenswert gewesen.

Das Ganze ist natürlich über weite Strecken unendlich tanzbar, wobei durchaus sowohl prärheumatische Altsäcke wie auch dynamisches Jungvolk ins Extremitätenzucken verfallen könnten. Wenn der Rezensent auch musikalisch nicht mit allem hier versammelten Liedgut etwas anfangen kann, bleibt doch nur übrig, zu konstatieren, dass es doch immer noch genug Spannendes auf die Ohren gibt.
Bewertung: 10/15 Punkten

The Cure (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Georg Hasche

Als in die Jahre gekommener Progger hab ich von so manchem Ahnung, nur nicht von Musik. Was mich nicht davon abhält, mich hier von Zeit zu Zeit schwerpunktmässig zu Progmetal- und Retroprog-Acts und -Outputs zu äussern.

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The Cure – Mixed Up (Deluxe Edition)

von Georg Hasche Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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